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Vier Parteien küren einen Bürgermeister-Kandidaten

Vier Parteien küren einen Bürgermeister-Kandidaten

Diese Konstellation hat Seltenheitswert: Ein Parteienbündnis aus FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke zieht vereint in den Wahlkampf. Denn seit Mittwochabend haben sie alle einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 7. Juni in Taucha: Tobias Meier.

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FDP-Stadtrat Tobias Meier (Mitte) wird für die Bürgermeister-Wahl in Taucha von den Parteien um Peter Wagner (SPD), Barbara Scheller (Grüne), Luise Neuhaus-Wartenberg (Linke) und Jürgen Kranert (FDP/von links) unterstützt.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Der derzeitige FDP-Stadtrat hatte in den letzten Wochen nach Bekanntgabe seiner Kandidatur in diesen Parteien um Unterstützung geworben. Offenbar mit Erfolg. So trafen jetzt die Ortsverbände benannter Parteien im großen Saal des Tauchaer Bowling-Dschungels. Jede Partei für sich an einer Tischreihe, jede Partei für sich wählte in geheimer Abstimmung ihren Kandidaten. Bei den Grünen, für die der Kreisverband die unterste Organisationsform ist, nahmen neben Mitgliedern aus Torgau, Oschatz und Delitzsch auch die Schkeuditzer Oliver Gossel und Paul Gabriels an der Wahl teil.

Die längsten Diskussionen vor dem Wahlgang gab es am Tisch der Linken, wo Meier noch einmal einigen Fragestellern Rede und Antwort stand. Da es dann aber aus den jeweils eigenen Reihen der Parteien keine weiteren Kandidaten gab, ging es bei allen nur noch um ein Ja oder Nein zu Meier, mit folgenden Resultaten: Die Linke: sechs Ja- und zwei Nein-Stimmen, SPD: 19 Ja-, zwei Nein-Stimmen, eine Stimme ungültig, Grüne: sieben Ja-Stimmen, zwei Enthaltungen und eine ungültige Stimme, FDP: acht Ja-Stimmen.

Der 36-jährige Kandidat dankte für das Vertrauen, nannte den Tag einen bedeutenden für die Stadt. "Gemeinsam und pragmatisch werden wir in den nächsten Jahren über Parteigrenzen hinweg Taucha in die Zukunft führen. Mit Herz und Liebe brennen wir alle für Taucha, und das müssen wir jetzt auch nach außen tragen und jeden Tauchaer ansprechen", schwor Meier schon mal auf den Wahlkampf ein.

Glückwünsche und moralische Unterstützung erhielt Meier vom ehemaligen Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich, der sich gleichfalls am 7. Juni zu einer anderen Wahl stellt. Er will für die Grünen Landrat in Nordsachsen werden. Auch Hettlich möchte dafür ein Parteien-Bündnis schmieden. Die Linken seien schon im Boot, die SPD entscheide sich am kommenden Montag.

Weiteren Zuspruch erhielt Meier auch von Sachsens Grünen-Landesvorstandssprecher Jürgen Kasek: "Auch wenn wir in unterschiedlichen Parteien sind, schätzen wir uns sehr. Dass sich dieses Bündnis zusammenfindet, ist ein starkes Signal." Weniger euphorisch blickt die Leipzigerin Luise Neuhaus-Wartenberg auf das Tauchaer Bündnis. Die Landtagsabgeordnete leitet den Ortsverband von Tauchas Linkspartei und meinte: "Ich sehe das Bündnis aufgrund der früheren FDP-Politik im Landtag kritisch. Aber ich habe mich von Tauchas Stadtratsfraktion überzeugen lassen, die ja Tobias Meier schon länger kennt", gab die 34-Jährige offen zu. SPD-Ortschef Peter Wagner begründete die Unterstützung seiner Partei für Meier so: "Wir brauchen einen gemeinsamen Kandidaten, der stark gegen die CDU positioniert werden kann, das ist bei dem allgemeinen Wahlverhalten in Sachsen nur im Bündnis möglich. Tobias Meier wird ein würdiger Nachfolger von Holger Schirmbeck werden und auch unsere Interessen vertreten", ist sich der 34-Jährige sicher.

Barbara Scheller, die Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes bezieht die Unterstützung auf die bisher gemachten guten Erfahrungen bei der Zusammenarbeit im Tauchaer Stadtrat, wo ja FDP und Grüne eine Fraktion bilden. "Wir wollen den Bürgermeistersitz nicht der CDU überlassen", meinte die 56-Jährige. Die CDU hatte bereits in einer Mitgliederversammlung ihre Kandidatin bestimmt (die LVZ berichtete). Nordsachsens Umweltamtsleiterin und ehemalige CDU-Stadträtin Antje Brumm (49) will ebenfalls in einem engagierten Wahlkampf die Tauchaer davon überzeugen, dass sie die Richtige für das Bürgermeisteramt ist.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.02.2015
Olaf Barth

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