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Wurzen 400 Schützen tagen in Borsdorfs neuer Halle
Region Wurzen 400 Schützen tagen in Borsdorfs neuer Halle
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17:05 22.04.2018
Die Gemeinde Borsdorf und die Leipziger Communalgarde waren gemeinsame Gastgeber des 20. Sächsischen Landesschützentages. Quelle: Frank Schmidt
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Borsdorf

Salutschüsse und Kanonenböller der Leipziger Communalgarde hallten am Freitagabend über den neu gestalteten Marktplatz in Borsdorf. Der ortsansässige Schützenverein ließ damit wissen, gemeinsam mit der Gemeinde Borsdorf Veranstalter des 20. Landesschützentages zu sein, der mit dem Ehrensalut und einem Bürgermeisterempfang eingeleitet wurde.

Zu den Ehrengästen gehörte neben Vertretern verschiedener Schützenverbände und Persönlichkeiten aus der regionalen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auch der Präsident des Sächsischen Schützenbundes (SSB), Frank Kupfer.

Die Ehrenformation der Leipziger Communalgarde wurde außerdem von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Borsdorfer Gemeindeverband verstärkt. Doch während Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) alle an der Eröffnungszeremonie Beteiligten auf ein Glas Bier einlud, mussten sich die Floriansjünger der Realität stellen. Sirenengeheul hat sie vom Fleck weg zu einem schweren Verkehrsunfall auf der alten B 6 gerufen.

Der 20. Sächsische Landesschützentag fand in Borsdorfs neuer Zweifeldhalle statt, die erst als Tagungsort diente und danach mit einem Bürgerfest als moderne Sportstätte feierlich eingeweiht wurde.

Am Sonnabend strahlte wieder Klärchen von einem stahlblauen Himmel und rückte die für etwa vier Millionen Euro neu gebaute Zweifeldhalle in Borsdorf ins rechte Licht. Doch bevor die Einwohner am Abend die offizielle Inbetriebnahme dieser modernen Sportstätte feiern konnten, wurde sie vormittags zur Tagungsstätte des Landesschützentages.

400 Schützen aus ganz Sachsen dabei

Etwa 400 Gäste aus verschiedenen Schützenvereinen in ganz Sachsen waren gekommen. Zu den ältesten Schützenvereinen gehört beispielsweise die Privilegierte Bürger-Schützen-Gilde 1470 Wurzen. Deren Mitglieder waren auf dem Landesschützentag ebenso präsent wie Schützenbrüder aus Naunhof, Dürrweitzschen und Grimma, die den Landkreis Leipzig und damit die Region vertraten.

Zum Schützenbund gehören 365 Vereine

Jüngster Verein ist der Shootingclub Schkeuditz, der sich erst im März 2018 formierte und einen Monat später dem SSB beitrat. Sie alle gehören dem Sächsischen Schützenbund als Fachverband für sportliches Schießen und Bogenschießen mit 365 Vereinen und 16 000 Mitgliedern an, der sich als Nachfolger des 1893 in Döbeln gegründeten Sächsischen Wettin-Schützenverbundes versteht und im April 1990 als SSB neu gegründet wurde.

Obwohl die Schützen, insbesondere der Umgang mit Waffen bei vielen Bürgern heutzutage auf Unbehagen stoße, stellte Kupfer gleich zu Beginn klar, dass im SSB neben der Traditionspflege das sportliche Schießen praktiziert werde. Letzteres mit vorzeigbaren Erfolgen bei regionalen und internationalen Wettkämpfen, bis hin zu den Olympischen Spielen.

Kretschmer würdigt Erfolge

Diese Erfolge wusste auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) als Ehrengast einzuordnen. „Wo kommen die her? Aus Vereinen und Verbänden mit Tradition, wo verschiedene Generationen zusammentreffen und wo die beste Demokratiebildung stattfindet.“ Und damit diese Tradition nicht der Bürokratie zum Opfer fällt, habe der Freistaat im Bundesrat eine Gesetzesinitiative aufgehalten, mit der das Waffengesetz, so Kretschmer wörtlich, „verschlimmbessert“ werden soll.

Der Landesvater sprach in diesem Kontext von „ständigem Misstrauen, was damit gesät wird“ und für die Traditionspflege kontraproduktiv sei. In die gleiche Kerbe schlug auch Gerald Lehne als Erster Beigeordneter im Landkreis Leipzig und wusste dazu Beispiele anzuführen.

Neben Ehrungen und Auszeichnungen setzte sich die Delegiertenversammlung inhaltlich mit Satzungsänderungen auseinander, die, wie Kupfer sagte, „der neuen Zeit angepasst werden müssen, um den SSB zukunftsfähiger zu machen.“

Halle feierlich eingeweiht

Am Abend war die Sporthalle von der Tagungsstätte zum Festsaal umdekoriert. Und an den Tischen nahmen die Borsdorfer Platz. Unter ihnen viele Aktive, die sich in irgendeiner Art und Weise um den Sport verdient gemacht haben und unter großem Beifall von Bürgermeister Ludwig Martin geehrt wurden.

Borsdorf stößt an: Mit einem Festakt ist die neue Zweifeldhalle als moderne Sportstätte für den Schul- und Vereinssport eingeweiht worden. Quelle: Frank Schmidt

Zuvor aber zeigte sich der Gemeindechef fest davon überzeugt, „dass die Halle alle Anforderungen für den Schul- und Freizeitsport erfüllt. Wenn nicht gar übererfüllt“, fügte er mit einem Seitenhieb auf die Bauvorschriften spitzzüngig an. Landrat Henry Graichen (CDU) lobte den Neubau, der den Standort Borsdorf insgesamt attraktiver mache. Für die Einheimischen indes war an diesem Tag nur eines wichtig – die Halle endlich in Besitz nehmen zu können.

Symbolischer Akt: Bürgermeister Ludwig Martin (l.) bekommt von Roland Bartsch, Architekt der neuen Sportstätte, offiziell den Schlüssel überreicht. Quelle: Frank Schmidt

Von Frank Schmidt

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