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Wurzen Ab Januar startet der Umbau des alten Gasthofes zum Betreuten Wohnen
Region Wurzen Ab Januar startet der Umbau des alten Gasthofes zum Betreuten Wohnen
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13:06 21.11.2016
Schlüsselübergabe an DRK-Vorstand Bettina Belkner: Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) setzt in den Umbau des ehemaligen Gasthofes die Hoffnung, den Ortskern in Bennewitz wiederzubeleben. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Bennewitz

Anfang 2017 will das DRK Muldental mit den Umbauarbeiten im ehemaligen Gasthof Bennewitz, Leipziger Straße 15, beginnen. Vorige Woche übergab Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) die Schlüssel der vormals kommunalen Immobilie an DRK-Vorstand Bettina Belkner. Mit dem symbolischen Akt verband Rathauschef Laqua zugleich den Wunsch eines in Zukunft wiederbelebten Ortskerns dank der engen Partnerschaft zum Wohlfahrtsverband.

Immerhin sind DRK und Gemeinde schon seit längerem in Verhandlungen. Im März 2014 kündigte die karikative Organisation dann erstmals den Kauf des leer stehenden Hauses an. Das Wurzener Planungsbüro Andreas Kewitz erstellte bis dato die Projektunterlagen. Es galt Absprachen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in Grimma zu treffen, da Elemente des Saales wie Säulen und der Leuchter dem Denkmalschutz unterliegen. Und letztlich musste die Baugenehmigung beantragt werden. Die Zeit verstrich. „Doch nun kommen wir endlich in die heiße Phase“, sagt Belkner. Sobald es die Temperaturen im Frühjahr zulassen, erfolge der Start. Wenn alles klappt, könnten anderthalb Jahre später die ersten Bewohner einziehen. Insgesamt entstehen 29 Wohnungen von 32 bis 68 Quadratmeter Größe mit Balkon oder Terrasse. Über die Details des aktuellen Vorhabens möchte das Rotkreuz interessierte Einwohner im Januar informieren. Ort der Versammlung ist der Jugend- und Freizeittreff „Werner Moser“. Eben hier richtet das DRK mit Beginn des neuen Jahres außerdem ein Büro ein und nutzt die Räume für eine Tagesbetreuung von Senioren.

„Ziel soll es sein, junge und alte Leute in der Dorfstraße 29 und folglich unweit des Betreuten Wohnens zusammenzuführen“, verdeutlicht Bürgermeister Laqua das Anliegen. Den Arbeiten im über 100 Jahre alten Gasthof mit einer Nutzfläche von circa 2200 Quadratmetern sieht er daher mit Freude entgegen. „Genau dieser Baustein für Senioren hat uns bislang in Bennewitz gefehlt.“ Hierzu gehöre übrigens auch die Gründung eines neuen und vor allem eigenen Pflegedienstes für die Kommune – ebenfalls ab 2017, ergänzt Belkner. Jene Neuigkeiten, so die DRK-Chefin und Laqua d’ac­cord, seien sämtlich die Ergebnisse eines zuvor erstellten Quartierkonzeptes.

Um das Projekt „Betreues Wohnen“ zu untersetzen und den Bedarf zu ermitteln, hatte der Kreisverband bereits Ende 2014 eigens 1000 Fragebögen zur Wohnsituation und zu Wohnwünschen in Umlauf gebracht. 221 Personen (36 Prozent) im Alter über 65 Jahre beteiligten sich daran. Laut Statistik lebten zum Stichtag 18. September 2014 insgesamt 1966 Menschen in Bennewitz, darunter 605 im Rentenalter. Belkner: „Dies entspricht einem Anteil von 31 Prozent.“ Prognosen des Landkreises zufolge steige dieser Wert bis 2015 auf 34,5 Prozent an. „Und darauf müssen wir als Kommune jetzt reagieren“, betont Laqua. Aus gutem Grund: Denn schon jetzt erhoffen sich von den damals befragten Senioren 192 mehr Sitzgelegenheiten im Ort, 105 würden bessere Einstiegsmöglichkeiten in Bus und Bahn begrüßen sowie 196 den Ausbau der Angebotsstruktur in Form einer Apotheke oder eines Drogeriemarktes. Und 162 Teilnehmer erwarten eine Verbesserung der Anzahl altersgerechter Wohnungen. „Hinsichtlich fehlender altersgerechter Wohnungen werden spezielle Altenwohnungen, Servicewohnen mit Betreuung, Mehrgenerationenwohnprojekte und traditionelle Alten- oder Pflegeheimplätze gleich mehrfach angeführt“, zitiert Belkner die Studie. Darüber hinaus befürwortete das Gros die Umwidmung des Jugendtreffs in ein Begegnungszentrum der Generationen mit Ansprechpartner für alle Quartiersbewohner.

„Natürlich weiß ich, dass die 29 künftigen Wohnungen im ehemaligen Gasthof Bennewitz nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind“, sagt Laqua zum Schluss. „Aber es ist ein Anfang, der unserer Ortsmitte einen neuen Charakter verleiht.“ Zumal das Echo nicht auf sich warten lässt: „Es gibt nämlich einige Ideen ortsansässiger Gewerbetreibender, mit ganz bestimmten Angeboten zur Renaissance des Platzes und damit zum DRK-Projekt Betreues Wohnen beizutragen.“

Von Kai-Uwe Brandt

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