Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Taucha „Wir sind eben Gartenfreaks“
Region Taucha „Wir sind eben Gartenfreaks“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 26.07.2010
Anzeige
Taucha

en. Der Schrebergarten 187 mit 300 Quadratmetern lässt die 55-Jährige den Alltag vergessen. „Und seitdem tun mir auch nicht mehr meine Bandscheiben weh“, sagt die Leipzigerin lachend, die den Weg seither mit den Fahrrad meistert. Stolz steht Borisch am Sonnabend vor ihrem rosafarbenen Flox. Zum Glück hat dieser die Hitzewelle der vergangenen Wochen überlebt. Gelitten hatte die Hobby-Gärtnerin mit ihren Pflanzen, sogar „Halte-Durch-Gespräche“ habe sie geführt und die Gewächse mit dem Schlauch gegossen, um die Lieblinge am Leben zu erhalten. Das „schlechte“ Wetter komme wie gerufen. „Der Regen war so gut für uns.“ sagt sie glücklich. Aufgrund ihrer finanziellen Situation könne sich die Arbeitslose keinen Urlaub leisten – brauche sie auch nicht. Auf ihrer eigenen Hollywoodschaukel sitzen und träumen sei Erholung pur.

Die veränderten Wetterverhältnisse lockt auch Familie Billich in ihren Garten Nummer 144. Unkraut muss gezupft, dazu geharkt und Johannisbeeren geerntet werden. Seit 21 Jahren fahren Herbert und Christina Billich am Wochenende und mittwochs in ihre kleine Anlage. Aber Urlaub können sie sich hier nicht vorstellen. Einmal hätten sie es versucht, eine Woche lang. „Das war einfach zu langweilig,“ meinte Ehefrau Billich, denn: „Im Urlaub will ich etwas Neues sehen.“

Etwas anders ist es bei Wolfgang Hellriegel. Der 62-Jährige lässt auch bei Wind und Wetter seinen ins Herz geschlossenen Garten nicht im Stich, schon wegen seiner vielen geliebten Kaninchen. Seit 1989 schwingt sich der Rentner nahezu täglich auf sein Rad und düst in sein kleines Erholungsgebiet. „Wo soll ich denn sonst hin?“ fragt Hellriegel. So sei er weg von der Straße sowie weg von der Couch und dem Fernseher. Da verdumme er wenigstens nicht. Sein langjähriger Freund Günther Alschner lachte: „Wir sind eben Gartenfreaks“.

Regen oder Schnee störe die beiden nicht. Dafür gäbe es ja ein Vordach und eine Heizung. Außerdem halte ja der Weizenkorn den Körper von innen warm. Natürlich, erzählen sie, fahren die beiden Männer auch gerne mal in den Urlaub, gemeinsam mit ihren Frauen, aber zu Hause sei es doch am schönsten. Zu Hause oder eher im Garten? „Natürlich im Garten“ entscheiden die Freunde und stießen mit Bierchen an. Karoline Maria Keybe

Karoline Maria Keybe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Parkplatzunternehmen Wemax aus Halle macht Ernst. Wie kürzlich berichtet hat die Firma die Vermarktung der Stellflächen am Kino an der Karl-Große-Straße übernommen und will Autofahrer, die unberechtigt ihr Auto auf dem Privatgelände parken, zur Kasse bitten oder abschleppen lassen.

24.07.2010

Egal ob einen Staudamm, eine Hochwasserschutzwand, das Völkerschlachtdenkmal, das weltgrößte Delphinarium oder ein simples Becken im Schwimmbad. Es gibt fast nichts, was René Werner und seine Angestellten noch nicht abgedichtet haben.

23.07.2010

Die Arbeiten am Kirchturm St. Moritz in Taucha schreiten voran. Während im frühen Sonnenlicht das von Baugerüsten eingezäunte Kupferdach weithin hell rötlich leuchtet, schwitzen drei Metalldreher in ihrer Wurzener Werkstatt bei der Herstellung der Zierteile.

23.07.2010
Anzeige