Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
50. Knorpeltransplantation im Wurzener Krankenhaus

Muldentalkliniken 50. Knorpeltransplantation im Wurzener Krankenhaus

Obwohl Knorpeltransplantationen in Deutschland schon seit zwanzig Jahren praktiziert werden, gelten sie immer noch als revolutionär. In Wurzen wird die Methode durch Oberarzt Albrecht Rosenkranz seit 2011 durchgeführt. Und das inzwischen zum 50. Mal. Ein kleines Jubiläum, auf das die Einrichtung stolz ist.

Glückwunsch zum medizinischen Jubiläum: Bei Annett Tus ist erfolgreich die 50. Knorpeltransplantation vorgenommen worden, wozu Jörg Christian Langner von der Klinikleitung, Oberarzt Albrecht Rosenkranz und Chefarzt Thomas Jungmann (v.r.) gratulieren.

Quelle: Foto: Frank Schmidt

Wurzen. Bereits seit etwa zwanzig Jahren werden in Deutschland Knorpeltransplantationen durchgeführt, dennoch gelten sie noch immer als revolutionär. Der Grund dafür sei die noch nicht weit verbreitete Anwendung, erklärt Albrecht Rosenkranz im Kreiskrankenhaus Wurzen. Der promovierte Oberarzt der chirurgischen Abteilung wendet diese Behandlungsmethode in der Wurzener Klinik seit Herbst 2011 an. Und das inzwischen zum 50. Mal. Sicher ist diese Zahl keine riesige Sensation, wohl aber ein kleines Jubiläum, auf das die Einrichtung stolz ist.

Zumeist geht es um Kniegelenke

„Das Besondere an dieser Operation ist die Erhaltung des eigenen Gelenkes. Theoretisch können alle Gelenke so behandelt werden, zumeist aber geht es um Kniegelenke. Und dafür wird körpereignes Gewebe verwendet“, erklärt der Mediziner. In Vorbereitung der Transplantation wird dem Patienten bei einem kurzen stationären Aufenthalt im Krankenhaus Wurzen Gewebe entnommen und in einem zertifizierten Labor bei Stuttgart gezüchtet. Nach etwa drei Wochen kann es implantiert werden. Was für den Laien gar nicht nach einem medizinischen Wunder klingt, sei letztendlich auch keine Hexerei. Der Fachmann hält die Transplantation „für das derzeit beste Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden mit körpereigenem Gewebe“. In der Folge könne die volle Funktion des Gelenkes übernommen werden. Etwa die Stoßdämpfer- und Wasserspeicherfunktion sowie das schmerzfreie Gelenkgleiten. Dennoch gibt es laut Rosenkranz Gründe, weshalb sich das Verfahren in der breiten Masse noch nicht durchgesetzt hat. Zum einen sei es eine Frage der Informationspolitik, viele Patienten wüssten von dieser Form der Heilung nicht viel oder gar nichts. „Eine weitere Rolle spielt sicher die Tatsache, dass diese Behandlungsmethode bis vor vier Jahren nur für Selbstzahler und Privatpatienten war. Und auch für Militärangehörige, denn ich war viele Jahre Bundeswehrarzt und habe diese Methode dort gelernt, angewendet und hierher mitgebracht.“ Aber der Experte relativiert die so genannte „breite Masse“. Zur ganzen Wahrheit gehöre, „dass es für diese Behandlung eine gewisse Limitierung gibt“, sagt der Chirurg. Zum Beispiel das Lebensalter. Nach heutigem Stand der Medizin sollte der Patient maximal 60 Jahre alt sein. „Aber ich glaube, dass sich das Alter nach hinten rausschieben wird. Dennoch müsse nicht zwingend jeder Knorpelschaden so behandelt werden. „Das ist vom Umfang des Schadens abhängig, da es für kleinere auch andere wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt.“

Heilungsprozess über zwölf Wochen

Für einen optimalen Heilungsprozess geht der Mediziner von etwa zwölf Wochen aus. Und die beginnen mit einer sechswöchigen Entlastungsphase für das Gelenk. Danach schließt sich der Belastungsaufbau einschließlich Reha-Maßnahme an. Aber die Genesungsdauer, sprich die volle Belastung sei auch ein wenig vom Beruf des Patienten abhängig. Sportlich ambitionierte Menschen müssten aber für ihre Kniebelastung eine Pause von etwa zwölf Monaten in Kauf nehmen. Für den angestrebten Erfolg der Nachbehandlung, die nach Ansicht von Rosenkranz den gleichen Stellenwert wie der medizinische Eingriff habe, „kommt der Physiotherapie und dem Sozialdienst eine entscheidende Schlüsselfunktion zu.“

Von Frank Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr