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29-jähriger Toter von Feuerwehr in Wurzener Wohnung geborgen

Gasexplosion 29-jähriger Toter von Feuerwehr in Wurzener Wohnung geborgen

Die Feuerwehr hat nach der Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus, Friedrich-Ebert-Straße 11, einen 29-jährigen Toten geborgen. Laut Einsatzleiter Thilo Bergt werde jetzt von der Gerichtsmedizin die Identität des Mannes überprüft. Ebenfalls unklar sei zudem noch die Ursache des Unglückes, das sich am Samstagmorgen ereignete.

In der Fassade des Mehrfamilienhauses klafft ein riesiges Loch. Das THW sicherte vorerst mit Stützen die beschädigte Dachkonstruktion.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Seit Samstagabend ist es traurige Gewissheit: Die Gasexplosion im Mehrfamilienhaus Friedrich-Ebert-Straße 11 kostete einem 29-jährigen Mann das Leben. Kameraden der Feuerwehr konnten ihn in der Wohnung des zweiten Obergeschosses nur noch tot über die Drehleiter bergen. Wie Einsatz- und Stadtwehrleiter Thilo Bergt mitteilte, wurde der Leichnam gegen 18 Uhr in den Trümmern gefunden. „Auf Grund der schweren Verletzungen – Verbrennungen dritten Grades – muss nun erst die Identität der Person durch die Gerichtsmedizin geklärt werden.“

Das Unglück im Haus der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW) gegenüber der Stadtsporthalle ereignete sich am Sonnabend kurz vor 6.30 Uhr. Die Explosion riss ein riesiges Loch in die Fassade, Mauerteile beschädigten einen vorm Hauseingang geparkten BMW. „Die eigentliche Ursache wird nunmehr von den Ermittlern der Polizei untersucht“, sagte Bergt. Ersten Erkenntnissen zufolge löste Gas die Explosion aus. „Fakt ist, dass im Gebäude Erdgas anliegt, sich in der Wohnung aber auch zwei Propangasflaschen befanden“, so der 51-Jährige. „Eine davon brannte beim Eintreffen der Feuerwehr noch intensiv.“ Allein 70 Einsatzkräfte, darunter 52 Kameraden des gesamten Gemeindewehrverbandes, Rettungsdienst, das Technische Hilfswerk (THW) und Kriseninterventionsteam sowie die Polizei, waren vor Ort, die Straße musste weiträumig gesperrt werden. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Einsatzkräfte von einer vermissten Person aus. Wegen der schweren Schäden evakuierte die Feuerwehr das Gebäude.

Laut WGW-Geschäftsführer Peter Sauer, der ebenfalls zur Unglücksstelle eilte, befinden sich im Haus neun Wohnungen, darunter eine leerstehende. Sieben Mietparteien kamen vorübergehend bei Freunden und Verwandten unter. Lediglich um wichtige Gegenstände mitzunehmen, durften die Mieter ein letztes Mal ihre vier Wände betreten. Erste Sicherungen nahm das THW vor. „Über die Höhe des Schadens lässt sich im Augenblick nichts sagen“, informierte Sauer. „Momentan sind wir dabei, Ersatzwohnungen herzurichten, die für die Mieter wohl keineswegs vorübergehend sein werden.“ Außerdem nahmen die Stadt und WGW bereits Kontakt mit dem Unternehmen Kafril in Großzschepa auf, um das Dach des Unglückshauses entweder abzustützen oder notfalls abzutragen. „Wie es weitergeht, hängt sicher von den Gutachten der Statiker ab.“

Doch nicht nur Sauer machte sich am Vormittag ein Bild vom Zustand der Immobilie, sondern ebenso Oberbürgermeister Jörg Röglin. Ihn informierte die Feuerwehr gleich nach dem Alarm. Unter dem Eindruck des Geschehens sagte er: „Was hier passierte, ist schrecklich. Leider haben sich auch zwei Feuerwehrkameraden beim Einsatz verletzt.“ Insbesondere das Zusammenspiel aller Rettungskräfte nötige ihm Respekt ab, so der 46-Jährige. Eine „absolut professionelle Arbeit“, die einmal mehr Ausdruck des sehr guten Ausbildungsstandes sei. Jetzt aber gelte es trotz der tragischen Umstände, den Mietern jedwede Hilfe zukommen zu lassen.

Unterstützung erhielten die Helfer zugleich von anderer Seite. So versorgten der nahe Catering-Service von Andreas Fricke, die Oschatzer Fleischwaren GmbH und Kaufland die Frauen und Männer mit Essen und Trinken. Der Einsatz der Kameraden endete am Sonnabend kurz vor 23 Uhr. Stadtwehrleiter Thilo Bergt erinnert sich noch gut an das letzte Unglück im Zusammenhang mit Gas – Mitte der Neunzigerjahre in der Theodor-Körner-Straße. „So etwas wie am Sonnabend in der Friedrich-Ebert-Straße haben wir allerdings bisher nicht erlebt.“

Von Kai-Uwe Brandt

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