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Taucha Züchter Bernd Dietrich gibt Lipsia-Vorsitz ab
Region Taucha Züchter Bernd Dietrich gibt Lipsia-Vorsitz ab
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00:22 29.07.2018
Geflügelzüchter Bernd Dietrich und seine Frau Christel mit zwei ihrer Tiere und dem „Tierzuchtpreis“ des Freistaates Sachsen. Quelle: Foto: André Kempner
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Taucha

Er ist bei Fragen rund um die Geflügelzucht eine Koryphäe weit über Leipzigs Grenzen hinaus: der Tauchaer Bernd Dietrich. Gemeinsam mit seinen Züchterfreunden aus Leipzig und der Parthestadt machte er die Rassegeflügel-ausstellung „Lipsia“ in der Messestadt zu einer Schau mit Weltruf. Nun ist der 78-Jährige ins zweite Glied zurückgetreten.

„Ich bleibe schon noch im Kollektiv und gestalte weiter die Lipsia-Schau mit und bin auch noch Zuchtwart im Leipziger Verein“, will Dietrich natürlich von einem endgültigen Abschied nichts wissen. Das ist nach über 60 Jahren im Leipziger Rassegeflügelzüchterverein 1869 und der weiteren leidenschaftlichen Pflege des Hobbys daheim auch gar nicht möglich. Zahlreiche Hühner und Tauben bevölkern die Volieren auf seinem Grundstück. Und selbstverständlich stand Dietrich im Verein seiner Heimatstadt viele Jahre an der Spitze. Doch bei der jüngsten Vorstandswahl des Tauchaer Rassegeflügelzuchtvereins Ornis 1891 gab Dietrich den Vorsitz ab, den er von 1999 bis 2015 und noch einmal von 2016 bis Mitte 2018 inne hatte.

Tierzuchtpreis verliehen

Auch seine Frau Christel, seit 30 Jahren an seiner Seite und jahrelang die zuverlässige Schriftführerin und Mitstreiterin, gab ihr Amt ab. Als Nachfolger für diese Funktionen wählten die aktuell 43 Mitglieder ein anderes Ehepaar: Beate Schade führt jetzt die Protokolle und Bücher, Ihr Mann Thomas den Verein. Der 55-Jährige spricht mit großem Respekt über seinen Vorgänger: „Zu Bernd kann man nur aufschauen. Ich möchte mal dahin kommen, wo er schon ist. Sein riesiger Erfahrungsschatz und seine gezeigten Leistungen suchen ihresgleichen. Und man kann mit jeder Frage zu ihm kommen.“

Dietrichs ehrenamtliche Leistungen bei der Organisation der Züchterschauen, seine fachliche Kompetenz als Sachsens Schulungsleiter für Preisrichter, seine internationale Tätigkeit als begehrter Preisrichter und vieles mehr haben dem Parthestädter zahlreiche Ehrungen eingebracht: die „Goldene Feder“ als hohe Auszeichnung für Züchter oder den Titel „Bundesehrenmeister“ vom Verband der Rassegeflügelzüchter. Im vorigen Jahr erhielt Dietrich auf der „agra“ in Leipzig vom Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft mit zwei anderen Geehrten die höchste Auszeichnung, die der Freistaat auf diesem Gebiet zu vergeben hat: den „Sächsischen Tierzuchtpreis“.

Zehn Jahre Lipsia-Chef

Dietrich habe sich besondere Verdienste um die Lipsia-Schau, der größten Rassegeflügelschau der Welt, erworben. Von 1999 bis 2008 trug er in Leipzig zehn Jahre als Ausstellungsleiter die Verantwortung. „Dank seiner Arbeit genießt die Lipsia heute Weltruf bei der deutschen und internationalen Züchterschaft für Rassegeflügel“, heißt es in der Begründung für die Ehrung. „Das organisieren die Vereinsmitglieder alles ehrenamtlich“, gibt Dietrich die Lorbeeren weiter.

Gemeinsam mit seiner Frau möchte er seinen Erfahrungsschatz an Jüngere weitergeben. Zu den Schauen in Taucha werden gezielt Kindereinrichtungen eingeladen. „Mit unserer Zucht tragen wir zur Erhaltung der Rassen aus der ganzen Welt und damit zur Bewahrung eines Kulturgutes bei. Damit kann man von Klein auf beginnen Ich hatte schon als Siebenjähriger meine ersten Tauben“, berichtet der gelernte Konstruktionsschlosser, der ein ruhiger, freundliche Zeitgenosse ist.

Diplomatische Krise mit Japan riskiert

Wenn ihn aber etwas ärgert, dann riskiert er auch schon mal eine diplomatische Krise zwischen Staaten. So geschehen zu Zeiten, als noch Barbara Künast (Bündnis 90/Die Grünen) Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war. „Da tauchten aus Berlin plötzlich Listen auf, auf denen einige unserer Hühnerrassen als ,Qualzuchten’ aufgeführt wurden, weil etwa die Länge der Beine oder Schwänze dieser Tiere nicht den üblichen Vorstellungen entsprachen, zum Beispiel bei den Chabos. So ein Unsinn. Da habe ich dem japanischen Botschafter mal einen Hinweis gegeben“, erzählt Dietrich lächelnd.

Die Chabos gelten als uralte Nationalrasse in Japan und sind dort neben den Koi-Karpfen ein hohes Kulturgut – und das sollte eine „Qualzucht“ sein? Die Liste wurde schnell aktualisiert und einige Hühnerrassen wieder gestrichen, freut sich der Züchter noch heute über den gelungenen Coup.

Von Olaf Barth

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