Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Ab Juli beginnt in Wurzen die Erneuerung von mehreren Altstadtgassen
Region Wurzen Ab Juli beginnt in Wurzen die Erneuerung von mehreren Altstadtgassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 28.01.2016
Die Johannisgasse in Wurzen gehört zum Sanierungsvorhaben, welches im Juli dieses Jahres beginnen soll. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Anzeige
Wurzen

Bereits im Juli dieses Jahres soll mit der Sanierung gleich mehrerer Straßen in der Wurzener Altstadt begonnen werden. Darüber informierte Michael Zerbs vom Straßen- und Wasserbau der Kommunalverwaltung unlängst die Mitglieder des Technischen Ausschusses zu ihrer Sitzung im Ratszimmer 151 des Stadthauses.

Das Vorhaben betrifft die Schuhgasse, die Johannisgasse und in Teilen die Finstere Gasse, Kannengießergasse sowie An der Mauer. Zum Umfang der Arbeiten gehören Fahrbahn und Gehwege, Entwässerung, Beleuchtung und Grünanlagen. Insofern sitzen laut Zerbs der Abwasserzweckverband Muldenaue und der Versorgungsverband Eilenburg-Wurzen mit im Boot. Kostenpunkt: insgesamt 570 000 Euro, wovon 125 000 an Fördergeldern und 327 000 Euro aus dem Programm Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen (SEP) fließen. Mit dem Förderbescheid rechnet das Stadthaus im April. Los gehe es dann im Juli, so Zerbs. Und zwar in der Schuhgasse. Hierfür müsse jedoch schon im Vorfeld der Parkplatz gesperrt werden, da auf dem Areal die Baustoffe gelagert werden. Das Gesamtprojekt unterteilt sich in drei Abschnitte und endet Dezember. Damit die Mandatsträger einen Eindruck erhalten, wie die Gassen in Zukunft aussehen könnten, hatte Zerbs extra Pflastersteine mitgebracht und reichte sie herum. Einen aus China sowie einen aus Deutschland.

Denn gerade am Herkunftsland der Ware entzündete sich bislang in Wurzen stets Meinungsstreit, zuletzt beim Wettinerplatz. Daher betonte Zerbst: „Wir schreiben grundsätzlich keiner Firma vor, woher sie die Steine bezieht. Sondern geben lediglich Qualitätsangaben vor.“ Fakt sei aber, betonte er, dass das Pflaster aus deutschen Steinbrüchen gut und gern um fünfzig Prozent teurer ist als der asiatische Export. Zum Beweis ließ sich Zerbs von einem renommierten Großlieferanten derzeitige Preise pro Quadratmeter schicken – 217,10 Euro bei deutschen und 112,15 Euro bei chinesischen Steinen. Für die Investition in der Innenstadt würde dies folglich ein Mehraufwand von 100 000 Euro bedeuten. Wert lege die Stadt vor allem auf die Oberflächenbeschaffenheit und Farbgebung, merkte der Fachmann noch an. Demnach gleiche das geplante Gassenpflaster jenem auf dem Marktplatz.

Im Nachgang entspann sich in der Runde der Mandatsträger eine Debatte um das Für und Wider. Dabei fragte unter anderem CDU-Fraktionschef Matthias Rieder nach, ob die oft recht schmalen Fußwege verbreitert würden. „Etwas“, gab Zerbs zur Antwort. Schließlich lasse die enge Bebauung der Altstadt wenig Spielraum, und der Denkmalschutz hätte ebenso ein Wörtchen mitzureden. Mehr Platz für Passanten gebe es zum Beispiel an der Einmündung von der Domgasse in die Johannisgasse. Dort wolle der Eigentümer der Liegenbank 4 wieder eine Mauer um sein Grundstück ziehen. Derzeit befindet auf dem Gelände eine Ringelnatz-Stele und der überdimensionalen Teppichklopfer. Einen zwei Meter breiten Streifen erhält die Stadt. Wohin dann die metallene „Teppichblüte“ des Wurzener Kunstprojektes Anknüpfungspunkte – eine Erinnerung an die Geschichte und Tradition der Teppichfabrik – kommt, wusste Zerbst nicht zu sagen. Im Übrigen, informierte Stadtplaner Carl Rößler ferner, erhebe die Verwaltung im aktuellen Fall keine Straßenausbaubeiträge, da sämtliche Gassen im Sanierungsgebiet „Altstadt Wurzen“ liegen und die Hausbesitzer bereits sogenannte Ausgleichsbeträge entrichteten.

Von Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei und 32: Zwischen diesen beiden Zahlen liegt in diesen Tagen im Wurzener Lichtwer-Gymnasium eine kleine technische Revolution. Sie bezeichnen das Gigabyte-Ram-Volumen, sprich die Größe des Arbeitsspeichers des Servers, der bislang in der Bildungsstätte seinen Dienst verrichtete, sowie von dessen Nachfolger.

24.01.2016

In der Debatte um die Zukunft der beiden Orchester im Landkreis Leipzig gibt es noch viel Diskussionsbedarf. Das machen auch die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen deutlich. Grundlage dafür ist ein Gutachten, das sich mit Szenarien für die Zukunft der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters befasst.

23.01.2016

Eine 16-Jährige befand sich Donnerstagmorgen in Wurzen auf dem Weg zur Schule, als in der Bahnhofstraße mit einem Böller nach ihr geworfen wurde, der wenige Meter neben ihr explodierte. Kurz darauf bemerkte sie zwei junge Männer hinter dem Fenster einer Erdgeschosswohnung.

22.01.2016
Anzeige