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Taucha Wachenschwanz mal ganz anders - Kabarettist zu Gast in "Blauer Stunde"
Region Taucha Wachenschwanz mal ganz anders - Kabarettist zu Gast in "Blauer Stunde"
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12:11 09.12.2009
Tobias Meier (links) im Gespräch mit Clemens-Peter Wachenschwanz. Quelle: Reinhard Rädler
Taucha

Sein Gesprächsgast war immer in Bewegung, jonglierte mit Sprache und Musik, antwortete brav auf Fragen, um unversehens und ohne Überleitung, ins Kabarettistische überzugehen, ganz wie es seiner Lebensphilosphie entspricht.

"Anpacken und Loslassen – dazwischen spielt sich das ganze Leben ab", so der 1946 in Gleichamberg geborene, der sich gerne als "Süd-Thüringer mit fränkischer Trübung aus Leipzig" bezeichnet. Die Gäste erlebten einen ganz anderen Wachenschwanz, anders, als sie ihn vielleicht aus früheren Zeit kannten: Manchmal derb und hemdsärmelig, immer intelligent, aber oft direkt. Manchmal zu direkt, was ihm manche Kritik einbrachte.

In einer Zeit, als es ihm gesundheitlich gar nicht gut ging, hat er viel nachgedacht, über sich selbst, über sein persönliches Umfeld und die Wechselbeziehungen des Lebens. "Man wird gelassener, wenn man zu sich selber gefunden hat, die Sichtweisen sind anders geworden. Das wirkt sich auch auf meine Programme aus", blickt er zurück. Natürlich ist er der Solokabarettist geblieben, aber die Pointen kommen jetzt gezielter, noch durchdachter. "Naja, ich nenne die Dinge manchmal schon noch beim Namen", bekennt er aber freimütig.Aus seinem eigenen Erleben heraus engagiert er sich stark im "HAUS LEBEN LEIPZIG – dem Begegnungs- und Informationszentrum rund um Tumorerkrankungen", plant hier etliche Auftritte, um den Patienten und Angehörigen auf seine Weise Entspannung und Ablenkung zu bringen."Meine Wurzeln werden in Leipzig bleiben, schließlich lebe ich schon über 40 Jahre hier.", sagt der fünffache Vater, "Aber von meiner thüringer Heimat möchte ich nicht loslassen, entdecke heute dort Dinge, dass ich ein echtes Heimatgefühl habe, so wie ich es früher nie empfunden hatte". Er kam eben als Kind nur "Fünf Kilometer von zu Haus" weg, wie es in einem seiner Songs heißt. Dass die Thüringer mit Kabarett nicht viel am Hut haben verzeiht er ihnen; dann spielt er eben Kabarett-Botschafter in seiner Heimat. Einen Sonntag ohne "Thüringer Klöss", könnne er sich nicht vorstellen, in Leipzig hätte er aber leider fast nur Wochentage erlebt…Von1966 bis 1970 studierte er an der DHfK in Leipzig, diplomierte wohl eher in Volkssportarten, wie Volleyball und Judo. Hier traf er auch mit dem späteren Turn-Olympiasieger 1972 im Pferdsprung, Klaus Köste, zusammen, der in Begleitung seiner Frau extra wegen ihm aus Kossen nach Taucha zur Blauen Stunde gekommen war. "Es gab einen Studentenklub, da hat der Clemens immer Klavier gespielt und bei meinen GYM-Shows haben wir uns oft getroffen", freute sich der bekannte Sportsmann auf die Plauderstunde.Seine Armeezeit verbrachte Clemens-Peter Wachenschwanz als Sportoffizier, danach ging er an die DHfK zurück und als sich dort ein Kulturjob anbot, griff er zu. Nun organiserte er viele Veranstaltungen und als einmal ein Pianist beim Studentenkabarett ausfiel, sprang er ein – daraus wurden dann vier Jahre. Das Kabarett hatte ihn gepackt, er wollte das weitermachen und versuchte sich in etlichen Talenteshows, so auch in Heinz Quermanns "Heiterer Premiere". Seit 1985 ist er freischaffend und die Themen, die Wachenschwanz aufgreift, spiegeln seine Sicht auf das tägliche Leben wieder. "Politisches Kabarett ist nicht mein Ding, da muss man sehr, sehr genau hinschauen. Ich improvisiere viel lieber, was bei Alltagsthemen doch etwas einfacher ist, flechte aber aktuelle Bezüge mit ein". Sagts und haut in die Tasten seines Klavierchords was das Zeug hält und "verswingt und verbluest" mit kräftiger Stimme sogar das allbekannte "Leise rieselt der Schnee". Der ständige Wechsel zwischen Frage-Antwort, Musik und den unmerklich eingestreuten solokabaretistischen Einlagen des Entertainers kam gut beim Publikum an.Zur nächsten "Blauen Stunde" kommt am 16. Januar Sängerin Anke Lautenbach. 

Jörg ter Vehn

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