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Wurzen Abrissarbeiten in der Wurzener Teppichfabrik
Region Wurzen Abrissarbeiten in der Wurzener Teppichfabrik
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16:04 07.06.2010
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. Seit einigen Wochen allerdings herrscht dort Bewegung.

Die Aktionen gehen von zwei Wurzener Handwerkern aus. Sie gaben gegenüber der LVZ jetzt erste Informationen preis – allerdings nicht ihre Namen für eine Veröffentlichung frei.

Das Treffen findet mitten in den Ruinen statt. Regentropfen zerplatzen auf den Stahlträgern der Hallenreste, die wie Skelette wirken, so ganz ohne Dach und teilweise ohne füllende Mauerwände. Das riesige, rund elf Hektar große Gelände transportiert beispielhaft den Charme einer Industriebrache. Die beiden jungen Männer betonen: „Wir sind ganz am Anfang und wollen noch nicht über ungelegte Eier sprechen." Das komme in der Öffentlichkeit, in Wurzen nicht gut an. Erst in ein bis zwei Jahren gäbe es wirklich Konkretes zu erzählen. Dass die beiden nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit agieren, ist ihnen klar. Deshalb gibt es doch ein paar Bröckchen für den neugierigen Reporter.

Schon 2008 hatten die Unternehmer den Komplex im Visier. Der eine, weil er gleich gegenüber wohnt, blickt bis heute täglich auf die Reste der einst berühmten Fabrik. „Ja, wir haben uns schon 2008 das Vorkaufsrecht gesichert", berichten sie. Als die Umgehungsstraße S11 fertig wurde, sei die Fläche noch interessanter geworden. Schließlich ging das Kaufgeschäft im März dieses Jahres über die Bühne. Über die Summe, die sie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), überwiesen haben, schweigen die beiden. Auch eine Größenordnung ist nicht zu erfahren. Nur so viel: „Das ging alles ganz unproblematisch. Wir haben das Areal samt Hallen ordentlich beräumt gekauft.

Die Angaben bestätigt Martina Schubert-Fischer von der BimA. „Wir hatten das Objekt seit August 2003 in der Verwaltung." Es sei nicht einfach gewesen, das Gelände zu verkaufen. Es sei zwar im sächsischen Altlasten-Kataster erfasst, berge aber keine Gefahren. „Ich drücke den Käufern die Daumen für die Umsetzung ihrer Pläne", sagt sie.

Inzwischen haben die Abrissarbeiten begonnen. Vor allem die maroden Dächer und Mauern sind abgetragen worden. Eine skurrile Geometrie aus stählernen Knochen eröffnet sich dem Betrachter. Ein zweiter Hallenkomplex ist in besserem Zustand. Teile davon sind nach der Wende entstanden. Dort bleiben Dächer und Mauern wo sie sind. Ebenfalls zum Gelände gehört eine landwirtschaftliche Fläche. Kühe eines Roitzschers weiden dort.

„Wir wollen das gesamte Areal schrittweise wieder nutzbar machen. Es wird aber definitiv kein produzierendes Gewerbe hier einziehen. Als Lagerbereich eignet sich das Gelände sehr gut", erklären die beiden, die keine Nutzungsauflagen erfüllen müssen. Auch zeitlich will sich das Duo nicht unter Druck setzen lassen. Das habe logistische und finanzielle Gründe. Fördermittel flössen nicht. Alles werde aus privater Tasche finanziert. Der Rest ist Schweigen. Die Wurzener dürfen gespannt sein, was aus dem Teppichfabrik-Areal künftig mal wird. Dazu scheint aber Geduld nötig.

Drago Bock

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