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45 Jahre Kreißsaal, 3683 Kinder: Hebamme Barbara Preil geht in Rente

Krankenhaus Wurzen 45 Jahre Kreißsaal, 3683 Kinder: Hebamme Barbara Preil geht in Rente

Eine Ära geht zu Ende. Mit Barbara Preil verlässt nicht nur die leitende, sondern zugleich dienstälteste Hebamme das Krankenhaus Wurzen. 45 Jahre lang arbeitete die künftige Unruheständlerin im Kreißsaal, half bei der Entbindung von insgesamt 3683 Babys.

Das letzte von 3683 Kindern. Im Arm hält Hebamme Barbara Preil die kleine Alexa Sophie, geboren am 18. Januar im Krankenhaus Wurzen.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen.  An ihr erstes Babys kann sich Barbara Preil nicht mehr so recht entsinnen, das letzte hält die leitende Hebamme im Krankenhaus Wurzen gerade im Arm – Alexa Sophie Müller. Geboren am 18. Januar 2016, Größe 51 Zentimeter, Gewicht 3450 Gramm. Es ist Preils vorletzter Arbeitstag. Dann geht sie in Urlaub und danach in Rente.

Mit ihr endet eine Ära. Kein Wunder also, dass auf dem Tisch Blumensträuße stehen sowie ein Präsentkorb und sich in dem kleinen Raum der Geschäftsführer der Muldentalkliniken, Jörg Christian Langner, der Chefarzt der Abteilung für Gynäkologie/Geburtshilfe, Detlef Wolff, sowie Pflegedienstleiterin Annett Berger drängen. Das Wort jedoch führt die taffe 65-Jährige und erzählt aus einem bewegten Berufsleben. Am 1. März 1970 wurde der Kreißsaal ihre Arbeitsstätte für 45 Jahre, erinnert sie sich. Mit der Ausbildung zur Krankenschwester begann Preil am 1. September 1967. Es folgte ein einjähriges Praktikum und zwölf Monate Hebammen-Weiterbildung an der Uniklinik in Leipzig. „Das erste Kind brachte ich im September 1970 zur Welt.“ Seither sind es sage und schreibe 3683 gewesen – Alexa Sophie zuallerletzt. Auf die Frage hin, welche Geburt sie am meisten bewegte, muss die künftige Unruheständlerin nicht lange überlegen: „Das eigene Enkelkind, ein Sonntagskind.“ Ihm, dem kleinen Kicker bei Lok Leipzig, will sie demnächst mehr Zeit widmen. „Mir wird gewiss nicht langweilig.“

Übrigens trat die Tochter in genau dieselben beruflichen Fußstapfen wie Mutter Barbara, für die die Arbeit als Hebamme von jeher ein Traumjob war. „Meine Schwester bekam 1965 ihr zweites Kind, und ich habe damals alles hautnah miterlebt.“ Von da an reifte in ihr der Wunsch, Hebamme zu werden. Viereinhalb Jahrzehnte später kennt sie halb Wurzen „und das Umland“, wie Chefarzt Wolff anfügt. Denn mittlerweile entbinden in Wurzen auch dank der Kinderabteilung sogar Frauen aus Leipzig.

339 Geburten verzeichnete das Krankenhaus in der Kutusowstraße im Vorjahr, darunter elf Zwillinge. „Also mehr als 2014.“ Wolff geht davon aus, dass es dieses Jahr eventuell noch einen Zuwachs gibt. Auf die erfreuliche Entwicklung haben die Muldentalkliniken bereits reagiert. So finden zweimal im Monat, jeweils am ersten und dritten Mittwoch ab 19 Uhr Infoabende für werdende Eltern statt. „Treffpunkt ist in der Cafeteria. Wir starten mit Vorträgen, beantworten natürlich Fragen und zeigen zum Schluss unsere Station.“ Der Service kommt gut an. Ein weiteres Rezept für den Erfolg hält die scheidende Preil parat: „Mutter und Kind muss es stets gut gehen. Wir Hebammen sind Dienstleister – engagiert und freundlich.“ Früher, fügt sie an, gab es mehr Geburten, dafür weniger Zeit für die Frauen. „Heute ist es umgedreht.“

Und wer wird die leitende Hebamme Barbara Preil beerben? „Synke Schräpler – ganz offiziell zum 1. Februar“, verrät Pflegedienstleiterin Berger.

Von Kai-Uwe Brandt

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