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Taucha Zu viel Regen: Fremdwasser überfüllt Abwasserkanäle
Region Taucha Zu viel Regen: Fremdwasser überfüllt Abwasserkanäle
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07:00 10.03.2011
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Leipzig/Taucha

Seit August im Vorjahr habe es ja eigentlich fast nur geregnet, übertrieb Thomas Fieberg, Fachbereichsleiter für das Kanalnetz der KWL, bewusst ein bisschen. Vielerorts hätten daher Grundstücke unter Wasser gestanden, Drainagen versagt, „und die Leute pumpen das Wasser aus ihren vollgelaufenen Kellern natürlich ins Netz ab“, erklärte er. Dafür habe er ja Verständnis, „aber es hat uns Riesenprobleme bereitet“, erläuterte er gestern vor Pressevertretern.

Denn in vielen Neubaugebieten gebe es ein getrenntes Regen- und Abwassersystem. Letzteres sei bemessen für die Zahl der Anlieger, plus eines Puffers von rund 20 Prozent. In den letzten Monaten seien aber solche Mengen zusätzlich eingeleitet worden, dass die KWL einen um 40 Prozent höheren Energieverbrauch bei den Pumpstationen zu verzeichnen gehabt hätten. „Wegen der zusätzlichen Mengen liefen die Kläranlagen an ihrer Obergrenze und standen kurz vor dem Totalausfall“, sagte Fieberg.

In Markranstädter Ortsteil Altran-städt sei das Wasser gar über Wochen wieder aus der Kanalisation ausgetreten. Rund 100 Haushalte seien dort angeschrieben worden, um mit ihnen bis zum Sommer über Maßnahmen zu reden, so Andreas Berthold, ZVWALL-Geschäftsführer. Denn nicht nur Verband und KWL hätten eine Verantwortung, auch die Grundstücksbesitzer. Gemeinsam müsse nach Lösungen gesucht werden, um das Problem zu lösen, appellierte er.

Er sprach sich auch dafür aus, sich wieder auf ältere Entwässerungssysteme zu besinnen. „Vielleicht sollten wir auch wieder an Straßengräben in den Städten denken“, sagte er. Versickerungsflächen könnten beispielsweise schon bei der Wohngebietsplanung einbezogen werden. Das alles sei eine relativ aufwändige Sache, aber jeder könne helfen und bei sich auf dem Grundstück schon nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Die KWL würden eine kostenlose Beratung dazu anbieten, versprach Fieberg.

In Taucha gebe es Probleme vorwiegend am Gärtnerweg mit alten Felddrainagen (die LVZ berichtete). Hier sehe er den Landbesitzer in der Pflicht, für Abhilfe zu schaffen, sagte Fieberg. Das Überleiten in das Kanalnetz wie seit Silvester ginge langfristig nicht, weil das Netz dort zum Trennsystem gemacht werde. Es fehle nur noch ein Stückchen Rohr, sagte Fieberg.

Berthold appellierte auch an die Kommunen, ihre Gewässer besser zu pflegen, damit sie Regen auch zuverlässig abtransportieren.

Jörg ter Vehn

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