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Wurzen 150 Jahre Steinbruch Lüptitz
Region Wurzen 150 Jahre Steinbruch Lüptitz
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05:00 07.06.2012
Lossatal/Lüptitz

Das Unternehmen der Basalt-Actien-Gesellschaft begeht in dieser Woche sein 150-jähriges Jubiläum. Morgen wird bei einer Festveranstaltung mit Geschäftspartnern und geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft gefeiert. Am Sonnabend sind Steinbruch und Betriebsanlagen bei einem Tag der offenen Tür Besuchern zugänglich. Steine, so die Lüptitzer Chronik, werden in der Region seit mindestens 1578 in bescheidenem Maße für den Eigenbedarf beim Hausbau in sogenannten Bauernbrüchen geschlagen. 1862 gründete Friedrich Zachmann hier eine Firma, die am Breiten Berg industriell mit dem Abbau begann. Dieser Steinbruch wird bis heute als Tagebau für die Natursteingewinnung genutzt. Nahezu 85 Jahre bestimmte die Firma Zachmann bis zur Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg die Geschicke des Steinabbaus in der Region. Als volkseigener Betrieb gehörte das Werk zu DDR-Zeiten zum Kombinat Zuschlagstoffe und Natursteine, ehe es als Betriebsteil der Sächsischen Quarzporphyrwerke durch die Treuhand an einen Baukonzern verkauft wurde. Nach dessen Insolvenz ging das Lüptitzer Unternehmen 2002 an seinen jetzigen Besitzer, den größten Produzenten von Asphalt und Produkten aus gebrochenem Naturstein in Deuschland. Aus Quarzporphyr, einem Hartgestein vulkanischen Ursprungs, werden Baustoffe für den Tiefbau und den Bau von Verkehrswegen gewonnen. Große Bedeutung, so Matthias Zeipert, Technischer Leiter der Basalt AG in der Region Sachsen/Brandenburg, komme der Bereitstellung von Gleisschotter für die Deutsche Bahn zu. Mit Baustofflieferungen sei das Lüptitzer Werk an nahezu allen großen Projekten im Leipziger Raum beteiligt gewesen – am Bau des Flughafens Leipzig/Halle, der Automobilwerke von Porsche und BMW sowie der Autobahnen. Am Sonnabend steht der Betrieb von 9 Uhr bis 16 Uhr Besuchern offen. „Sie können per Pendelbus bis zur untersten Abbausohle in den Kessel des Steinbruchs einfahren", kündigt Zeipert an. Auf einem Rundweg entlang der Aufbereitungsanlage könne das Publikum an 15 beschrifteten Stationen nachvollziehen, wie Schotter- und Splittprodukte hergestellt werden. Auch die Waage, das Brecherhaus und die Siebetage sind für Publikum geöffnet. Im Festzelt zeigt das Steinarbeiterhaus Hohburg eine Schau historischer Fotos aus seinem Bestand. Parallel beleuchtet eine Beamerpräsentation die Entwicklung vom historischen Abbruch bis zur modernen Produktion. Daran hat neben Museumsleiter Matthias Müller auch der Röcknitzer Ralph Schubert eine Aktie, der in der Firma arbeitet. Jungen und Mädchen können bei einem Preisausschreiben ihr Steinbruch-Wissen testen und auf Bagger, Muldenkipper, Radlader und Diesellokomotive mitfahren. Bei einem Konzert im Festzelt spielen ab 13 Uhr die Röcknitzer Blasmusikanten auf. Mit dem Obolus für Getränke und Speisen vom Grill, so Zeipert, solle der Heimatverein Lüptitz unterstützt werden.

Ingrid Leps

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