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Zwölf Künstler im Schloss

Zwölf Künstler im Schloss

Als ein "Farbtopf an Vielseitigkeit" bezeichnet sich das Leipziger Atelier Nord selbst, wovon sich die Besucher der Kulturscheune des Tauchaer Rittergutes am vergangenen Wochenende überzeugen konnten.

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Michael Schreckenberger (ganz rechts) erklärt dem Tauchaer Wolfram Lenk, dessen Frau Sigrid und Inken Schöneberger (links) aus Klütz seine Bilder.

Quelle: Reinhard Rädler

Taucha. In einer Gemeinschaftsausstellung waren die Künstler Michael Schreckenberger, Alban Seyboth, lagqaffe, Dina Vier, Martin Hermling, CHR-15, Mikee, SoeArt, Kai Meier, Falk Anders, Jeannette Krämer und Artem Haag mit ihren Arbeiten vertreten.

"Ich konnte vor zwei Jahren in einer Ausstellung 'Kunst mit Genuss' hier in diesem herrlichen historischen Ambiente meine Werke wunderbar in Szene setzen", erklärte der Künstler und Galerist Michael Schreckenberger. "Das war damals die erste Kunst-Ausstellung in der Kulturscheune überhaupt", so Jürgen Ullrich, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Taucha. "Wir waren von der Publikumsresonanz selbst überrascht, so dass die Frage nach einer weiteren Veranstaltung dieser Art nahe lag. Nun hat Herr Schreckenberger gleich Nägel mit Köpfen gemacht und zwölf Künstler aus seiner Galerie mitgebracht", fügte er hinzu. "Toll, dass es Vereine gibt, in denen sich Menschen finden, die solch historische Stätten erhalten. Das drückt viel Heimatliebe aus", lobte der Galerist das Engagement des Schlossvereins.

Schreckenberger, Jahrgang 1978, ist Autodidakt, sucht sich Themen und Materialien selbst, variiert und improvisiert. Ergebnisse sind unter anderem realistische Stillleben, auf denen irgendwo und irgendwie sein Markenzeichen, ein Streichholz, zu sehen ist. "Das Streichholz symbolisiert die Vergänglichkeit", erklärt der Künstler den Hintergrund seiner sympathischen Marotte.

15 bis 20 Künstler vereint die Galerie Nord mit Sitz am Wilhelm-Liebknecht-Platz. "Wir organisieren viele Ausstellungen mit unterschiedlichen Themen, von Stillleben über Abstraktes bis hin zum Fotorealismus. Am kommenden Wochenende sind wir in der Georg-Schumann-Straße 115 in der 'Nacht der Kunst' zu finden, bei der wir leerstehende Läden nutzen wollen", informierte der Inhaber der Galerie Nord über das Projekt gegen Leerstand.

Besucher Enrico Brückner war extra aus Bitterfeld angereist. Er hatte den Ausstellungstermin im Internet gefunden. "Die Ausstellung passt gut hierher", fand der 28-Jährige, der selbst künstlerisch kreativ ist. Helga Winkler aus Taucha besucht jede Ausstellung in der Parthestadt. "Das Moderne mag ich allerdings nicht so sehr", gibt sie zu.

Mitten im Raum hatte der Maler und Bildhauer Artem Haag seine Holzskulpturen platziert. Der im sibirischen Tomsk geborene und in Unterfranken aufgewachsene Künstler hat das Holzbildhauerhandwerk von der Pike auf gelernt, mit allem, was dazugehört, wie Modellieren, Drechseln und Schreinern. Seine Werke sind vor allem vom Konstruktivismus geprägt, eine weibliche Skulptur zeigt allerdings auch realistische Formen. Haags Werke sind ebenso in der Galerie des Rittergutes im Jesewitzer Ortsteil Groitzsch zu sehen.

"Hier in Taucha herrscht eine ganz besondere Atmosphäre", schwärmte auch Künstlerin Dina Vier, die den Kontakt zum Schlossverein über dessen Mitglied Hans-Jörg Moldenhauer gepflegt hat. Sie ist mit grafisch-abstrakten Bildern in der Ausstellung vertreten. "Wir freuen uns über die sehr gute Publikumsresonanz, die den Besuch der Ausstellung von vor zwei Jahren noch übertrifft", zieht Nadine Böttcher, wie ihr richtiger Name lautet, ein erstes Resümee.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.09.2013

Reinhard Rädler

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