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Wurzen Abwehrzentrum ermittelt gegen bewaffnete Rechtsextreme in Wurzen
Region Wurzen Abwehrzentrum ermittelt gegen bewaffnete Rechtsextreme in Wurzen
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Die Männer wurden am Samstagnachmittag in der Wurzener Innenstadt fotografiert.  Quelle: Sören Kohlhuber
Leipzig

Sachsen neues Extremismus- und Terrorabwehrzentrum (PTAZ) hat Ermittlungen gegen eine Gruppe von mutmaßlichen Rechtsextremen aufgenommen, die am Samstag bewaffnet durch Wurzen patrouilliert sein sollen. Die Männer hatten erst versucht, eine antirassistische Demonstration in der Stadt lautstark verbal zu stören. Anschließend wurden die zum Teil vermummt auftretenden Personen auch mit verschiedenen Waffen auf der Straße beobachtet. Entsprechende Fotos kursieren seit Tagen in den sozialen Netzwerken. Wie Polizeisprecher Uwe Voigt am Montag gegenüber LVZ.de sagte, wurde die Anfangsermittlungen der Polizei Leipzig nun an das PTAZ übergeben. 

 „Es geht um Baseballschläger, Teleskopschlagstöcke und möglicherweise auch um Messer“, so der Behördensprecher weiter. Die etwa sieben bis acht Personen starke Gruppe sei später von den Beamten gestellt und einer Identitätsfeststellung unterzogen worden. „Waffen wurden zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr gefunden“, so Voigt weiter.

Drohungen gegen Journalisten

Die Behörden haben deshalb mehrere Fotos eines Berliner Fotojournalisten sichergestellt, auf denen die Personen klar mit Waffen zu erkennen sind. Wie Fotograf Sören Kohlhuber gegenüber LVZ.de erklärte, hätten die Männer nach dem Ablichten Drohgesten in Richtung der Gruppe von Journalisten gemacht: „Eine Person mit blauer Jacke und Messer nahm es an seinen Hals und machte zu mir eine Halsabschneide-Gestik.“

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Zur Identität der Männer wollte die Polizei keine Angaben machen, aktuell werde vorerst noch gegen unbekannt ermittelt. Als die Bilder am Samstag in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, gab es Mutmaßungen, einige der abgebildeten Personen seien führende Neonazis aus dem Raum Leipzig und Umgebung.

Die Demonstration mit dem Thema "Irgendwo in Deutschland – Gegen den rassistischen Normalzustand" war laut Polizeiangaben friedlich verlaufen. "Allerdings wurden 30 Identitätsfeststellungen rund um die Kundgebung durch die Polizei durchgeführt. Vorwiegend betraf das Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und der Begehung von Ordnungswidrigkeiten", hieß es am Samstagabend.

Das Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) wurde erst im Oktober 2017 gegründet und soll die Arbeit vom bisher in Leipzig beheimateten Operative Abwehrzentrum (OAZ), der Polizeidirektion Leipzig und des Landeskriminalamtes (LKA) bündeln. Bis 2020 sollen insgesamt rund 400 Ermittler im PTAZ arbeiten und sich um linken und rechten Extremismus genauso wie um religiös-islamistischen Extremismus kümmern. Formal firmiert das neue Zentrum als Abteilung des Landeskriminalamtes.

Von mpu