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Ärzte raten zur jährlichen Grippeimpfung

Grippesaison im Landkreis Leipzig Ärzte raten zur jährlichen Grippeimpfung

Es wird wieder gehustet, geschnieft und gejammert – die Grippesaison steht in den Startlöchern. Um sich vor der fiesen Viruskrankheit zu schützen, raten Ärzte und Gesundheitsämter zur Grippeschutzimpfung.

Ein kleiner Piks – große Wirkung.

Quelle: dpa

Landkreis. Schnupfen, Husten, Fieber – zum Start der kalten Jahreszeit steigt die Gefahr, sich mit Influenza – der Grippe – anzustecken. Wer sich zuverlässig schützen möchte, sollte sich impfen lassen. Das empfehlen Ärzte, Gesundheitsämter und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.„Die Symptome einer Grippe treten meist plötzlich auf. Dazu gehören Fieber, Reizhusten, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen,“ erklärt Silke Schäpling, Amtsärztin des Landkreises Leipzig. Etwa sieben Tage dauert die Krankheit. „Abhängig von der körperlichen Verfassung oder bei Auftreten von Komplikationen kann die Krankheit natürlich länger dauern“, weiß Roswitha Tauchnitz-Hiemisch, leitende Hygienikerin in den Sana Kliniken Leipziger Land.

Die jährliche Impfung sollte in der Zeit von Oktober bis November erfolgen. „Da in Nord-und Mitteleuropa die Influenza meist um den Jahreswechsel beginnt, sollte man sich rechtzeitig vorher, also ab etwa Mitte Oktober impfen lassen, dann hat das Immunsystem ausreichend Zeit entsprechende Antikörper zu bilden“, sagt Tauchnitz-Hiemisch. „Prinzipiell wird die Impfung aber auch noch zu einem späteren Zeitpunkt empfohlen, wenn bereits gehäuft Erkrankungen aufgetreten sind.“ Umso mehr Menschen die Impfung bekommen, umso weniger kann sich die Krankheit ausbreiten. „Besonders wichtig ist die Impfung für Menschen ab dem 60. Lebensjahr, chronisch Kranke, für Schwangere und Menschen, die im beruflichen Alltag mit anderen Menschen Kontakt haben – medizinisches Personal, Busfahrer oder Supermarktkassiererin“, so Tauchnitz-Hiemisch. Für diese Bevölkerungsgruppen übernimmt die Krankenkasse die Impfkosten, ansonsten kommt es auf die Krankenkasse an. Die Sächsische Impfkommision empfiehlt außerdem Kinder ab dem sechsten Lebensmonat zu impfen.

Bei Sorgen, wegen eventueller Nebenwirkungen, gibt Kay Nestler, Chefarzt der Inneren Medizin im Krankenhaus Grimma Entwarnung. „Generell ist die Schutzimpfung gut verträglich. Einige Patienten spüren leichte Grippesymptome als Folge der Impfung. In seltensten Fällen kommt es zu einer allergischen Reaktion.“ Die Impfung helfe außerdem dabei, sollte es doch zu einer Erkrankung kommen, den Verlauf deutlich abzuschwächen, so der Mediziner. Seit 2012 ein Impfstoff, der wie ein Nasenspray angewendet wird, zugelassen. Dieser ist für Kinder im Alter von zwei bis 12 Jahren geeignet und erspart so den klassischen Pikser in den Arm.

„Wer Grippesymptome bei sich feststellt, sollte unbedingt zum Hausarzt gehen und der Arbeit fernbleiben“, rät Tauchnitz-Hiemisch. Denn die Viren der Grippe werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie haften auch an Gegenständen. „Die allgemeinen Hygienestandards sollten unbedingt eingehalten werden“, sagt Schäpling. „Beim Niesen und Husten ein Taschentuch oder die Ellenbeuge vor Mund und Nase halten, benutzte Taschentücher nicht herumliegen lassen, sondern direkt entsorgen.“ Außerdem sollte regelmäßig gelüftet werden, Bettwäsche und Handtücher gewechselt werden und Türklinken, Toiletten und andere Oberflächen in den eigenen vier Wänden häufiger geputzt werden. Besuche bei Angehörigen im Krankenhaus, Rehakliniken oder Altenheimen, sollte man ebenfalls verschieben.

909 Krankheitsfälle wurden in der vergangenen Grippesaison im Landkreis Leipzig gemeldet. Zwei Erkrankte starben an den Folgen der Viruserkrankung. „Die letzte Grippesaison war stark ausgeprägt“, sagt Schäpling. Den Höhepunkt erreichte die Influenzawelle etwa Mitte Februar, als in Sachsen 44 Erkrankungen auf 100 000 Einwohner lag. „Am häufigsten waren fünf- bis zehnjährige Kinder betroffen, gefolgt von Erwachsenen im Alter von 25 bis 44 Jahren.“ In den Sana Kliniken Leipziger Land wurden 64 Patienten mit nachgewiesener Grippe stationär behandelt. In der Saison 2014/2015 waren es sogar noch 30 Patienten mehr. Insgesamt meldete das Robert-Koch-Institut für ganz Deutschland in der Grippesaison 2015/2016 rund 71 000 Krankheitsfälle. In ganz Sachsen steckten sich 11000 Patienten mit dem Virus an. Die Grippesaison beginnt mit der 40. Kalenderwoche eines Jahres und endet in der 20. Kalenderwoche des Folgejahres.

Von Tatjana Kulpa

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