Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Vor allem Streit wegen Abstand von Bäumen
Region Taucha Vor allem Streit wegen Abstand von Bäumen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 13.03.2011
Anzeige
Taucha

Mit 24 hilfesuchenden Bürgern sei die Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken, erzählte Gremm bei der Vorlage seines Jahresberichts jetzt im Stadtrat. 2009 waren es noch vier Beratungen mehr gewesen. Seit August 2000 habe er damit in insgesamt 291 Fällen Rat und Hilfe in den regelmäßigen Sprechstunden gegeben.

Neu im Vorjahr sei gewesen, dass niemand einen Antrag auf eine formelle Schlichtungsverhandlung gestellt habe. 2009 habe es noch drei solcher Verhandlungen gegeben, die alle mit einem Vergleich abgeschlossen worden seien. Seit Beginn seiner Tätigkeit habe es 26 gegeben, so Gremm. 19 hätten mit einem Vergleich geendet, „eine 73-prozentige Erfolgsquote“, meinte er nicht ohne Stolz.

Hauptprobleme seien 2010 wie jedes Jahr die Grenzabstände großer Bäume gewesen. Darum sei es auch bei allen seinen fünf Ortsterminen im vorigen Jahr gegangen, in denen er vor Ort die Lage besichtigt habe. Seit 2000 habe er insgesamt 26 Ortstermine durchgeführt, im Jahr 2009 sei es noch einer mehr als im Vorjahr gewesen.

So genannte Tür- und Angelfälle, bei denen sich nach einem Info-Gespräch in der Schiedsstelle die beiden Streitparteien von selbst einigen, habe es im Vorjahr vier gegeben – genauso viele wie im Jahr zuvor. Insgesamt seien es damit 50 in seiner Amtszeit gewesen, so Gremm.

Bis zur Beeinträchtigung des Fernsehbildes durch große Bäume habe das Spektrum der Problemfälle im Vorjahr gereicht, erzählte Gremm den Stadträten. Wegen zu geringer Abstände meist von Nadelbäumen seien auch Beschädigungen von Fußbodenbefestigungen durch Wurzelwerk, Schattenbildung sowie Verschmutzung von Wegen und Dachrinnen angeführt worden.

Er habe wegen der zu geringen Grenzabstände großer Bäume schon 2008 das sächsische Justizministerium angeschrieben. Das sehe keinen Handlungsbedarf. „Es bleibt also bei zwei Metern Grenzabstand für alle Bäume auch über zwei Meter Höhe“, resümierte Gremm. „Für mich ist diese Entscheidung unverständlich, da die meisten Bundesländer weitaus größere Grenzabstände festgelegt haben, unter anderem zum Beispiel nach der Wuchshöhe der Bäume.“

Neben den großen, allzu nahen Bäumen der Nachbarn habe es aber auch noch andere Themen in der Schlichtungsstelle gegeben, berichtete Gremm. „Beleidigungen, Verleumdung, kleine Handgreiflichkeiten, Lärmbelästigungen, störende Kaminabgase des Nachbarn und Schneeanhäufungen am Grundstück“, listete er die Themen in seinem Bericht auf.

Es war sein vorletzter. Seine Amtszeit ende im Dezember, informierte Gremm. Er könne sich auch nicht mehr für einen neue Amtszeit bewerben, da dies in Sachsen nach der Vollendung des 70. Lebensjahres nicht mehr möglich sei. „Und da bin ich schon drüber“, sagte er schmunzelnd. Sein Stellvertreter Maik Ebert habe ebenfalls angekündigt, das Amt niederlegen zu wollen. Bei ihm sei es eine erhöhte berufliche Belastung, erklärte er.

Gremm bat die Stadt Taucha, schon jetzt Tauchaer Bürger zu ermutigen, sich für das Ehrenamt des Friedensrichters zu bewerben. Schließlich habe schon Perikles gesagt: „Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger.“

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

„Wir wollten nur vorher schon etwas tun, damit es hinterher nicht so lange dauert“, erzählte Elke Kabelitz. „Aber die Leute strömten herbei und konnten es nicht erwarten.

13.03.2011

Sehr eng gestrickt ist Tauchas Haushalt für 2011. Mit gut 19,5 Millionen Euro ist er um 1,6 Millionen Euro kleiner als im Vorjahr, ausgeglichen nur durch das Anheben der Grundsteuer um 40 Punkte auf nun 430 vom Hundert.

11.03.2011

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft zur Verwaltung der Beteiligungsunternehmen der Stadt Taucha (GVT), unter deren Dach die kommunalen Firmen wie etwa der Wohnungsvermieter IBV vereint sind, sieht nach einem Gutachten Geschäftsführer Achim Teichmann als weitgehend entlastet von den Vorwürfen des Landesrechnungsrechnungshofes an.

11.03.2011
Anzeige