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Taucha Wahlkampf mit Farbe und Feuer
Region Taucha Wahlkampf mit Farbe und Feuer
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16:06 19.05.2015
Angebrannt - Vandalismus auch an diesem Plakat der Linkspartei. Quelle: Reinhard Rädler

Da musste sogar die Freiwillige Feuerwehr eingreifen. Aber auch anderer Vandalismus, echter und vermeintlicher, sorgt in Taucha für Gesprächsstoff.

Es war am vergangenen Freitag, als gegen 3 Uhr 25 die Freiwillige Feuerwehr Taucha mit sechs Kameraden an der Leipziger-/Theodor-Körner-Straße ein in Brand gestecktes Großplakat der Partei "Die Linke" löschen musste. Gefahr für das Umfeld bestand dabei aber nicht, informierte Stadtwehrleiter Cliff Winkler. Bis auf den materiellen Schaden am Aufsteller sowie dem Aufwand für den Feuerwehreinsatz blieb diese Spielart des Vandalismus erst einmal ohne Folgen. Eine andere Art der Zerstörungswut kann wenige Meter weiter im Umfeld des nahen Lidl-Marktes betrachtet werden. Hier wurden Plakate der NPD mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht. Und schließlich glauben Beobachter in Taucha, einen "Verdrängungswettbewerb" der besonderen Art festgestellt zu haben. Denn jener Platz an manchen Laternenmasten in der Sommerfelder Straße, an denen erst noch SPD-Mann Heiko Wittig aus luftiger Höhe herablächelte, wird nun plötzlich von der Linken-Kandidatin Susanna Karanwanskij belegt.

"Wessen Plakat in welcher Reihenfolge hängt, beeinflusst die Stadtverwaltung natürlich nicht, wohl aber die Standorte der Plakatierung", sagte gestern Albrecht Walther, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales". So dürfen dafür Verkehrszeichen nicht genutzt werden und auch keine Sichtbehinderungen entstehen. Und Rayk Bergner vom Landratsamt Nordsachsen appelliert noch einmal an alle Sympathisanten der verschiedenen Parteien, sich an die demokratischen Spielregeln zu halten: "Plakate haben dort hängen zu bleiben, wo deren Besitzer sie angebracht haben. Generell hat jeder zugelassene Kandidat das Recht, Wahlkampf zu betreiben. Das gilt es zu respektieren. Zerstörungen von Plakaten können angezeigt werden."

Karawanskij ist sich keiner Schuld bewusst. "Wir ziehen keine Plakate runter, damit ich weiter oben hängen kann. Wir gehen entweder darunter oder darüber. Ansonsten gibt es doch für alle genug Masten. Generell lehne ich Vandalismus ab, jeder hat das demokratische Recht auf Wahlwerbung", sagte die Linken-Kandidatin. Und nach einer Rücksprache mit ihrem Plakat-Team glaubte sie den Grund für das Vorkommnis in der Sommerfelder Straße zu kennen: "Heiko Wittigs Plakate sind aus Pappe und mit Kabelbinder befestigt. Wenn es regnet, werden die vollgesaugten Plakate noch schwerer und rutschen ab. Das Problem hatten wir vor Jahren auch und sind dann auf Plaste-Teile umgestiegen. Die sind allerdings windanfälliger."

Der stellenweise "nach unten gerutschte" Heiko Wittig will niemandem etwas unterstellen, sondern vielmehr mit der beauftragten Firma Rücksprache halten und Nachbesserungen einfordern. "Klar kann das schon mal runterrutschen", sagte er gestern. Anders lag sein Fall in Torgau und in Dommitzsch. Hier hatten Unbekannte Wittig-Plakate tatsächlich mutwillig abgerissen und zerstört. "Das ist schon bitter, wir haben Anzeige erstattet. Immerhin mussten wir 18 Plakate entsorgen, das sind schließlich auch Kosten", so Wittig. In Taucha hat der SPD-Kandidat nun Thomas Kreyßig vom Ortsverband gebeten, sich um die abgerutschten Plakate zu kümmern. Wittig selbst war gestern in der Region um Glesien unterwegs, da dort von seinen Plakaten noch gar nichts zu sehen war.

Olaf Barth / Reinhard Rädler

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.08.2013

Olaf Barth / Reinhard Rädler

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