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Weihnachtsmarkt in Taucha gut besucht – Kritik an später Festbeleuchtung

Elektriker gelobt Besserung Weihnachtsmarkt in Taucha gut besucht – Kritik an später Festbeleuchtung

Dichtes Gedränge herrschte wieder auf den beiden Standorten des Tauchaer Weihnachtsmarktes. Sowohl zum Markt als auch auf den Schlosshof strömten vergangenes Wochenende die Besucher in Scharen. Kritik gab es aber wegen der Festbeleuchtung, die erst recht spät angebracht wurde.

Dichtes Gedränge herrschte bei der Ankunft des Weihnachtsmannes auf dem Tauchaer Schlosshof.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Weil die Parthestadt seit mehr als zehn Jahren, sowohl auf dem Marktplatz als auch auf dem Rittergutsschloss, gleich mit zwei Weihnachtsmarkt-Standorten aufwartet, gab es in der Innenstadt regen „Märkte-Pendler-Verkehr“. So viele Fußgänger sind auf der Schloß- und auf der Leipziger Straße sonst kaum anzutreffen. Und wer an den Glühweinständen der beiden Märkte noch nicht gekostet hatte, konnte das unterwegs nachholen oder am Café Esprit die schwedische Glühweinvariante „Glögg“ probieren.

Der frühe Samstagnachmittag gehörte aber erst einmal den kleinen Besuchern, denn die warteten schon ungeduldig auf den Weihnachtsmann. Der kam dann endlich auch, mangels Schnee mit einer Kutsche, und wurde sofort umringt. Die meisten Kinder sagten Gedichte auf, ein paar steckten dem Weihnachtsmann sogar einen Wunschzettel zu. Die vierjährige Melissa Meckel aus Mockau sang voller Hingabe „O Tannenbaum“ und wurde natürlich mit Süßigkeiten belohnt. „Sie hat schon seit Tagen dafür geübt“, lachte Papa Mike.

Immer mehr Besucher strömten auf den Markt, auf dem 20 Händler, Schausteller und Vereine weihnachtstypische Waren, Speisen und Getränke anboten. Die Marktbuden hatten in diesem Jahr Lichterketten und grüne Ranken bekommen. Erstmals dabei der Stand der „St. Martin Gastro + Catering GmbH“ aus Leipzig, an dem es österreichische Spezialitäten, wie Kaiserschmarrn, gab. „Wir sind in Taucha gut aufgenommen worden und wollen der Grundschule Am Park einen Scheck über 200 Euro übergeben “, sagte Standbetreuer Martin Hartleib. „Das Geld werden wir für unser Projekt ,Oper macht Schule‘ verwenden, welches wir nächstes Jahr aufführen wollen“, freute sich Schulleiterin Carola Kirsten. Und am Stand vom Förderverein der Oberschule wurden, schon traditionell, selbst gebastelte Weihnachtsgestecke angeboten. Lange vor Marktschluss waren die 130 Gestecke verkauft.

Jana Wunderlich war mit ihrem Pony inzwischen mit einem anderen Weihnachtsmann in der Kutsche auf dem Rittergutsschloss angekommen, wo er unter den Klängen des Posaunenchors der evangelischen Kirchgemeinde begrüßt wurde. Auch hier war er sofort von den Kindern umringt und in der Kulturscheune wartete ein „Wunschbriefkasten“ auf ihre Weihnachtswünsche. In der Werkstatt von Annett Küas waren Kinder mit weihnachtlichen Basteleien beschäftigt. Die sechsjährige Johanna Bärwald aus Stötteritz, bemalte eifrig einen kleinen Kerzenständer. „Wir kommen jedes Jahr hierher aufs Schloss. Hier ist es gemütlich und den Kindern gefällt‘s“, schwärmte ihre Oma. Der Schlossverein hatte sich wieder alle Mühe bei der Aus- und bei der Programmgestaltung gegeben.

Die gut gewachsene, zehn Meter hohe und 24 Jahre alte Küstentanne auf dem Marktplatz kommt wie jedes Jahr aus Oberböhmsdorf bei Schleiz. Ulrich Werner, der dort eine eigene Weihnachtsbaumkultur betreibt, war mit seinem Weihnachtsbaumsortiment auf dem Markt, bevor er dort dann vom 7. bis zum 23. Dezember ständig anzutreffen sein wird.

Als am Freitag vor dem Weihnachtsmarkt-Wochenende noch immer kaum etwas von der angekündigten Festbeleuchtung in Taucha zu sehen war, meldeten sich besorgte Leser in der LVZ-Redaktion, ob es denn bis zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes überhaupt noch klappt mit den Schmuckelementen. „Wir haben selbst so ein Element gesponsert und fänden es schön, wenn am Vorabend des Weihnachtsmarkt- und ersten Adventswochenendes die Stadt zur Einstimmung bereits geschmückt wäre“, kritisierte zum Beispiel eine Anruferin.

Der seit 15 Jahren für die Montage des Festschmuckes zuständige Elektriker Lutz Ritter hatte in der Nacht zu Sonnabend gegen 1 Uhr das letzte Ornamentlicht zum Leuchten gebracht. Er begründete die Verzögerung damit, dass das tagelange Regen-Wetter während der Vorbereitungszeit sowie logistische Probleme mit der Hubbühne bei der Lichter-Montage am Weihnachtbaum ihm einen Strich durch seine Zeitplanung gemacht hätten. Doch in in dieser Woche sollen nun auch die Ornamente in der Leipziger Straße von der Sparkasse bis hin zur Ampelkreuzung leuchten. Künftig will sich der 57-Jährige die Zeit von vornherein besser einteilen, versprach er.

Dass die Schloß- und die Leipziger Straße, die beiden „Flaniermeilen“ zwischen den Weihnachtsmärkten, nun überhaupt komplett geschmückt werden konnten, ist der Aktion „Lichtpaten“ der Stadtverwaltung zu verdanken. Nachdem im vergangenen Jahr 26 Leuchtornamente an den Straßenlaternen für weihnachtliches Flair sorgten, haben in diesem Jahr 30 weitere Privatpersonen, Firmen, Vereine und Unternehmer eine Lichtpatenschaft übernommen. In der zweiten Dezemberwoche will die Stadtverwaltung an einem noch festzulegenden Termin alle Sponsoren zum Glühwein einladen, informierte Stadtsprecher Nico Graubmann. Bis zum 9. Januar soll der Weihnachtsschmuck leuchten.

„Auch mich hatte es geärgert, dass die Festbeleuchtung nicht wie vereinbart am Donnerstag brannte. Aber es gab mit der Montage von 30 neuen Ornamenten an den Masten, mit der auf LED-Lampen umgestellten Weihnachtsbaumkette und den Lichtern an den Hütten viel zusätzliche Arbeit“, sagte Tauchas Bürgermeister Tobias Meier (FDP). Die Stadt werde nächstes Jahr stärker auf die Einhaltung des Zeitplans drängen. Ansonsten habe er, sagte Meier, auf den gut besuchten Standorten Markt und Schlosshof viel positive Resonanz erhalten. Darunter von vielen Gästen auch aus Halle, dem Saalekreis und dem Leipziger Umland.

Von Reinhard Rädler und Olaf Barth

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