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Wechsel an der Spitze des Tauchaer Volkschores

Katrin Gerstern „nur“ noch Sängerin Wechsel an der Spitze des Tauchaer Volkschores

Seit gut zwei Monaten dirigiert Meta-Elisabeth Kuritz die rund 40 Sängerinnen und Sänger des Volkschores Taucha. Die langjährige Chorleiterin Katrin Gerstner übergab am 1. Juli das Dirigat an ihre Nachfolgerin. Sie bleibt aber als Sängerin dem Chor, dem sie seit 1978 angehört, weiter erhalten.

Mit „Viva la musica“ lockert die neue Leiterin Meta-Elisabeth Kuritz  (links) die Stimmbänder der Chormitglieder. Ihre Vorgängerin Katrin Gerstner (stehend) ist weiter mit Freude dabei.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Während seines rund 42-jährigen Bestehens musste sich der Volkschor Taucha auf nur zwei Chorleiterinnen einstellen. Diese begleiteten das Ehrenamt 15 beziehungsweise 27 Jahre. Erst in diesem Jahr gab es nun den dritten Stabwechsel an der Spitze des Ensembles. Seit gut zwei Monaten dirigiert Meta-Elisabeth Kuritz die rund 40 Sängerinnen und Sänger.

Die langjährige Chorleiterin Katrin Gerstner übergab am 1. Juli das Dirigat an ihre Nachfolgerin Meta-Elisabeth Kuritz. Gesundheitliche und persönliche Gründe hatten Gerstner bewogen, kürzer, damit aber „nur“ in die zweite Reihe zu treten, denn als Sängerin bleibt sie dem Chor, dem sie seit 1978 angehört, weiter erhalten. „Ohne Musik geht es nicht“, bleibt die 54-Jährige damit ihrem seit ihrer frühesten Jugend gelebten Credo treu. Als sie 1990 kurzfristig die Chorleitung von Helga List übernahm, hatte sie von 1986 bis 1989 neben ihrem Studium als Lehrerin für Germanistik und Slawistik schon Elementarlehrgänge für Chorleitung und Dirigat im Leipziger Stadtkabinett für Kulturarbeit absolviert und sich an einer Spezialschule für Leiter künstlerisches Volksschaffen vervollkommnet

Die neuen Bedingungen in der Kulturlandschaft Anfang der 90er Jahre forderten sie zusätzlich heraus, denn um Finanzierungen mussten sich die ehemaligen Volkskunstkollektive vor 1990 kaum Sorgen machen. Das war nun anders. Die Chormitglieder hatten in dieser Zeit zudem ihre beruflichen Probleme zu verkraften. Da war der Kopf nicht immer frei für Chorproben, und Auftrittsmöglichkeiten waren auch rar. Unter all diesen Umständen stand damals für die neue Chorleiterin die bange Frage: „Werde ich als Chorsängerin nun auch als Leiterin akzeptiert?“ Die Antwort versteht sich mittlerweile von selbst, denn die lange Zeit, in der sie den Chor geführt und geformt hat, ist Bestätigung genug, dass sie angenommen wurde. Es ist dem Ensemble bei seinen Auftritten auch anzusehen, dass die Sängerinnen und Sänger mit Begeisterung das gemeinsam mit ihrer Chorleiterin erarbeitete Repertoire vortragen. „Das ist eben für mich das Reizvolle an der Chorleitung, dass ich gemeinsam mit dem Chor meine Empfindungen in der Interpretation der Lieder umsetzen kann“, schilderte die Tauchaerin ihre Motivation. „Und wenn der Chorsatz für die einzelnen Stimmen ins Ohr geht, dann stehen auch alle voll dahinter und sie staunen manchmal selbst, was man ihnen noch für stimmliche Reserven entlocken kann“, erzählt sie immer noch voller Begeisterung. Nun will sie allerdings ohne Wenn und Aber ihrer Nachfolgerin das Feld überlassen.

Dass der Volkschor Taucha einen Chorleiter suchte, erfuhr Meta-Elisabeth Kuritz im Frühjahr am „Schwarzen Brett“ in der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, an der sie noch zwei Jahre Kirchenmusik studiert. In einem musikalischen Elternhaus in Cottbus und später in Thüringen aufgewachsen, erlernte die heute 25-Jährige schon mit fünf Jahren Klavier und Blockflöte, spielt mittlerweile auch Orgel. Inzwischen lebt und studiert sie in Leipzig. Ihr Leben ist die Musik, denn auch im Leipziger Kammerchor ist sie dabei und im MDR-Kinderchor betreut sie eine Sängergruppe.

„Das spannende an der Leitung eines Chores ist, dass man Töne erzeugt, ohne ein Instrument zu spielen. Als Dirigentin hat man den Klang quasi in der Hand“, beschreibt sie aus ihrer Sicht das Amt des Chorleiters. Wenn dann das Publikum mitgeht, sei es ein gutes Gefühl und eine Bestätigung, vieles richtig gemacht zu haben. Die „Neue“ hatte sich ihren Einstieg schwerer vorgestellt, soch die zurzeit 37 aktiven Chormitglieder kamen von Anfang an mit ihr zurecht. Ihre Feuertaufe bekam sie schon vier Wochen vor ihrem eigentlichen Amtsantritt, als sie im Rahmenprogramm zur Feier des 20. Jahrestages des Heimatvereins einige Gesangsstücke dirigierte.

Mit seinem breiten Repertoire hat der Chor mit deutschen Volksliedern, Werken alter Meister und Folklore anderer Länder in vielen Veranstaltungen in Taucha, aber auch im Leipziger Gewandhaus, in der Dresdner Kreuzkirche oder in Tauchas Partnerregion Chadrac/Espaly viele Menschen begeistert. Sicher werden ein paar neue Elemente im Repertoire des Chores dazukommen, aber umkrempeln will Kuritz das gewachsene Profil nicht. Vielmehr freue sie sich auf die neue Herausforderung, sagte sie. Jetzt habe se schon die Vorbereitungen für die Weihnachtskonzerten des Chores in Taucha oder auch in der Reformierten Kirche in Leipzig im Blick.

Von Reinhard Rädler

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