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Wurzen 15. Brandiser Oldtimer-Treffen verbucht Teilnehmerrekord
Region Wurzen 15. Brandiser Oldtimer-Treffen verbucht Teilnehmerrekord
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09:35 29.08.2016
Liebe auf den ersten Blick: Axel Peine rollte mit dem Nachbau eines britischen Dreirades auf den Brandiser Markt. Quelle: Foto: Roger Dietze
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Brandis

Wienern und Flimmern gehört zum Oldtimer-Geschäft. Dass allerdings Axel Peine vor der samstäglichen Ausfahrt im Rahmen des 15. Brandiser Oldtimer-Treffens, die die Teilnehmer über Bennewitz und Hohburg zurück zum Brandiser Marktplatz führte, mit einem Lappen hantierte, hatte andere Gründe als die Liebe zum mehr oder weniger betagten Blech.

„Die 60 muss weg“, verwies augenzwinkernd der stolze Besitzer des vierrädrigen Nachbaus eines britischen Morgan Threewheeler auf die bereits verblasste Zahlenkombination auf dem an seinem Fahrzeug mitgeführten Lederkoffer. „Ich fühle mich deutlich jünger, weil mich aber der Anblick des Koffers immer wieder in die Realität zurückholt, muss die Zahl weg“, so der studierte Diplomingenieur, der unter anderem im Eisenacher Wartburg-Werk und zuletzt in Wolfsburg tätig war. Und der vom Auto und insbesondere dem Morgan nicht lassen kann. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, so der Brandiser, der nach eigener Aussage bis zu 1000 Stunden im Monat an seinem 1982 gefertigten Fahrzeug bastelt. „Um diese Zeit zu investieren, bedarf es einer entsprechend emotionalen Bindung.“

Eine emotionale Bindung, die zwischen dem Gros der Teilnehmer des Oldtimer-Treffens und ihren jeweiligen Fahrzeugen existieren dürfte. „Es soll ja Oldtimer-Besitzer geben, die wissen nicht einmal, wie die Motorhaube ihres Fahrzeuges zu öffnen und für die ein Oldtimer nichts anderes als eine Geldanlage ist“, beklagt Peter Krüger, Besitzer eines 1930er Buick-Cabriolets. „Für mich steht demgegenüber die alte Technik im Mittelpunkt des Interesses, und mir ist es auch sehr wichtig, selbst Hand an meine Fahrzeuge anzulegen“, so der 74-jährige Wurzener. Menschen wie Peter Krüger und Axel Peine sind Teil der „großen Familie“, als welche der Spiritus Rector des Oldtimer-Treffens, Günther Taubert, deren Teilnehmer bezeichnet. „Ich habe 2002 einige meiner Oldtimer-Kumpels auf ein mögliches Treffen angesprochen, und daraus hat sich schnell eine überregionale Geschichte entwickelt“, so der Brandiser Fahrschullehrer, demzufolge die Voranmeldungen dieses Jahr mit 70 statt der in den vergangenen Jahren durchschnittlich 50 einen neuen Rekord erreicht haben. Jede Menge Arbeit für Günther Taubert, der es sich trotz des Spätsommerwetters einmal mehr nicht nehmen ließ, den Großteil der teilnehmenden Fahrzeuge vorzustellen und ihren Besitzern einen Pokal und obendrein eine Flasche Waldsteinberger Oldtimer-Wein zu überreichen.

„Mit dieser Vorstellungsrunde heben wir uns von ähnlichen Veranstaltungen dieser Art ab“, betont Taubert, der gleichwohl einräumt, dass es für die Durchführung des Oldtimer-Treffens eines gewissen Spagats bedarf. „Man muss eine gute Mischung finden, um zum einen die Oldtimer-Besitzer bei Laune zu halten und zugleich dem Publikum über die alte Fahrzeugtechnik hinausgehend etwas zu bieten“, so der Brandiser Fahrschulinhaber, dessen Organisationsteam die diesjährige Veranstaltung in Anspielung auf das kleine Jubiläum unter das Motto „Best of 15“ gestellt hatte. Dabei nicht fehlen durfte selbstredend der langjährige DDR-Staatsratsvorsitzende, der stilecht im originalen Egon-Krenz-Volvo vorgefahren kam, ferner die Olsenbande, die der spätsommerlichen Hitze wegen einem Cabriolet den Vorzug gegeben hatte. Abgerundet wurde das Programm mit Auftritten der Schlümpfe sowie Modeschauen mit den Themen „20er Jahre“ und „Flowerpower-Zeit“.

Von Roger Dietze

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