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Ärger um Wurzener Ringelnatzhaus geht weiter

Heftiges Echo Ärger um Wurzener Ringelnatzhaus geht weiter

Die Nachricht aus der Stadtverwaltung, eine Ausschreibung zum Verkauf des Ringelnatz-Geburtshauses vorzubereiten, hat Wut und Entsetzen beim Ringelnatzverein Wurzen ausgelöst. So jedenfalls formulierte es die Gemeinschaft in einer ersten Reaktion im sozialen Netzwerk Facebook.

Das Ringelnatz-Haus in Wurzen: Der Schrifststeller Joachim Ringelnatz (1883-1934) hieß eigentlich Hans Bötticher und wurde hier geboren.

Quelle: Collage: Frank Schmidt

Wurzen. Wie berichtet, einigte sich der parlamentarische Ausschuss des städtischen Kulturbetriebes am 8. März auf diesen nächsten Schritt – und zwar hinter verschlossenen Türen des Ratszimmers 151. Kurz darauf verkündete das Stadthaus den Entscheid der Volksvertreter als Pressemitteilung mit dem Hinweis, dass es noch eine Sondertagung des Gremiums geben soll, in der die Kriterien der Ausschreibung festgelegt werden. Das Echo folgte prompt: „So torpediert man das intensive Bemühen ehrenamtlicher und engagierter Bürger und Vereine zur Rettung eines Wurzener Wahrzeichens und Aushängeschildes. Wir sind wütend, entsetzt und traurig!“ Denn bereits die Botschaft der Kommune im Herbst des Vorjahres, eine Veräußerung der Immobilie Crostigall 14 zu prüfen, löste weit über die Stadtgrenzen hinaus ein heftiges und vor allem prominentes Echo aus.

Künstler, Schriftsteller, Kabarettisten, Schauspieler und Institutionen protestierten vielstimmig, das Haus, in dem Hans Gustav Bötticher, alias Joachim Ringelnatz, am 7. August 1883 geboren wurde, in Privathände zu übertragen. Der Ringelnatzverein forderte daher Ende November in einem offenen Brief den sofortigen Verkaufsstopp. Darüber hinaus sammelte die Gemeinschaft konkrete Vorschläge und Ideen über mögliche Betreibermodelle und schmiedete im Januar eine Allianz mit dem Förderverein des Museums, der Stadtgalerie und des Ringelnatzhauses. Hierbei half Rainer Ortner von der Hans-Fallada-Gesellschaft mit Sitz in Carwitz, Ortsteil der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern), der das Bündnis moderierte. Damals kündigten Viola Heß, Vorsitzende des Ringelnatzvereins, und Sabine Jung, Vorsitzende des Fördervereins, an, bis Ende Mai der Stadtverwaltung ein fertiges Konzept vorzulegen. „Das alles ist der Stadt Wurzen bekannt“, teilte der Ringelnatzverein nach Bekanntwerden der neuen Umstände mit. „Und trotzdem beschließt sie bereits jetzt und bevor sie das fertige Konzept gesehen hat, die Ausschreibung zum Verkauf.“

Wie sehr der Mangel an Kommunikation zwischen Stadt und den Initiatoren für eine Zukunft der Stätte im Crostigall ärgert, brachte Vereinsmitglied und Design-Professor Jochen Ziska im Facebook zum Ausdruck. Seine Kritik richtete sich vor allem an Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos). Er ließe sich „lieber auf Volksfesten feiern ohne etwas Substantielles einzubringen“. Von konstruktiver Zusammenarbeit hielte das Stadtoberhaupt nichts, „denn dann müsste man ja anfangen zu arbeiten“ und „im Sinne von ehrenamtlichen Bürgern, die sich für anspruchsvolle Kultur engagieren“, zu denken. Die Administratoren der Ringelnatzstadt-Gruppe löschten wenig später Ziskas Meinungsbeitrag.

Von Kai-Uwe Brandt

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