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AZV Muldenaue investiert anderthalb Millionen Euro in Burkartshain

Abwassernetz AZV Muldenaue investiert anderthalb Millionen Euro in Burkartshain

Bis Ende März 2018 will der Abwasserzweckverband (AZV) Muldenaue den gesamten Wurzener Ortsteil Burkartshain ans Abwassernetz anschließen. Start ist am 19. Juni mit dem westlichen Bereich des Dorfes. Ebenfalls zum aktuellen Modernisierungsprogramm des AZV gehört Nitzschka.

Abzweig Fremdiswalder und Diesterwegstraße: Die beiden Trassen gehören zum ersten Bauabschnitt der Resterschließung, der Mitte Juni beginnt und voraussichtlich im Oktober endet.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen/Burkartshain. Heißer Start ist am 19. Juni. Dann beginnt der Abwasserzweckverband (AZV) Muldenaue im Wurzener Ortsteil Burkartshain mit der Resterschließung von Grundstücken ans Abwassernetz. Bereits Anfang der Woche informierte Betriebsleiter René Rätze den Ortschaftsrat über die Details der Pläne. Demnach sei das aktuelle Vorhaben in zwei Abschnitte untergliedert.

Die erste Etappe betrifft die Diesterweg-, Nitzschkaer und Fremdiswalder Straße, die Straße des Aufbaus und den Siedlerweg. Errichtet werden Schmutzwasserkanäle und die entsprechenden Hausanschlüsse. „Derzeit“, so Rätze, „befinden wir uns inmitten der Ausschreibungsphase.“ Am 1. Juni zur Verbandsversammlung erfolge die Vergabe. Das Ende der Arbeiten im westlichen Teil Burkartshains avisierte das Ingenieurbüro für Mitte Oktober, was der Betriebsleiter übrigens als „ein sportliches Ziel“ bezeichnete. Phase zwei der Erschließung umfasst den östlichen Bereich des Dorfes mit einer Besonderheit. „Wir sind nämlich angehalten, unsere Vorhaben mit dem Straßenbaulastträger zu koordinieren. Und das Landratsamt hat sich bereit erklärt, die Sachsendorfer Straße grundhaft zu erneuern.“ Folglich wirbeln hier ab 31. Juli die beiden Bauherren parallel. Ebenfalls zum Abschnitt zwei gehören die Kührener Straße bis zur Gärtnerei, die Thomas-Müntzer-Straße, Zum Tannenhof, der Garten- sowie Genossenschaftsweg.

Rätze zufolge erhalten bis zum 30. März nächsten Jahres 300 Einwohner einen Anschluss. Dafür investiert der AZV anderthalb Millionen Euro über ein zinsgünstiges Darlehen, 63 000 Euro fördert der Freistaat. Jedoch müssen die Grundstücksbesitzer gleichfalls in die Tasche greifen. Wie viel das sein wird, kann Rätze vorerst nur schätzen. „Ich gehe von 2000 bis 3000 Euro aus.“

Zum momentanen Modernisierungsprogramm des AZV zählt aber nicht nur Burkartshain. So will der Verband auch in Nitzschka baldigst loslegen. Die Planungen jedenfalls seien abgeschlossen, berichtet Rätze, und sämtliche Unterlagen im Genehmigungsverfahren. „Unser Problem vor Ort war die Suche nach einem geeigneten Standort für die Kläranlage.“ Denn im Gegensatz zu Burkartshain, von wo aus das Abwasser über Pumpstationen bis nach Wurzen geleitet wird, benötigt Nitzschka eine eigene Reinigung. Bislang wurden vier vorgeschlagene Areale abgelehnt. „Jetzt haben wir endlich ein Gelände gefunden – unterhalb der Straße Am Berg. Um allerdings den natürlichen Höhenunterschied des Terrains zu überwinden, müssen die Abwässer dreimal bis zur eigentlichen Kläranlage gepumpt werden, erläutert Rätze. Voraussichtlich Ende 2018 könnte in Nitzschka das neue Netz für 270 Einwohner fertig sein. Kosten: eine Million Euro.

Das dritte und somit letzte Projekt des AZV sieht die Erschließung in Kühren Ost – Bäckenberg bis zum Ortsausgang Bundesstraße 6 – vor. „Wahrscheinlich verlaufen die Arbeiten 2018 Hand in Hand mit dem B 6-Ausbau durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr“, kündigt Rätze schon einmal an. Danach, so der Diplomingenieur, sei die Erschließung aller Wurzener Ortsteile endgültig abgeschlossen, und der Abwasserzweckverband Muldenaue könne sich in Zukunft der Sanierung des Netzes widmen.

Von Kai-Uwe Brandt

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