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Verfahren zum Neubau der B87n stockt

Verfahren zum Neubau der B87n stockt

Annähernd zweieinhalb Stunden währte die hochkarätig besetzte Runde, in der gebetsmühlenartig die jeweiligen komplizierten Verfahren erläutert und der aktuelle Stand dargestellt wurde.

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Rund 200 Bürger informierten sich bei der jüngsten Versammlung am Donnerstagabend in Panitzsch über das Vorhaben B87n.

Quelle: Jörg ter Vehn

Andreas Berkner als Leiter der Regionalen Planungsstelle Westsachsen erläuterte die Teilfortschreibung des Regionalplanes als Vorraussetzung für das Raumordnungsverfahren, das Dietmar Röhl von der Landesdirektion vorstellte. Zum Schluss war da noch Jörg-Helge Eweleit als Referatsleiter des Autobahnamtes, der das mehrstufige, rund zehn Jahre währende Prozedere zum Bau der Straße selber erklärte. Die Argumente Pro und Contra sind bekannt, wurden dennoch ausführlich wiederholt. Neuigkeiten gab es eher zwischen den Zeilen für denjenigen, der genau hinhörte. So, als Berkner fast schon beschwörend erklärte, den Streit um den Neubau der Trasse schon im Planungsverband ausräumen zu wollen. „Wenn wir den Konflikt jetzt nicht bewältigen, streiten wir uns noch Jahre darüber und landen am Ende nur vor Gericht“, sagte er. Der Verband nehme sich daher die Zeit, die mehr als 2000 Einwände ruhig und sachlich zu prüfen, werde am 16. April in der Verbandsversammlung abwägen und entscheiden. „Schon jetzt ist klar: Es bleibt nicht so, wie es ist. Es wird Änderungen geben, die eine Neuauslegung der Unterlagen zur Folge haben“, kündigte er an.Beim Raumordnungsverfahren gehe es darum, den Raum mit den wenigsten Konflikten zu finden, beschrieb Röhl seine Arbeit. „Aber es gibt keine konfliktfreien Räume in einer Großstadtregion.“ Die Behörde werde sich die Freiheit nehmen, auch vom Autobahnamt als ungünstig eingestufte Varianten aufzugreifen und Nachuntersuchungen zu fordern. Auch eine Line entlang der S4 im Norden wolle er nicht ausschließen, so Röhl auf Nachfrage von Helmut Lori aus Gottscheina. Er müsse wahrscheinlich das Verfahren demnächst aussetzen, um nicht über die per Gesetz geforderten sechs Monate Dauer zu kommen.Scharfe Kritik kam auf bei Eweleits Vortrag. So hinterfragte Mathias Leutert von der Borsdorfer Bürgerinitiative Pro Parthenaue die Rechtmäßigkeit der Trassenuntersuchung durch das Autobahnamt. Schließlich stehe im Bundesverkehrswegeplan die B87n von Leipzig-Nord bis Torgau und nicht als südliche Variante festgeschrieben. Eweleit erklärte, eine Fußnote fordere im Gesetz die weitere Untersuchung der Nordvariante. Hinterfragt wurden auch die Verkehrszählungen von 2005 als Basis der Prognosen. Seitdem seien wegen der eingeführten Lkw-Maut mehr Laster von Torgau über Krostitz nach Leipzig unterwegs, erläuterte Lori. Ein Ausbau dieser Trasse über die S4 wird auch von Torgauer Gewerbetreibenden unterstützt.Vorwürfe erntete Eweleit auch von Bernd Klauer. Die favorisierte Südtrasse sei absichtlich um 20 Millionen Euro gegenüber dem Norden schön gerechnet worden, so seine These. Leutert kündigte an, diese Frage auch politisch zu klären. Tauchas Bürgermeister Schirmbeck mahnt am Ende, konstruktiv zu arbeiten und nicht auf Zeit zu spielen, schließlich benötige Taucha bei 20 000 Fahrzeugen täglich auf der alten B87 im Ort zwingend eine Lösung.Das Autobahnamt erklärte gestern auf Nachfrage, bei einer Nordlösung würden mehr als 50 000 Fahrzeuge täglich über die B2 nach Leipzig hinein drängen. Diese Straße verkrafte das nicht, würde zur Staufalle. Jörg ter Vehn

Jörg ter Vehn

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Landkreis: Nordsachsen

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