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Wurzen 50. Knorpeltransplantation im Wurzener Krankenhaus
Region Wurzen 50. Knorpeltransplantation im Wurzener Krankenhaus
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00:27 18.12.2015
Glückwunsch zum medizinischen Jubiläum: Bei Annett Tus ist erfolgreich die 50. Knorpeltransplantation vorgenommen worden, wozu Jörg Christian Langner von der Klinikleitung, Oberarzt Albrecht Rosenkranz und Chefarzt Thomas Jungmann (v.r.) gratulieren. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen

Bereits seit etwa zwanzig Jahren werden in Deutschland Knorpeltransplantationen durchgeführt, dennoch gelten sie noch immer als revolutionär. Der Grund dafür sei die noch nicht weit verbreitete Anwendung, erklärt Albrecht Rosenkranz im Kreiskrankenhaus Wurzen. Der promovierte Oberarzt der chirurgischen Abteilung wendet diese Behandlungsmethode in der Wurzener Klinik seit Herbst 2011 an. Und das inzwischen zum 50. Mal. Sicher ist diese Zahl keine riesige Sensation, wohl aber ein kleines Jubiläum, auf das die Einrichtung stolz ist.

Zumeist geht es um Kniegelenke

„Das Besondere an dieser Operation ist die Erhaltung des eigenen Gelenkes. Theoretisch können alle Gelenke so behandelt werden, zumeist aber geht es um Kniegelenke. Und dafür wird körpereignes Gewebe verwendet“, erklärt der Mediziner. In Vorbereitung der Transplantation wird dem Patienten bei einem kurzen stationären Aufenthalt im Krankenhaus Wurzen Gewebe entnommen und in einem zertifizierten Labor bei Stuttgart gezüchtet. Nach etwa drei Wochen kann es implantiert werden. Was für den Laien gar nicht nach einem medizinischen Wunder klingt, sei letztendlich auch keine Hexerei. Der Fachmann hält die Transplantation „für das derzeit beste Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden mit körpereigenem Gewebe“. In der Folge könne die volle Funktion des Gelenkes übernommen werden. Etwa die Stoßdämpfer- und Wasserspeicherfunktion sowie das schmerzfreie Gelenkgleiten. Dennoch gibt es laut Rosenkranz Gründe, weshalb sich das Verfahren in der breiten Masse noch nicht durchgesetzt hat. Zum einen sei es eine Frage der Informationspolitik, viele Patienten wüssten von dieser Form der Heilung nicht viel oder gar nichts. „Eine weitere Rolle spielt sicher die Tatsache, dass diese Behandlungsmethode bis vor vier Jahren nur für Selbstzahler und Privatpatienten war. Und auch für Militärangehörige, denn ich war viele Jahre Bundeswehrarzt und habe diese Methode dort gelernt, angewendet und hierher mitgebracht.“ Aber der Experte relativiert die so genannte „breite Masse“. Zur ganzen Wahrheit gehöre, „dass es für diese Behandlung eine gewisse Limitierung gibt“, sagt der Chirurg. Zum Beispiel das Lebensalter. Nach heutigem Stand der Medizin sollte der Patient maximal 60 Jahre alt sein. „Aber ich glaube, dass sich das Alter nach hinten rausschieben wird. Dennoch müsse nicht zwingend jeder Knorpelschaden so behandelt werden. „Das ist vom Umfang des Schadens abhängig, da es für kleinere auch andere wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt.“

Heilungsprozess über zwölf Wochen

Für einen optimalen Heilungsprozess geht der Mediziner von etwa zwölf Wochen aus. Und die beginnen mit einer sechswöchigen Entlastungsphase für das Gelenk. Danach schließt sich der Belastungsaufbau einschließlich Reha-Maßnahme an. Aber die Genesungsdauer, sprich die volle Belastung sei auch ein wenig vom Beruf des Patienten abhängig. Sportlich ambitionierte Menschen müssten aber für ihre Kniebelastung eine Pause von etwa zwölf Monaten in Kauf nehmen. Für den angestrebten Erfolg der Nachbehandlung, die nach Ansicht von Rosenkranz den gleichen Stellenwert wie der medizinische Eingriff habe, „kommt der Physiotherapie und dem Sozialdienst eine entscheidende Schlüsselfunktion zu.“

Von Frank Schmidt

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