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Abschied nach 43 Dienstjahren: Burkartshainer Schulleiterin geht in Rente

Schule zur Lernförderung Abschied nach 43 Dienstjahren: Burkartshainer Schulleiterin geht in Rente

„Na, das ist doch schon mal ein Anfang“, lachte Liane Hennig, als ihr ihre Schüler aus Klasse 7 mit einem Zeugnis bescheinigten, den Mathekurs mit Auszeichnung bestanden zu haben. Am Donnerstag ging die langjährige Leiterin der Schule zur Lernförderung in Burkartshain nach 43 Dienstjahren in die verdiente Rente.

Blumen zum Abschied – Schulleiterin Liane Hennig (vorn, Mitte) im Kreise ihrer (Ex-)Kollegen.

Quelle: Ines Alekowa

Wurzen/Burkartshain. „Na, das ist doch schon mal ein Anfang“, lachte Liane Hennig, als ihr ihre Schüler aus Klasse 7 mit einem Zeugnis bescheinigten, den Mathekurs mit Auszeichnung bestanden zu haben. Am Donnerstag stand die langjährige Leiterin der Schule zur Lernförderung in Burkartshain ausnahmsweise mal nicht vor der Klasse, sondern saß in der hintersten Reihe. Denn die 63-Jährige geht nach 43 Dienstjahren in die verdiente Rente. Die 117 Schülerinnen und Schüler – von der ersten Klasse bis hin zu Ehemaligen – hatten zur feierlichen Verabschiedung ein 75-minütiges Programm aus Instrumentalstücken, Gesang und Tanz einstudiert sowie für Hennig und ihre Gäste zusammen mit den Hauswirtschaftslehrern Kuchen gebacken. Und eben auch eine Unterrichtsstunde nachgestellt. Der Knaller im Wortsinne war ein selbst gemachtes Feuerwehr auf dem Hof.

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Am Donnerstag ging die langjährige Leiterin der Schule zur Lernförderung in Burkartshain – Liane Hennig – nach 43 Dienstjahren in die verdiente Rente. Die 117 Schülerinnen und Schüler hatten zur feierlichen Verabschiedung ein 75-minütiges Programm einstudiert und auch eine Unterrichtsstunde nachgestellt.

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„Das Programm soll Sie an einen ganz besonderen Tag erinnern“, so die Schüler. „Wir wollen uns bedanken für alles, was wir bekamen, für Ihre Freundlichkeit, für Ihren Mut, Widerstände zu überwinden und dafür, dass Sie immer geduldig zuhörten.“ Und sie hatten sogar ein paar Ratschläge parat: „Lassen Sie den Wecker Wecker sein und nehmen Sie sich Zeit für Haus und Garten.“ Dazu passten nicht nur die Unmengen an Blumen, die Liane Hennig bekam – teils in selbst getöpferten Schalen, im Rahmen eines Ganztagsangebotes mit der Schaddelmühle entstanden –, sondern, angelehnt an das bekannte Lied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ auch eine Gießkanne mit Klingel und eine Harke mit Beleuchtung. „Toll gemacht“, lobte Hennig ein letztes Mal und versprach: „Ich werde euch bestimmt ab und zu besuchen. Man brauchte Hennig nicht zu fragen, ob ihr der Abschied schwer fällt – nicht nur einmal musste sie zum Taschentuch greifen.

Dabei hätte sie als junge Lehrerin gewiss nicht gedacht, dass sie ihr Arbeitsleben einmal an einer Förderschule beenden würde. Die gebürtige Schaddelerin war in Altenburg für die Unterstufe ausgebildet worden und 1973 in Kobershain bei Torgau in einem Kinderheim als Lehrerin eingesetzt worden. „Nach den ersten 14 Tagen habe ich gesagt, hier komme ich nicht wieder her“, erinnerte sie sich. „Aber dann habe ich mich doch zu den Kindern hingezogen gefühlt. Einmal hat eine schwierige Schülerin gesagt: ,Sie sind wie eine Mutter für uns.’“

Eine nicht unbedeutende Zeit hatte die Pädagogin zwischendurch selbst noch einmal auf der Schulbank gesessen. Da sie über keine Spezialausbildung für behinderte Kinder verfügte, nahm sie 1981 bis 1985 ein Fernstudium zum Diplomlehrer für intellektuell Geschädigte auf. Und da dieses eine Lehramt nach der Wende nicht ausreichte, ein zweites über geistige Entwicklung inclusive Referendariat. Als sie 2006 als stellvertretende Schulleiterin nach Burkartshain kam, wollte sie eigentlich nur ein kurzes Gastspiel geben und sich für die in Torgau ausgeschriebene Leiterstelle bewerben. Die Erfahrung, die ihr dafür aber noch fehlte, konnte sie 2008 für Burkartshain vorweisen, als hier der Stuhl im Direktorat frei wurde. Sie begleitete damit die Förderschule am Standort Burkartshain fast von Anbeginn an. 2005 waren die Förderschüler aus Zschorna, Kühren und der Sternwartenschule Wurzen 2005 in die umgebaute und sanierte ehemalige Mittelschule gezogen.

„Ich wollte dazu beitragen, dass sie sich hier wohlfühlen und optimale Voraussetzungen zum Lernen haben“, beschrieb Hennig ihr Ziel und verwies zum Beispiel auf interaktive Tafeln, mit denen mittlerweile viele Räume ausgestattet sind. Ihrem Nachfolger Joachim Krahn, der vom Staatlichen Förderzentrum Greiz kommt, wünschte sie, „dass er viel Freude an den Schülern hat, ihre Stärken nutzt, an ihren Schwächen arbeitet und Begonnenes fortsetzt“. Denn in angefangene und für gut befundene Dinge Kontinuität zu bringen, zum Beispiel in die Teilnahme an sportlichen Veranstaltungen auf Kreis-und Landesebene, sei ihr immer wichtig gewesen. Sie hatte sich auch erfolgreich eingesetzt, dass die Burkartshainer Einrichtung neben einer Engelsdorfer und einer Leipziger in das kooperative berufsvorbereitende Jahr aufgenommen wurde. „Das gibt Schülern die Möglichkeit eines nahtlosen Übergangs ins Berufsleben“, erklärte sie.

Sie geht jetzt den umgekehrten Schritt. Hennig, die in Schildau zu Hause ist, freut sich, nun für ihren großen Garten mehr Zeit zu haben, vielleicht mal mit der Tochter verreisen zu können. Im Übrigen lasse sie die Schule nicht ganz los, verriet sie. „Einer meiner beiden Enkel kommt in die Schule, und da ist Oma sicher gefragt.“ Und für den Fall, dass es Liane Hennig trotzdem langweilig wird, hatten ihre 17 Kollegen eine Idee: Sie schenkten ihr ein Telefon. „Wählen Sie die Nummer der Schule, stellen Sie laut“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Katrin Thiel, „und schon haben Sie Jubel und Trubel.“

Von Ines Alekowa

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