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Taucha Verjüngungskur für Eisenbahnbrücke in Cradefeld
Region Taucha Verjüngungskur für Eisenbahnbrücke in Cradefeld
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16:00 17.11.2016
Der S-Bahn-Verkehr zwischen Leipzig und Eilenburg stört die Arbeiten nicht. Ein Mitarbeiter beseitigt Graffiti an der Schräge. Quelle: Foto: Olaf Barth
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Cradefeld

Wenn dieser Tage Radfahrer oder Fußgänger in Taucha den Weg unter der Cradefelder Eisenbahnbrücke nutzen, dann bekommen sie hautnah die Sanierungsarbeiten an der Brücke mit. Bereits seit Mitte August sind Bauarbeiter dabei, diese rund 30 Jahre alte, einfeldrige Spannbetonbrücke wieder auf Vordermann zu bringen. Das im Sommer aufgestellte Gerüst ist aber inzwischen wieder abgebaut.

Wasser war an der Kappe eingedrungen – es kam zu ersten Abplatzungen, Teile drohten herabzufallen. „Außerdem stellten wir ein großflächiges Rissbild durch Alkali-Kieselsäurereaktion in den Widerlagern fest“, informierte auf LVZ-Anfrage Jörg Bönisch, Pressesprecher der Deutschen Bahn. Der eigentliche Überbau, der Spannbetonträger, sei nach wie vor in Ordnung. Mit dem Abdichten der Risse soll die Lebensdauer der Brücke verlängert werden.

Aktuell entstehen bei den Spritz- und Abstrahlarbeiten am Beton Staub- und Nebelwolken, die der Wind schnell in der Parthelandschaft verbläst. Dennoch schalten die Arbeiter rücksichtsvoll den Kompressor runter, wenn sich Passanten nähern. Die Bauleute von der Radeberger Kühnapfel Spezialbau GmbH & Co. KG sind mit dichter Arbeitskleidung, Helm und Mundschutz ausgerüstet. Das ist nötig, wenn mit der Spritzmethode die Risse im Beton ausgebessert werden. „Zunächst wurden auf die Betonflächen Stahlmatten montiert. Darauf spritzen wir jetzt eine drei Zentimeter dicke Schicht kunststoffvergüteten Betons, sogenannten PCC-Mörtel. Der macht die Oberfläche wieder dicht“, erklärte Baufacharbeiter Matthias Dupka. Die Firma beseitigt außerdem mit einem Luftdruckstrahl sowie einem Zusatzstoff die Graffiti-Schmierereien. Alles in allem werden laut Deutscher Bahn voraussichtlich Ende nächster Woche die Arbeiten abgeschlossen sein. Man liege im Zeitplan.

Neu installiert wurde auch die Brückenentwässerung, um so die Gehwege trocken und eisfrei zu halten. Als das Gerüst noch stand, war außerdem an der Kappe der Brücke, in einer Dicke von circa zehn bis 15 Zentimetern, lockeres und geschädigtes Material abgetragen worden. Fachleute bauten dort einen selbstverdichtenden Beton mit einer neuen, zweilagigen Bewehrung ein. Die Risse an den Widerlagern wurden geöffnet und für die Oberflächensanierung der kunststoffvergütete, zementgebundene Mörtel im Spritzverfahren aufgetragen. „Dieser Mörtel ist polymermodifiziert, da die Erschütterungen aus dem Bahnbetrieb einen normalen Beton im Erhärtungsprozess beeinflussen und somit schon beim Abbinden schädigen würden“, so Bönisch. Danach wurden die Widerlager abgedichtet, die wasserführenden Risse durch Verpressen mit Polyurethan verschlossen und alle dauerelastischen Dehnungsfugen erneuert.

„Im Zuge der Arbeiten wurde auch der Bewuchs an den Flügeln entfernt. Die Seiten werden jetzt sandgestrahlt und erhalten ein Oberflächenschutzsystem“, informierte der Sprecher weiter. Für diese Sanierung investiere die Bahn circa 160 000 Euro. Von der Oberfläche des mittleren Wasserspiegels der Parthe bis zur Unterkante der Brücke hat das Bauwerk eine lichte Höhe von 7,30 Meter. Die Spannweite beträgt 21,10 Meter.

Von Olaf Barth

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