Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha Wenig Einsätze: Rettungswache Taucha in Gefahr
Region Taucha Wenig Einsätze: Rettungswache Taucha in Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 14.09.2010
Notärzte nur wenig genutzt: Ein Rettungswagen aus Taucha eilt zum Einsatzort. Quelle: Jörg ter Vehn
Anzeige
Taucha

Das meint die Arbeitsgemeinschaft Sächsischer Krankenkassen für die Notärztliche Versorgung (Arge NÄV).

Aktuell sei keine Änderung am Status der Rettungswache geplant, versichert Dieter Geißler vom Eigenbetrieb Rettungswesen des Kreises. Derzeit werde der Rettungsbereichsplan für das Jahr 2011 erarbeitet, in dem Taucha aus Sicht des Landratsamtes weiterhin an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden besetzt sein soll. Das letzte Wort habe der Kreistag, der darüber befinde, und die Landesdirektion, die anschließend den Plan unter Beteiligung der Krankenkassen prüfe.

Die Arge Näv hatte unlängst ein Papier vorgelegt, wie die Notarztversorgung im Kreis langfristig gesichert werden könne. Darin wird unter anderem vorgeschlagen, die 24-Stunden-Besetzung von Taucha zu prüfen. Geschäftsführer Markus Cording macht dafür vor allem die geringen Einsatzzahlen verantwortlich. „Wir haben das über den Zeitraum von einem Jahr analysiert: Es gibt pro Zwölf-Stunden-Schicht zwischen 1,2 und 1,7 Einsätze in Taucha“, erzählt er. „Bei den unmittelbaren Nachbarn sind es zwölf“, rechnet er vor.

Die für ihn schlechte Auslastung sei auch der Grund, warum von den 140 offen gemeldeten Diensten im Vorjahr eine Großzahl auf Taucha entfielen. Denn die Ärzte verdienten nicht pauschal, sondern je nach Einsätzen – und da gebe es im Durchschnitt in Taucha eben nur wenige. Am Ende seien allerdings nur etwa 20 Schichten offen geblieben, die von anderen Wachen mitabgedeckt wurden, so Cording.

Er sieht das Problem auch weniger im Standort Taucha, als in der Ausrichtung der Wache. „Derzeit ist sie nur für einen Radius in Richtung Kreis zuständig“, erklärt er. „Wir hätten kein Problem, wenn Taucha wieder wie früher eine Rettungswache mit 360 Grad Einsatzgebiet wäre“, sagt er. Das hieße auch Einsätze im Leipziger Randgebiet – die so gut wie nicht stattfinden.

Es mache keinen Sinn, wenn mit Geldern der Krankenkassen im Rettungsdienst sinnlose Strukturen aufrecht erhalten würden, sagt Cording: „Im Rettungsdienst sollte es keine Grenzen geben.“ Die Wache Taucha werde im Großraum gebraucht, Landrat und Oberbürgermeister müssten sich darüber aber verständigen, meint er.

Da stehen die Zeichen eher auf Sturm. Grund: Die Wache Taucha erhält ihre Einsätze von der Leitstelle Delitzsch. Laut Freistaat soll diese aufgelöst werden, die Arbeit künftig eine neue Großleitstelle in Leipzig übernehmen. Landrat Michael Czupalla wehrt sich jedoch dagegen.

Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[image:php96aodh20100913153009.jpg]
Taucha. Busfahrt ist nicht gleich Busfahrt. Diese Erfahrung musste jetzt Brigitte Lippmann aus Plösitz machen.

13.09.2010

Bernd Totzke schüttelt den Kopf und kritzelt mit seinem Bleistift eine Zahl auf einen Zettel. Dann blickt er wieder auf die Tanzfläche. Dort tanzen befrackte Herren mit Fliege und herausgeputzte Damen in bunten Ballkleidern.

13.09.2010

Strenger, präziser, umfangreicher: Tauchas Stadträte verabschiedeten am Mittwochabend eine neue Polizeiverordnung für die Parthestadt. Sie soll dazu dienen, immer wieder vorkommende Misslichkeiten wie Lärm, Abfall, Hundedreck, Ratten- oder Ungezieferbefall zukünftig auch ahnden zu können.

10.09.2010
Anzeige