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Wurzen 150 Jahre Feuerwehr Brandis: Zeitreise in die Geschichte
Region Wurzen 150 Jahre Feuerwehr Brandis: Zeitreise in die Geschichte
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16:03 02.05.2017
Wehrleiter Thomas Eckert berichtet von dem Wohnungsbrand auf der Jahnhöhe, zu dem die rechts stehende Einsatzuniform getragen wurde. Quelle: Foto: Ines Alekowa
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Brandis

Zu einer Zeitreise in die Geschichte der Brandiser Feuerwehr lädt seit Sonntag eine kleine Ausstellung im Foyer des Brandiser Rathauses ein. Sie soll auf die Jubiläumsfeier vom 16. bis 18. Juni zum 150-jährigen Bestehen der Wehr einstimmen und wurde nach dem letzten Kraftakt der Kameraden, dem Maibaumsetzen auf dem Markt, von Wehrleiter Thomas Eckert und Bürgermeister Arno Jesse (SPD) eröffnet. Die Exponate reichen vom simplen Löscheimer über eine Pumpe bis zur Schutzkleidung – alles aus eigenen Beständen und normalerweise im Traditionszimmer im Gerätehaus verwahrt. Fotos auf Schautafeln geben einen Überblick über den Fuhrpark, während sich auf einem Monitor historische Aufnahmen abwechseln. „Wir wollten den Besuchern die Entwicklung von den Anfängen bis heute zeigen. Da kann man schon ins Staunen kommen, unter welchen Bedingungen damals gelöscht wurde“, sagt Andreas Stein, stellvertretender Wehrleiter und Gestalter der Schau.

Diese bildet den Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen, die man, so Stein, über einen längeren Zeitraum verteilen wollte So gibt es am 10. Juni eine interne Feier mit Vertretern des Landes- und des Kreisfeuerwehrverbandes, in der Woche vor dem Festwochenende steht Kabarett auf dem Programm, und zwischendurch werden die Kita-Kinder zu einem Theaterstück ins Gerätehaus eingeladen. Nicht auf dem Plan allerdings stand der Einsatz, der am Sonnabend den Aufbau im Foyer unterbrach: „In Borsdorf war eine Pappel in die Parthe gefallen und drohte, das Flüsschen anzustauen“, berichtet Stein.

Es war eine der leichteren Übungen für die Kameraden. 2016 wurden sie zu über 80 Einsätzen alarmiert, ein Drittel davon überörtlich. „Das resultiert aus der Spezialtechnik, über die wir verfügen“, erklärt Eckert, „so steht die nächste Drehleiter erst in Wurzen.“ Dort war auch der größte Einsatz, an den er sich erinnert: 1997 der Brand in der Keksfabrik. Eine weitere Geschichte erzählt eine der gezeigten Schutzkleidungen. „Diese hat ein Truppführer während eines Wohnungsbrandes auf der Jahnhöhe getragen. Bei 600-700 Grad schmorte das Kunststoffkabel seines Funkgerätes, so dass der Kontakt abbrach und die Männer schon als vermisst galten. Sie kamen aber heil aus dem Haus, nur einer hatte leichte Verbrennungen im Gesicht.“ Die beiden Brandstifter wurden später in Brandis dingfest gemacht. „Viel Zeit, solche Erlebnisse emotional zu verarbeiten, vor allem wenn es Schwerverletzte gibt oder Kinder betroffen sind, bleibt den Freiwilligen bei der Feuerwehr neben Arbeit und Familie allerdings nicht“, weiß der Wehrleiter.

Die Wehr sehe dem Jubiläum gut ausgerüstet entgegen, zeigt sich Eckert zufrieden. Technisch sind wir auf sehr aktuellem Stand.“ Erst 2015 hatte die Wehr eine Drehleiter erhalten. Und quasi als Geburtstagsgeschenk wird zum Festwochenende ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug offiziell in Dienst gestellt wird. „Im Einsatz ist es schon jetzt“, so Eckert. Das HLF 20 sei Standard in Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung und für die oft zu Unfällen auf der Autobahn gerufene Brandiser Einsatzwehr besonders wichtig.

Auch personell ist sie mit 67 Mitgliedern, davon 44 aktiven, gut aufgestellt. „Wir haben Glück, tagsüber auf in Brandis arbeitende Kameraden zurückgreifen zu können. Wir konnten bisher noch immer auf alle Anforderungen reagieren.“ Stark mit 23 Mitgliedern ebenso die Jugendwehr, in der auch Eckart einst seine Laufbahn begann. Er feiert selbst ein kleines Jubiläum, wurde vor 20 Jahren im Festzelt bei den Aktiven aufgenommen, seit 2008 fungiert er als Wehrleiter. „Nicht zuletzt wollen wir mit den Feierlichkeiten auch aufs Ehrenamt aufmerksam machen“, sagt er. Vielleicht meldet sich danach der ein oder andere bei der Wehr, denn für Einsätze und Instandhaltung der Technik ist es gut, breit aufgestellt zu sein.“

Von Ines Alekowa

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