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Wetterresümee 1. Halbjahr: Frühjahr zu spät, zu kalt und zu nass

Wetterresümee 1. Halbjahr: Frühjahr zu spät, zu kalt und zu nass

Der Tauchaer Wolfram Lenk erfasst seit 35 Jahren Wetterdaten für den Deutschen Wetterdienst (DWD). Seine Bilanz für das erste Halbjahr: Das Auffälligste des ersten Halbjahres war das nach einem überaus deftigen Winter um fast drei Wochen verzögerte nasse und kalte Frühjahr mit Sonnenscheindauer unter den Normalwerten und der rasche Wechsel zu hochsommerlichen Verhältnissen mit Spitzentemperaturen von 30 bis 32 Grad Celsius und akuter Trockenheit.

Taucha. Aktuell bringt das Hochdruckgebiet Yaris gar schwüle Hitze mit Temperaturrekordwerten und hohen Waldbrandstufen.

Wenn auch seit Anfang Juni sommerliches Wetter vorherrscht und die Natur den Einfluss so mancher Wetterextreme auf das Pflanzenwachstum auszugleichen vermag, so sind die diesjährigen Auswirkungen des langen Winters und des nachfolgenden Frühjahres mit längeren Niedrigtemperaturperioden und Nässe unübersehbar.

Fast 70 Tage hielt der Winter mit durchgängig geschlossener Schneedecke bis zu 28 Zentimetern und mit Temperaturen bis -17 Grad an. Noch am 6. und 7. März wurden wir mit Schneefall (10 Zentimeter Schneehöhe) und Temperaturen bis -11 Grad überrascht. Laut Angaben des DWD war Sachsen mit einer Durchschnittstemperatur von -2,1 Grad Deutschlands Kältekammer. Erst um den 20. März, zwei bis drei Wochen verspätet, setzte frühlingshaftes Wetter mit mittäglichen Spitzentemperaturen von 15 bis 22 Grad ein.

Der April war mit Durchschnittstemperaturen von 1,5 Grad über dem Limit geringfügig wärmer als normal und mit nur 32 Millimetern Niederschlag viel zu trocken. Die Sonnenscheindauer betrug im Verhältnis zu den üblichen Werten 140 Prozent. Das typische Aprilwetter blieb aus. Ganz anders, mit teilweise abnormen Verhältnissen, zeigte sich der Mai. Der „Wonnemonat“ vermittelte uns eher einen Eindruck von Novemberwetter. Zu Beginn der Eisheiligen (11. bis 15. Mai) und danach präsentierte er sich kühl und regnerisch. Er war mit einer Durchschnittstemperatur von 3,3 Grad kühler als normal; die Sonnenscheindauer betrug nur 55,4 Prozent. Dafür regnete es mit 103,5 Millimetern fast doppelt so viel wie in anderen Jahren. Ähnlich hohe Mainiederschläge gab es in den letzten 35 Jahren nur 2007 (102 Millimeter). Dagegen regnete es 1990 nur ganze 4,4 Millimeter.

Nicht unerwähnt sei, dass der Aufprall gegensätzlicher Luftmassen mit hoher Luftfeuchte und großen Temperaturunterschieden in Nordsachsen am Pfingstmontag zu einem Tornado mit Schäden in Millionenhöhe führte. Taucha blieb glücklicherweise davon verschont. Beim Rückblick auf die Geschichte der Stadt muss aber an den Tornado vom 12. Mai 1912, bekannt als „Windhose“ von Sehlis, erinnert werden, der nahezu den gesamten Ort verwüstete.

Die Niederschlagswerte der Frühjahrsmonate März bis Mai lagen in Taucha mit 189 Millimetern viel zu hoch. Im Juni dagegen waren sie mit nur 29 Millimetern absolut zu niedrig, nachdem es drei Wochen lang bis nach dem Siebenschläfer nicht geregnet hatte. Die langjährigen normalen Junimengen für Taucha liegen mit 61 Millimetern doppelt so hoch.

In Bezug auf die derzeit vorherrschende Großwetterlage Ende Juni – um den Siebenschläfer herum – sagen die Meteorologen des DWD mit hoher Wahrscheinlichkeit tolle Wochen in Bezug auf Schönwetter voraus und das mit einer Trefferquote von 60 bis 70 Prozent, so anfechtbar die alte Bauernregel auch sein mag.

Nach Ablauf des ersten Halbjahres wurden in Taucha bis zum 30. Juni 297,1 Millimeter Niederschlag gemessen. Das sind entsprechend des langjährigen Mittelwertes von 289 Millimetern annähernd normale Verhältnisse. Im Vergleich dazu lagen die Niederschlagsmengen im ersten Halbjahr 1987 bei 417 Millimetern und 1996 lediglich bei 166 Millimetern.

Wolfram Lenk

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