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Volkssolidarität kündigt Vertrag

Volkssolidarität kündigt Vertrag

Der Betreiber des Tauchaer Jugendclubs hat zum Jahresende den Vetrag gekündigt. Darüber informierte diese Woche Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD).

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Leider geschlossen: Die Krankheits-Mitteilung (rechts) überdeckt die Ankündigung des geplanten Herbstferien-Programms.

Quelle: Olaf Barth

Taucha. Wie es mit der zuletzt umstrittenen Einrichtung weitergeht, sei noch nicht entschieden. Die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental bekundete Interesse, den Club weiter zu führen.

"Ja, wir haben den Vertrag gekündigt", bestätigte gestern auf LVZ-Nachfrage nun auch Jana Möbius-Winkler. Sie ist bei der Volkssolidarität Fachbereichsleiterin für Soziales. "Die Kündigung hat das Ziel, Verbesserungen in einem neuen Vertrag zu erreichen, zum Beispiel Einzelprojektförderung anstatt einer pauschalen Geldsumme. Wir würden den Club gern weiter führen", bekräftigte sie. Auch an der bisherigen Leiterin wolle man festhalten: "Sie hat uns versichert, dass sie die Chance nutzen, es anpacken und schaffen will." Die Leiterin Martina Tannert selbst konnte dazu nicht befragt werden, da sie erkrankt ist.

Dabei stand die 51-jährige besonders von Seiten des Tauchaer Jugendparlamentes (Jupa) und des Jugendmagazins MS Times in der Kritik (die LVZ berichtete). Rauchen auf dem Gelände, abweisendes Verhalten einer Gruppe junger Erwachsener, Alkoholgenuss hießen die Vorwürfe. Deshalb sei es unlängst mit allen Beteiligten zu einer Aussprache gekommen, bei der auch über Veränderungen informiert wurde. "Dabei wurde beschlossen, dass wir den Club weiter betreiben. Aber das Niveau muss angehoben und es müssen mehr Aktivitäten, mehr Projekte angeboten werden", sagte Möbius-Winkler. Vor allem aber wurde als Sofortmaßnahme das Rauchen auf dem gesamten Areal untersagt und angewiesen, jeglichen Alkohol unter Verschluss zu halten. Als eine Art Arbeitskreis sollen sich Jugendclub, Träger, Stadtverwaltung Jugendparlament und MS Times künftig zirka alle sechs Wochen treffen und über die Arbeit im Club sprechen. "Zunächst möchten wir einen Fragebogen erstellen und verteilen, um die Interessen der Tauchaer Jugend herauszufinden. Außerdem hat die Leiterin bereits für diese Herbstferien ein buntes Programm zusammengestellt. Dass das nun wegen Krankheit ausfallen muss, dafür kann sie ja nichts", erklärte die Vertreterin der Volkssolidarität. Um dann während der Schulzeit auf die Bedürfnisse Jüngerer einzugehen, seien nun auch die Öffnungszeiten verändert worden, um Anschlusszeiten an die Schule zu ermöglichen, ergänzte die 42-Jährige. Montags von 16 bis 21 Uhr, mittwochs von 13.30 bis 20 sowie freitags und sonnabends von 13.30 bis 21 Uhr stünde der Club nun offen.

Jupa-Sprecherin Sylvia Stärke wertet diese Entwicklung als ersten kleinen Erfolg. "Ohne unseren Schritt an die Öffentlichkeit wäre das sicher nicht so gekommen. Wir werden sehen, wie es weitergeht und helfen gern, dass sich alles zum Guten entwickelt", sagte die 25-Jährige gestern.

Tauchas Bürgermeister sieht in der Vertragsauflösung eine Chance für einen kompletten Neustart. Allerdings nicht zwingend mit der Volkssolidarität: "Wir bleiben im Gespräch, erwägen aber auch, den Club selbst zu führen oder die Betreibung neu auszuschreiben." Darüber werde nun auch mit den Stadträten gesprochen. Dabei spiele die künftige Finanzierung der sozialpädagogischen Stelle sowie der Projekte eine wichtige Rolle. Ziel sei es auf jeden Fall, mit dem Club eine wesentlich "jüngere Klientel" als bisher anzusprechen. Und was wird mit dem Seniorenclub, der sich gleichfalls in diesem städtischen Gebäude unter dem Dach der Volkssolidarität zweimal wöchentlich trifft? "Da werden wir eine Lösung finden", versicherte Schirmbeck.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.10.2013
Olaf Barth

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