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Albrecht Gehse stellt beim Kunstverein Panitzsch aus

Albrecht Gehse stellt beim Kunstverein Panitzsch aus


Borsdorf/Panitzsch. Kongenial furiose Geigenklänge eröffneten am Sonntag eine Ausstellung, die beim Kunstverein Panitzsch ein Panorama von Bilderfluten aufscheinen lässt.

. „Zwischenstopp" – Halbzeitbilanz seiner künstlerischen Entwicklung – nennt Albrecht Gehse die Schau, die teilweise mit frappierenden Großformaten die Räumlichkeiten zu sprengen droht. Doch das Konzept geht auf: So erfindungsreich, vielschichtig und rätselhaft Gehses explosive Bildwelten auch sein mögen, im durchaus nicht idealen Raumgefüge der Galerie des Kunstvereins offenbaren sie ihre Brisanz im räumlichen Spannungsfeld von Enge und Weite erstaunlicherweise besonders nachhaltig.

Für Gehse, 1955 in Borsdorf geboren, ist die Schau gewissermaßen ein Heimspiel. Und so warf er sich zur Vernissage denn auch mit seinem persönlichen Assistenten Manfred Panknin nur so die Bälle zu. Das war vergnüglicher als ein nüchterner kunstwissenschaftlicher Vortrag. Panknin, ein Mathematik-Professor, outete sich als großer Bewunderer, kritischer Betrachter und Begleiter des Künstlers, der einer breiten Öffentlichkeit durch sein Bildnis des Altkanzlers Helmut Kohl bekannt ist. Gehse würdigte das Engagement des Kunstvereins und freute sich öffentlich über die Hängung seiner Bilder. Er zitierte Werner Tübke, der seinerzeit in Panitzsch festgestellt haben soll: „Nur in Bologna hing es besser".

Gehse, der in Leipzig studierte und später Meisterschüler bei Werner Heisig war, zeigt unter anderem Entwürfe zu seinem Zyklus „47 Bilder über die Welt", einem gewaltigen Opus, an dem er in seinem Berliner Atelier seit fünf Jahren arbeitet. Er unternimmt es dabei, schlaglichtartig deutsche Idylle und deutsche Abgründe zu beleuchten, Symbolik vom Zwerg bis zum dunklen Wald aufzubieten, Prominente und Namenlose auf verkeilten Handlungsebenen zu verschachteln und querbeet durch die Historie komplexe Visionen und Gesellschaftsichten zu offenbaren.

In eindringlicher Metaphorik, aber ohne die vielfache Verschränkung, philosophiert Gehse beispielsweise im „Spiel des Lebens" oder „Begegnung am Leipziger Richard-Wagner-Ufer", wo Lebensentwürfe aneinanderstoßen. Von malerischer Dichte leben Landschaften, Stadtansichten und Stillleben, die vom Rückzug in die Natur inspiriert wurden. Sie spielen ästhetischen wie sinnlichen Reiz aus und beeindrucken in ihrer Vitalität.

Gehse selbst hat zu der Ausstellung, die bis zum 17. Oktober gezeigt wird, einen opulenten Katalog herausgegeben, einen Begleiter, der mit fundierten Texten explodierenden Bilderfluten wie in sich ruhenden Bildnissen des Menschenmalers gerecht wird.

Ingrid Leps

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