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"Wir brauchen weniger Häuptlinge, dafür mehr Indianer"

"Wir brauchen weniger Häuptlinge, dafür mehr Indianer"

Die Freiwilligen Feuerwehren Taucha und Merkwitz genießen nicht nur in ihrem Einsatzgebiet eine hohe Wertschätzung, wie die Gästeliste zu ­ihrer Jahreshauptversammlung am Freitagabend zeigte.

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Anne Seifert wird zum Brandmeister befördert: Holger Schirmbeck (links) und Cliff Winkler wechseln die Schulterstücke.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. Neben der Ordnungsdezernentin des Landkreises Nordsachsen, Angelika Stoye, waren auch Kreisbrandmeister Ingo Weber, Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD), der Vorsitzende des Innenausschusses im sächsischen Landtag, Rolf Seidel (CDU), das Landtagsmitglied Thomas Kind (Die Linke) sowie Vorsitzende und Mitglieder der im Stadtrat vertretenden Fraktionen der Einladung gefolgt.

Das Resümee, das Stadtwehrleiter Cliff Winkler in seinem Rechenschaftsbericht zog, zeigte einmal mehr, dass sich die Tauchaer auf ihre Wehr verlassen können. Die 85 Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung haben ihre Einsatzaufgaben und auch die Ausbildung, oft unter Zurückstellung persönlicher Belange, erfüllt und damit einen großen Teil ihrer Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit gestellt.

Zu insgesamt 95 Einsätzen mussten die Brandschützer im vergangenen Jahr ausrücken. Acht Mal davon waren Brandmeldeanlagen eingelaufen, zwölf Ölspuren waren zu beseitigen sowie 16 Brände zu bekämpfen. Zum Glück waren diese ohne nennenswerte Auswirkungen. Ein Laubenbrand in der Anlage "Einigkeit" gestaltete sich recht schwierig, denn dort musste das Wasser über lange Wegstrecken zur Laube gebracht werden. Die Einsätze zum Juni-Hochwasser hätten sie gefordert, aber gleichzeitig auch mit der Genugtuung erfüllt, dass sie bei dieser Katastrophe helfen konnten; sei es beim Befüllen von Sandsäcken in den Kiesgruben Eilenburg und Löbnitz oder bei Deichwachen. Auch Ordnungsdezernentin Stoye würdigte den Katastrophen-Einsatz der Tauchaer Kameraden. Die Zusammenarbeit der Tauchaer mit den Nachbarschaftswehren sei vorbildlich. Für die technische Ausstattung stellte sie Fördermittel des Landkreises auf der Grundlage der Förderrichtlinie Feuerwehrwesen in Aussicht.

Winkler beklagte aber auch das schlechter gewordene Zusammenwirken mit der Polizei, weil die Streifenbeamten, bedingt durch die neue Polizeistruktur und der damit verbundenen Schließung des Polizeireviers Taucha, oft viel zu spät oder gar nicht zu den Einsatzorten kommen. Ein Hilferuf, den auch Gastredner Rolf Seidel vernommen hatte. "Der Streifendienst muss abgesichert sein. Wir brauchen weniger Häuptlinge, dafür mehr Indianer", sagte der Innenausschussvorsitzende, dessen Gremium sich für eine Evaluierung der Polizeireform einsetze.

Mit Erstaunen und Freude zugleich vernahmen die Anwesenden, dass es bei der Jugendfeuerwehr schon "Wartelisten" gibt, so groß ist der Andrang, wie von Jugendwart André Pauli zu vernehmen war. Mit 32 Mitgliedern, 24 in Taucha und acht in Merkwitz, sei man an die Grenzen der Ausbildungsmöglichkeiten gestoßen. Die Jugend sei aber eminent wichtig für den Fortbestand der Einsatzabteilung. Im vergangenen Jahr konnte der aktive Stamm durch zwei Floriansjünger aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt werden.

Bürgermeister Schirmbeck dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft und deren Familien für ihr Verständnis. Die Verwaltung und der Stadtrat habe die technische Ausrüstung immer im Blick und sei bestrebt, alle Möglichkeiten des Haushaltes auszuschöpfen. Die Alters- und Ehrenabteilung leiste einen guten Beitrag zur ­Erforschung der Tauchaer Feuerwehrgeschichte. Der ehemalige Stadtwehrleiter Wolfgang Pauli, zeigte sich stolz, dass mit der Oskar-Breitenborn-Straße, der Begründer der Tauchaer Feuerwehr im neuen Wohngebiet "Parkblick" gewürdigt wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.02.2014
Reinhard Rädler

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