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Vom kleinen Grenzdorf auf die großen Bühnen der Welt - Anke Lautenbach plaudert

Vom kleinen Grenzdorf auf die großen Bühnen der Welt - Anke Lautenbach plaudert

„Die Musik ist mir geschenkt worden“, sagte Anke Lautenbach am Dienstagabend zu Beginn der 16. Tauchaer Blauen Stunde des Kunst- und Kulturvereins – und man kann sagen, sie ist reich beschenkt worden.

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Gut aufgelegt: Anke Lautenbach mit Moderator Tobias Meier vom Kunst- und Kulturverein Taucha.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Hinzu kommt noch eine gehörige Portion Musikalität, Show und Entertainment, die sie von der Pike auf gelernt hat. Das spürten auch die Gäste im Café esprit, denn sie sang nicht nur einige ihrer wunderschönen Lieder, sondern es entwickelte sich im Gespräch mit dem gut aufgelegten Moderator Tobias Meier ein sehr aufgeschlossener und unterhaltsamer Dialog. „Erzähl mir mehr von dir“, heißt nicht nur der Titel einer ihrer CD's, das war auch eine der am häufigsten gestellten Fragen des Abends, von denen sie nur die Antwort auf die Frage nach ihrem Alter verweigerte. „Ich bleibe jung durch meine Lieder“, mogelte sich die sympathische Sängerin um die Aufklärung herum.In Halberstadt geboren, wuchs sie im anhaltinischen Hessen auf, einem Dörfchen im Sperrgebiet an der damaligen innerdeutschen Grenze. In der dörflichen Abgeschiedenheit und den Einschränkungen durch das Grenzregime war sie viel mit sich selbst beschäftigt, musste Mangels anderer Unterhaltungsmöglichkeiten viel improvisieren. Wenn Anke Lautenbach als Kind mit ihren Eltern im Trabbi an die Ostsee fuhr, wurde in der Pappe immer laut gesungen...Irgendwie hatte sie immer den Drang auf eine Bühne verspürt und so wurde der Erker im Wohnhaus ihrer Eltern ihr Podium, wo sie gemeinsam mit ihrem Bruder sang, tanzte und Theater spielte. Diese musischen Erfahrungen waren dann wohl mit ausschlaggebend, dass sie nach nach dem Abi in Halberstadt und einem abgelehnten Medizinstudium nunmehr an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig von 1979 bis 1984 ein Studium der Kultur-und Musikwissenschaften aufnahm. Ihren Wunsch, Tänzerin zu werden, hatte ihr die Mutter ausgeredet.Das Studium brachte es mit sich, dass sie in einem Chor sang. „Du singst zu laut“, wurde ihr damals vorgehalten. Das war dann die Initialzündung ihrer Solokarriere, denn sie bewarb sich als Sängerin bei der Leipziger Band „Robbies“. Fast jedes Wochenende hatte sie nun Auftritte, rockte auch das damals angesagte „Klubhaus Lange Reihe“ in Leipzig, hatte Auftritte an der Erdgastrasse, Gastspiele in Ungarn, Bulgarien und im „Palast der Republik“. Sie probierte viele musikalische Facetten aus und hatte dann mit der Gruppe „Funktaxi“ ihren ersten Fernsehauftritt.Die Wendezeit verursachte bei ihr keinen Bruch, so wie bei vielen Ost-Kollegen. Ein Engagement im Friedrichstadtpalast ließ sie die Wirren der Zeit nicht spüren. Die Vielseitigkeit war und ist ihr Plus, so ziemlich die gesamte musikalische Bandbreite von Jazz und Gospel über Chanson und Schlager bis hin zu Operette und Klassikadaptionen umfasst ihr Repertoire. Dass sie nur knapp 1997 mit dem Lied „Zwischen Himmel und Erde“ bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Vierte wurde, warf sie nicht aus der Bahn. Vielleicht entstand so ihr Song „Mach dich stark“, denn ihre Lieder, die ihr Heike Franchetti quasi auf den Leib schreibt, spiegeln ihre Gedanken und Gefühlen wider,„Musik ist mein Leben“, bekennt sie und nicht nur das, denn im Musical „Anatevka“, mit dem sie mit Gunter Emmerlich unterwegs ist, und den „Vineta-Festspielen“ in Zinnowitz kann sie auch ihr schauspielerisches Talent ausleben.Die nächste Blaue Stunde findet am 16. Februar statt. Zu Gast ist dann die Schriftstellerin und Lyrikerin Gisela Steineckert.

Reinhard Rädler

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