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Taucha Verein macht sich in Sehlis für kleinbäuerliche Landwirtschaft stark
Region Taucha Verein macht sich in Sehlis für kleinbäuerliche Landwirtschaft stark
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14:27 19.05.2015
Buntes Treiben herrscht beim Frühlingsfest und Aktionstag hier im Sehliser Vierseitenhof "An der Schmiede 4". Quelle: Reinhard Rädler

Der Aktionstag stand unter der Überschrift "La Via Campesina" - Tag der kleinbäuerlichen Landwirtschaft.

Mit-Organisator Martin Götze erinnerte bei seiner Eröffnungsrede in der Katharinenkirche an den Anlass dieses weltweiten Aktionstages, bei dem am 17. April 1996 neunzehn landlose Landarbeiter von der Polizei in Brasilien brutal niedergeschossen wurden. Dem Aktionsbündnis "La Via Campesina" gehören mittlerweile 164 Organisationen in 79 Ländern an. Seitdem gilt dieser Anlass als Tag des Widerstandes gegen alle Formen der Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung.

Nach dem kurzen Auftakt in der Kirche fanden sich Gruppen zu Workshops, Vorträgen und Diskussionen zusammen. Der Medizinstudent Till Dreßler und der Informatiker Sascha Eckhold gaben zum Beispiel einen Einblick in das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) und diskutierten in einer lockeren Gesprächsrunde auf dem Kirchengelände darüber. Noch sei das TTIP in der derzeitigen Form nicht in Kraft, es sei aber notwendig, sich der Tragweite des Abkommens bewusst zu werden. Die allgemein zugänglichen Informationen reichten dazu bei weitem nicht aus, waren sich die Teilnehmer einig. Noch mehr Netzwerke und Multiplikatoren müssten diesem Trend entgegenwirken. Aktionen, wie die am 18. April auf dem Leipziger Markt geplante, seien ein wirkungsvolles Mittel, auf Bestrebungen aufmerksam zu machen, die die Demokratie und den Rechtsstaat aushöhlen würden.

Mit einer weiteren Gruppe brach Sylke Kirsch zu einer Kräuterwanderung auf, um Heil- und Wildkräuter der engeren Umgebung zu entdecken. "Kräuter sind schon seit meiner Kindheit mein Hobby", erzählte die Jesewitzerin. "Ich bin im Elbtal aufgewachsen und hatte auch durch meine Eltern viel Kontakt zur Natur. Ich möchte mich mit meinem Hobby vielleicht mal selbstständig machen", verriet die Kundenberaterin eines Mineralölkonzerns. Die rigorose Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen ließen der Entwicklung einheimischer Kräuter wenig Raum, bedauerte Kirsch, die seit einem Jahr auch Mitglied der solidarischen Gemüsekooperative "Rote Beete" Leipzig mit Sitz in Sehlis ist.

Im Innenbereich des Vierseitenhofes "An der Schmiede 4" des Vereins "Werkstatt für nachhaltiges Leben und Arbeiten" herrschte beim Frühlingsfest mittlerweile ein buntes Treiben. Inmitten des Trubels gab es auf Freisitzflächen Pizza sowie Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. An kleinen Ständen wurde gebastelt, man konnte sich seine persönliche Kräutersalz-Mischung zusammenstellen, und auf einem "Umsonstmarkt" gab es gebrauchte Kleidung, Bücher oder Spielzeug geschenkt. Von Richard Beer von der gleichnamigen Imkerei aus Hohenheida konnten die Besucher viel Interessantes über die Honigbienen erfahren. Am Stand der Gemüsekooperative gab es vom Team um Jan-Felix Thon die ersten Blumen-, Kräuter- und Gemüsepflanzen inklusive Pflanz- und Pflegetipps.

Der Tag klang mit Tango-Klängen vom "Trio Lacrime ballante" und zum Abschluss mit der Leipziger Straßenkapelle "Die Brassbanditen" aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015
Reinhard Rädler

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