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Taucha Vernissage voller Emotionen
Region Taucha Vernissage voller Emotionen
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16:41 19.05.2015
Claudia und Rüdiger Bartels präsentieren im Café Esprit die neue Ausstellung. Quelle: Reinhard Rädler

Sinngemäß heißt es darin "wenn du einmal ganz tief unten bist, ruf mich, ich werde da sein". Bartels hatte Freunde und Familie, die da waren und ihren Anteil daran haben, dass der Künstler nach seinem vorjährigen schweren Schlaganfall nun am Sonntag im Café Esprit die Ausstellung "Traumfänger" eröffnen konnte. Viele Freunde und Bekannte zollten Bartels Respekt und Anerkennung, freuten sich mit ihm über seine "Rückkehr ins Leben", wie es auf den Flyern jetzt heißt. "Ich bin froh, dass Rüdigers Fähigkeit zu malen wiedergekommen ist", sagte Bartels Ehefrau Claudia zur Begrüßung, "Es sind neben einigen Traum- auch Spiegelbilder geworden, wie man an den Porträts erkennen kann." Wie Träume, die nach oben schweben, hängen einige Traumbilder an der Decke des Cafés. "Diese Art der Präsentation war eine Idee von Rüdiger", erzählte Claudia Bartels stolz und berührt zugleich.

Mit seiner kleinen Begrüßungsrede sorgte Rüdiger Bartels für den emotionalsten Moment des Vormittags. Er bedankte sich bei seiner Frau, die ihm geholfen habe, dass er wieder so sein kann, wie jetzt. "Und ich freue mich, dass die Bilder in mir wieder da sind, und dass ich sie selbst malen konnte", strahlte der Künstler und er schloss seine Rede mit einem Gebet: "Ich danke Gott, für den heutigen Tag, an dem wir hier alle beisammen sein können."

"Mir gefällt der Stil seiner neuen Bilder. Nach so einer Krankheit würden sich wohl die meisten eher zurückziehen", war Annette Költzsch aus Taucha von der Art beeindruckt, wie der Maler und seine Familie damit umgehen. Immerhin hatte der 57-Jährige nach dem Schlaganfall vorigen Herbst und dem Gedächtnisverlust alles neu erlernen müssen: die Namen seiner nächsten Angehörigen ebenso wie das Lesen, Schreiben, Sprechen. Helena Werhahn hatten es besonders die Porträts der älteren Frauen angetan. "Mich hat besonders der Ausdruck in den Gesichtern der Frauen fasziniert", so die Leipzigerin.

"Jedes Bild erzählt eine eigene Geschichte, eine, die ich mir dazu ausgedacht habe", beschreibt Bartels die Motive, die er von Januar bis März gemalt hat. "Es ist meine Geschichte, jeder kann und soll sich aber auch etwas Eigenes dazu ausdenken." Zwei Bilder zeigen den neuen Papst Franziskus. "Am 4. Oktober 2012 hatte ich meinen Schlaganfall und an einem 4. Oktober ist der Gedenktag des heiligen Franziskus. Das ist meine Geschichte dazu", verblüffte der unter seinem jetzigen Künstlernamen Barc Dügall malende Bartels.

Vor dem Café stand ein Lebensbaum mit bunten Bändern, "- die sollen seine Blätter werden", stand auf einem Zettel und weiter: "Wenn ihr möchtet, könnt ihr eine Nachricht darauf schreiben." Am Ende der Vernissage flatterten am Baum viele Blätter mit guten Wünschen für den Künstler. 32 Bilder hängen im Café Esprit, die bis Mitte Juli zu den Öffnungszeiten besichtigt werden können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.06.2013

Reinhard Rädler

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