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Wissenschaftler hören ganz genau hin

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Ganz aufmerksam in den Boden der Kiesgrube Pönitz gehorcht haben gestern Studenten der Uni Greifswald und Wissenschaftler des Helmholtz-Instituts für Umweltforschung Leipzig.

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Experiment mit Rumms: Das Fallgewicht am Jeep schlägt auf die Platte, die das Ereignis auf den Boden überträgt. 48 so genannte Geophone nehmen den Schlag wahr, ein Computerprogramm errechnet daraus die Bodenbeschaffenheit.

Quelle: Jörg ter Vehn

Taucha. Ihre Ziele: Erkenntnisse über die Bodenbeschaffenheit zu gewinnen und die dafür nötigen Verfahren zu verbessern.

Immer wieder fällt das 40-Kilogramm-Gewicht auf die Bodenplatte. Bei Kontakt löst dort ein Schalter die Messung im Computer aus. 48 so genannte Geophone, montiert im Meterabstand, melden dann dem Computer, was von dem Schlag auf den Boden bei ihnen noch ankam. Mit diesem seismischen Verfahren könne die Beschaffenheit des Untergrunds bestimmt werden, erklärt Diplom-Geologe Jörg Hausmann. Die Studenten würden im Rahmen eines Praktikums lernen, damit umzugehen.

Hausmann will dieses bekannte Verfahren kombinieren mit Bohrungen, bei denen Sonden ins Erdreich hinabgelassen werden, um etwa Druck, elektrische Leitfähigkeit oder anderes zu messen. „Um die Zahl der Bohrungen zu minimieren, wollen wir die Ergebnisse ergänzen mit den seismischen Verfahren“, erklärt er. Dabei heraus kommen sollen interpolierte Daten, wie bei der Geographie oder der Optik üblich. „Ob und wie es gelingt, wollen wir in den nächsten Jahren erforschen“, sagt Hausmann, der über das Thema seine Promotion anstrebt.

Das Rösl-Gelände sei „phantastisch“ dafür, sagt Abteilungsleiter Peter Dietrich vom Helmholtz-Institut, dankbar für die Kooperation mit Rösl. Ton- und Kiesgruben enthielten starke Variationen der typischen Elemente der Leipziger Region. Zugleich gebe es durch die Firma Rösl viele Bodenanalysen, an denen die Ergebnisse der Untersuchungen überprüft werden könnten. „Wir können unsere Theorien an der Praxis überprüfen“, meint Dietrich. Die Arbeit werde gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Jörg ter Vehn

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