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Taucha Vermitteln als Ehrensache
Region Taucha Vermitteln als Ehrensache
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10:19 12.02.2010
Friedensrichter Hans-Joachim Gremm vor seinem Arbeitszimmer im Tauchaer Rathaus. Quelle: Kristin Jurack
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Taucha

" Doch in seinem Ehrenamt muss sich Gremm öfter mit Ärgernissen und Streit auseinandersetzen. Mit einer Umstellung des Zitats appellierte der Friedensrichter deshalb an den guten Vorsatz und den festen Willen des Einzelnen, damit „der Ärger flieht auf allen Wegen, die Freude kommt uns gern entgegen."

Im vergangenen Jahr haben 28 Bürger die Tauchaer Schiedsstelle aufgesucht, drei davon sogar aus Leipzig. Damit waren es zwei weniger als 2008, in den zehn Jahres des Bestehens der Einrichtung wurden 267 Fälle bearbeitet.

Der Friedensrichter bietet Sprechstunden an, führt Schlichtungsverhandlungen und nimmt Vorortbesichtigungen vor. Seine Zuständigkeit bezieht sich auf bürgerlich-rechtliche oder strafrechtliche Streitigkeiten und ist in einem kleinen Handbuch genau eingegrenzt. Bei bürgerlichen Streitigkeiten handele es sich um vermögensrechtliche Ansprüche, Probleme bei Nachbarrechts- und Mietstreitigkeiten sowie die Verletzung der persönlichen Ehre, heißt es darin. Alle 28 Tauchaer Fälle waren bürgerlich-rechtlicher Natur, mehrheitlich drehten sich die Zwistigkeiten um den Grenzabstand von Bäumen, Sträuchern und Hecken, zählte Gremm auf. Weitere Themen waren Wohnungs- oder Pachtangelegenheiten, Beleidigungen und Lärmbelästigungen. Aber auch vom Balkon aufsteigender Zigarettenrauch löste Streit aus, ebenso wie das Ausleihen von Geld sowie die direkte und indirekte Verunreinigung des nachbarlichen Pools.

Drei Schlichtungsfälle hatte Gremm im vergangenen Jahr zu verhandeln: „Alle drei endeten mit einem Vergleich". Statistisch gesehen, endeten seit 2000 von 26 Schlichtungsverhandlungen 19 mit einem Vergleich. „Das ist eine Erfolgsquote von 73 Prozent", sagte Gremm. Zum Vergleich: In Sachsen lag diese Quote 2008 im Durchschnitt bei 66 Prozent, in der Bundesrepublik werden rund die Hälfte aller Schiedsverfahren mit einem Vergleich abgeschlossen.

Verdreifacht haben sich die Vororttermine. Sechs mal hat Gremm im vegangenen Jahr Besichtigungen vorgenommen, 2008 waren es nur zwei. Verdoppelt hat sich die Zahl der sogenannten Tür- und Angelfälle, „bei denen sich im Anschluss an in der Schiedsstelle geführte Informationsgespräche beide Parteien selbstständig einigten und den Streit beilegten", erklärte Gremm mit Blick auf einige neue Stadträte.

Hans-Joachim Gremm ist seit der Gründung der Schiedsstelle im Jahr 2000 als Friedensrichter aktiv, vor seiner Pensionierung hat er als Diplom-Ingenieur für Fördertechnik gearbeitet. Das Streitschlichten sei eine Aufgabe, die er gerne erfülle. Das Streitaufkommen sei über die Jahre insgesamt eigentlich gleich geblieben, schätzt der 71-jährige. Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) bewertet die Einführung der Schiedsstelle vor zehn Jahren als ausgesprochen positiv: „Unser Friedensrichter macht seinen Job sehr gut und mit sehr viel Engagement und trägt damit zum harmonischen Miteinander in Taucha bei" Allein die Zahlen sprächen für die gute Wirksamkeit dieses Instruments.

Kristin Jurack

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