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Ärger um den Biber: Püchauer stört halbherzige Bach-Sanierung

Ärger um den Biber: Püchauer stört halbherzige Bach-Sanierung

"Wie kann es sein, dass der gesamte Bereich zwischen Olga- und Auenbrücke wegen der Biberbauten ausgespart wird", empörte sich der Püchauer. Da könne man doch nicht von einer durchgängigen Beräumung sprechen, wetterte er auf der montäglichen Ratssitzung in Machern.

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Spuren: Der Nager leistet unterhalb des Püchauer Schlosses ganze Arbeit.

Quelle: Andreas Döring

Mehrere Dorfbewohner nutzten die Öffentlichkeit der Bürgerfragestunde, um ihrem Ärger Luft zu machen. "Ich habe schon mehrfach den Mängelmelder der Gemeinde bemüht, mit dem man laut Homepage Missstände melden soll - aber es erfolgt einfach keine Reaktion", kritisierte Rolf Fichtner, ebenfalls aus Püchau.

Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) bat Planer Bernd Knoblich, der wegen der Brandiser Tongrube an der Sitzung teilnahm, um seine Einschätzung. Knoblich ist im Auftrag der Gemeinde zugleich Projektsteuerer für alle Hochwassermaßnahmen, die derzeit in der Muldenaue zwischen Püchau und Dögnitz laufen. Die Lage an den Gewässern sei in der Tat nicht ganz einfach, erklärte der Chef des gleichnamigen Landschaftsbüros. "Es dauerte allein mehrere Monate, bis wir das Umweltamt des Landkreises davon überzeugen konnten, dass überhaupt Hochwasserschutzmaßnahmen an Sau- und Seebach stattfinden dürfen", gewährte der Planer Einblick in die komplizierten Gespräche. "Das Umweltamt vertrat anfangs die Auffassung, dass es sich bei den Schäden nicht um Folgen der Flut handelt, sondern dass die jetzige Situation auf fehlender Instandhaltung beruht", berichtete Knoblich. Harald Schmidt jedenfalls hält die Beräumung der Bäche, so wie sie jetzt erfolgt, für absoluten Blödsinn: "Sie müssen nur mal vor Ort gehen. Dann werden sie sehen, dass dort auch nach der abschnittsweisen Beräumung nichts fließt." Auch Vize-Bürgermeister Klaus Zaspel (CDU) schlug sich auf die Seite der Püchauer: "Wir geben dort so viel Geld aus. Das Wasser wird sich ruckzuck anstauen, wenn die Beräumung nicht gründlich erfolgt: Dann können die Püchauer beim nächsten Hochwasser wieder den Schlamm aus ihren Häusern schippen."

Auch der erste nach der Flut instand gesetzte Weg zwischen Olgabrücke und Mulde macht schon wieder schlapp, berichtete Fichtner. "Da ist noch nicht ein schweres Landwirtschaftsfahrzeug oder gar ein Quad drüber gefahren, und schon löst sich die Decke wieder in Luft auf", schüttelte Gemeinderat Dirk Strehle (CDU) den Kopf. Dazu Bürgermeisterin Doreen Lieder: "Wir werden das zuständige Ingenieurbüro auffordern, dem nachzugehen." Auch die Rathauschefin hätte es lieber gesehen, wenn wie auf dem Hauptweg in der Aue überall ein nachhaltiger Wegbau erfolgt wäre. "Aber Asphalt war nicht überall durchsetzbar."

Neben Biber- und Wege-Ärger spielte auch noch eine dritte Flutbaustelle eine Rolle. Eigentlich hatten sich die Anwohner des Ilsenstiftes in Püchau auf Bagger vor ihrer Haustür eingestellt - doch die beauftragte Firma ließ sich einfach nicht blicken. Eigentlich sollte es am 15. September 2014 losgehen - doch vor Ort drehte sich kein Rad. Der Firma mussten immer wieder Nachfristen gesetzt werden, bedauerte Bürgeramtsleiter Frank Rübner. "Erst im Januar konnten wir den Vertrag kündigen." Und erst wenn in dieser Woche die Widerspruchsfrist abläuft, könne das Vorhaben neu vergeben werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.02.2015
Simone Prenzel

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