Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Abrissarbeiten in der Wurzener Teppichfabrik

Abrissarbeiten in der Wurzener Teppichfabrik

Wurzen. Seit Jahren ist es einer der Schandflecke Wurzens schlechthin. Zwischen Alter Nischwitzer Straße, der Straße An der Mulde und der neuen S11-Umgehungssraße gammeln die alten Produktionshallen der ehemals berühmten Wurzener Teppichfabrik vor sich hin.

. Seit einigen Wochen allerdings herrscht dort Bewegung.

Die Aktionen gehen von zwei Wurzener Handwerkern aus. Sie gaben gegenüber der LVZ jetzt erste Informationen preis – allerdings nicht ihre Namen für eine Veröffentlichung frei.

Das Treffen findet mitten in den Ruinen statt. Regentropfen zerplatzen auf den Stahlträgern der Hallenreste, die wie Skelette wirken, so ganz ohne Dach und teilweise ohne füllende Mauerwände. Das riesige, rund elf Hektar große Gelände transportiert beispielhaft den Charme einer Industriebrache. Die beiden jungen Männer betonen: „Wir sind ganz am Anfang und wollen noch nicht über ungelegte Eier sprechen." Das komme in der Öffentlichkeit, in Wurzen nicht gut an. Erst in ein bis zwei Jahren gäbe es wirklich Konkretes zu erzählen. Dass die beiden nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit agieren, ist ihnen klar. Deshalb gibt es doch ein paar Bröckchen für den neugierigen Reporter.

Schon 2008 hatten die Unternehmer den Komplex im Visier. Der eine, weil er gleich gegenüber wohnt, blickt bis heute täglich auf die Reste der einst berühmten Fabrik. „Ja, wir haben uns schon 2008 das Vorkaufsrecht gesichert", berichten sie. Als die Umgehungsstraße S11 fertig wurde, sei die Fläche noch interessanter geworden. Schließlich ging das Kaufgeschäft im März dieses Jahres über die Bühne. Über die Summe, die sie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), überwiesen haben, schweigen die beiden. Auch eine Größenordnung ist nicht zu erfahren. Nur so viel: „Das ging alles ganz unproblematisch. Wir haben das Areal samt Hallen ordentlich beräumt gekauft.

Die Angaben bestätigt Martina Schubert-Fischer von der BimA. „Wir hatten das Objekt seit August 2003 in der Verwaltung." Es sei nicht einfach gewesen, das Gelände zu verkaufen. Es sei zwar im sächsischen Altlasten-Kataster erfasst, berge aber keine Gefahren. „Ich drücke den Käufern die Daumen für die Umsetzung ihrer Pläne", sagt sie.

Inzwischen haben die Abrissarbeiten begonnen. Vor allem die maroden Dächer und Mauern sind abgetragen worden. Eine skurrile Geometrie aus stählernen Knochen eröffnet sich dem Betrachter. Ein zweiter Hallenkomplex ist in besserem Zustand. Teile davon sind nach der Wende entstanden. Dort bleiben Dächer und Mauern wo sie sind. Ebenfalls zum Gelände gehört eine landwirtschaftliche Fläche. Kühe eines Roitzschers weiden dort.

„Wir wollen das gesamte Areal schrittweise wieder nutzbar machen. Es wird aber definitiv kein produzierendes Gewerbe hier einziehen. Als Lagerbereich eignet sich das Gelände sehr gut", erklären die beiden, die keine Nutzungsauflagen erfüllen müssen. Auch zeitlich will sich das Duo nicht unter Druck setzen lassen. Das habe logistische und finanzielle Gründe. Fördermittel flössen nicht. Alles werde aus privater Tasche finanziert. Der Rest ist Schweigen. Die Wurzener dürfen gespannt sein, was aus dem Teppichfabrik-Areal künftig mal wird. Dazu scheint aber Geduld nötig.

Drago Bock

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Von Redakteur Drago Bock

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

18.08.2017 - 06:44 Uhr

Klinger/Mißlitz-Elf möchte nach dem Auftaktsieg der Vorwoche gegen die Landesliga-Reserve von der Thaerstraße nachlegen.

mehr