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Überrest der Mimo dem Verfall überlassen

Überrest der Mimo dem Verfall überlassen

Eine lange Geschichte hat das ehemalige Verwaltungsgebäude der Mitteldeutschen Motorenwerke (Mimo) in Taucha hinter sich. Nur mit der Zukunft hapert es. Denn eine Nutzung des Gebäudes am Veitsberg ist planungsrechtlich quasi untersagt, das Gelände damit dem Verfall preisgegeben.

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Nutzung so gut wie unmöglich: das frühere Verwaltungsgebäude der ehemaligen Mitteldeutschen Motorenwerke (Mimo) mitten im Wald.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Stadträte fühlen sich von der Landesdirektion ausgebremst.

Auf die kriegswichtige Mimo zurück geht das Wachstum Tauchas zu seiner heutigen Größe, zum Beispiel entstand die Zwickschen Siedlung als Wohnraum für die Fabrikarbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Produktionsanlagen gesprengt, das Verwaltungsgebäude aber blieb, das Gelände drumherum wurde noch lange von Polizei/Militär für Übungen genutzt. Aus dem ehemaligen Verwaltersitz wurde nach der Wende erst ein Asylbewerberheim. Dann zogen junge Leute ein, veranstalteten mit Lasergame eine Art Mischung aus Kampfsport, Strategie- und Geländespiel. Für ihren Freizeitsport karrten sie nach eigenen Angaben haufenweise alte Reifen aufs Gelände, begaben sich auf die Tippeltappeltour durch die Behörden für eine dauerhafte Nutzung des Geländes. Bauamtschefin Barbara Stein fragte gar in der Landesdirektion nach, ob im Flächennutzungsplan statt Wald dort ein Sondergebiet für Sport, Freizeit und Erholung entstehen könnte.

Seit der Antwort sind sämtliche Hoffnungen auf eine Nutzung zerstoben: Der Bestandsschutz für die Nutzung des ehemaligen militärischen Geländes mit den Gebäuden sei erloschen, die etwa zwei Hektar große Fläche im Außenbereich der Stadt wegen ihrer Bedeutung im Regionalen Grünzug Nr. 70, wie schon im Flächennutzungsplan vorgehabt, einer Waldnutzung zuzuführen, so die Landesdirektion.

„Das Areal ist theoretisch eine Grünfläche, obwohl es eben keine ist“, bedauert der FDP/Grüne-Fraktionschef Detlef Zaumseil die Festlegung des Amtes. „Uns bleibt nichts übrig, als das erstmal so hinzunehmen.“

Christof Heinzerling, Fraktionschef der SPD im Stadtrat, hält die Antwort für „unangemessen“ und „nicht realitätsgerecht“. Eine abstrakte Verwaltungsbehörde treffe eine nicht sachgerechte Entscheidung, die auch die wirtschaftliche Entwicklung Tauchas behindere. „So werden wir als Kommune ausgebremst“, schimpft er.

CDU-Fraktionschef Ulrich Grüneisen ist von aktuellen Ideen für das Haus nichts bekannt. Er sieht auch zunächst den Eigentümer in der Pflicht. „Ich fürchte fast, wenn er den Vorschlag macht, das Gebäude abzureißen, würde ihm keiner widersprechen.“

„Wir sollten uns schon Gedanken machen, was dort geschieht“, findet Jürgen Ullrich, Fraktionschef der Linken. Er könne sich gut ein Jugend- oder Begegnungszentrum vorstellen.

Besitzer Stefan Hanöffner findet es traurig, wie die Stadt mit ihrer Vergangenheit umgeht. Immerhin seien die Gebäude im Wald das letzte Überbleibsel der Mimo. Er wolle zumindest ein Haus gerne vor dem Verfall retten. „Schade, dass das Gelände aber dem Vandalismus überlassen wird“, meint er. Erst vor zwei Wochen habe jemand Feuer gelegt, das aber noch rechtzeitig entdeckt worden sei.

Jörg ter Vehn

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