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Wurzen 750-Jahrfeier von Borsdorf startet im Tankstellen-Museum
Region Wurzen 750-Jahrfeier von Borsdorf startet im Tankstellen-Museum
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16:25 06.01.2017
Will es Anfang September krachen lassen: Frank Altner holt im Rahmen der 750-Jahrfeier von Borsdorf sein zehntes Sommerfest nach. Quelle: Roger Dietze
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Borsdorf

Die zahlreichen Sticker an seiner Traditionsweste hat Frank Altner gleich zu Beginn des Jahres aufpoliert und neu platziert. Anzeichen dafür, dass große Dinge ihre Schatten voraus werfen. Denn dem Betreiber des Borsdorfer Tankstellen-Museums fällt Anfang September die Ehre zu, mit seinem diesjährigen Sommerfest den Auftakt zur 750-Jahrfeier der Gemeinde zu bestreiten.

Dass das kommunale Jubiläum und die zehnte Auflage der Festivität in der privaten musealen Einrichtung am Borsdorfer Bahnhof in dasselbe Jahr fallen, hat mit einem besonders wilden Ritt des Amtsschimmels zu tun. In Person eines Vertreters aus dem Bereich Hygiene und Lebensmittelkontrolle ritt er beim Borsdorfer Hobby-Museologen ein und fand dann eigenen Angaben zufolge nur ein dünnes Haar in der Suppe. Der Vorgang rund um das zurückliegende Sommerfest war verbunden mit psychischem Stress und ließ Altner jedoch erst einmal Abstand von weiteren Aktivitäten nehmen. „Dafür, dass man Initiative zeigt, wird man behördenseitig auch noch in die Mangel genommen“, klagt der Museumsleiter und legt noch eins nach. „Auf diese Art und Weise vernichtet man Initiative und fördert Schwachsinn vor dem Fernseher, weil der Idealismus erstickt wird.“

Frank Altner indes ließ sich seinen Idealismus trotz der unschönen Erfahrung so schnell nicht nehmen. Und deshalb will er in diesem Jahr seinen Fans und Besuchern wieder das volle Programm bieten. Mehr noch – es soll eine „Riesen-Party“ werden. „Geplant ist ein Akustik-Konzert mit dem Gitarristen Tino Standhaft, den ich live in der Vineta-Kirche auf dem Störmthaler See erlebt habe und der mich so begeistert hat, dass ich ihn für unser Sommerfest verpflichtet habe“, so der 56-Jährige.

Den Gästen seines Party-Jubiläums wird er selbstredend wieder eine neue Fahrrad-Kreation präsentieren. Wie in den vergangenen Jahren stehen Altner für die technische Umsetzung eines neuen Zweirads sein Onkel und ein guter Freund aus Althen zur Verfügung, die die handwerklichen Arbeiten verrichten werden. Denn der Borsdorfer Museumsdirektor nennt sich der „Fraktion der Schlipsträger“ zugehörig, in welcher Funktion er schwerpunktmäßig für die Ideen, die Logistik und die Materialbeschaffung verantwortlich zeichnet. „Mir fehlen zwar noch einige Bauteile für aus der Medizin inspirierten Drahtesel, meine Gäste dürfen aber versichert sein, dass er pünktlich zum 2. September fertig sein wird.“

Demgegenüber nie ganz fertig wird der Zweenfurther, der seine Brötchen als Verkaufsleiter eines großen Mineralölunternehmens verdient, in seinem Tankstellen-Museum. Denn nach wie vor hält Altner Ausschau nach ausgewählten Stücken, die er seiner umfangreichen Sammlung hinzufügen kann. Eine Sammlung, die aufzubauen er vergleichbar spät begonnen hat. „Mich hat es Mitte der 90er-Jahre in die alten Bundesländer verschlagen, wo zu diesem Zeitpunkt begonnen wurde, die alten Anlagen zu demontieren“, berichtet er. „Aber insbesondere die Vorkriegs-Zapfsäulen hatten da schon lange ihre Liebhaber gefunden, weshalb sie heute ebenso rar wie teuer sind.“

Von Roger Dietze

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