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Wurzen Alle 156 Kirchen im Kirchenbezirk Leipziger Land öffnen am 31. Oktober
Region Wurzen Alle 156 Kirchen im Kirchenbezirk Leipziger Land öffnen am 31. Oktober
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16:24 22.02.2018
Superintendent Matthias Weismann. Quelle: Thomas Kube
Landkreis Leipzig

Es gab Feste und Theaterstücke, aber auch eine attraktive Wanderausstellung. Das alles war für den heutigen Kirchenbezirk Leipziger Land nicht unbedingt absehbar, als vor zehn Jahren deutschlandweit die Lutherdekade ausgerufen wurde. „Luther hat also die Menschen zusammengebracht“, sagt der Bornaer Superintendent Matthias Weismann. Zum Abschluss der Lutherdekade gibt es im Kirchenbezirk ein besonderes Finale. Jede der insgesamt 156 Kirchen zwischen Wurzen und Wyhratal hat am Reformationstag geöffnet, und in vielen Gotteshäusern gibt es für die Besucher am 31. Oktober Angebote musikalischer oder geistlicher Art.

„Die Lutherdekade ist sicher nicht in Kircheneintritten messbar“, räumt Weismann ein. Wohl aber ist das Ergebnis der intensiven Beschäftigung mit dem Reformator auch an den Stationen des sächsischen Lutherwegs zu besichtigen, von dem nennenswerte Punkte wie Grimma, Wurzen oder auch Bad Lausick im Kirchenbezirk Leipziger Land liegen. Auch Borna, wo Martin Luther seinen Aschermittwochsbrief geschrieben hat – weil er in den Zeiten, in denen er reichsweit geächtet war, nur den schmalen ernestinischen Landrücken und damit eben die Strecke über Borna nutzen konnte, um von und nach Wittenberg zu kommen.

Überhaupt ist in den zurückliegenden zehn Jahren speziell in Borna mit Bezug auf Martin Luther einiges in Gang gekommen, was es in dieser Form zuvor nicht gab. Etwa das Lutherfest, das in diesem Jahr seine fünfte und in dieser Form vorerst letzte Auflage erlebte. „Da war Michael Potkownik ein Glück für uns“, sagt Superintendent Weismann und meint damit, dass es durch die Theaterstücke aus der Feder des Bornaer Autors gelungen sei, dem Lutherfest mit Lutherlauf von Altenburg nach Borna und Mittelalterspektakel auch eine geistige Komponente zu geben.

Das sei auch Anliegen einer Luthergruppe gewesen, die sich nach der Zusammenlegung der vormaligen Kirchenbezirke Grimma und Borna im Jahr 2009 konstituierte. Ein Gremium, das sich aller sechs Wochen traf und zu dem mit dem langjährigen Leiter der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis, Heiko Franke, dem Vorsitzenden des Heimatvereins des Bornaer Landes, Hans Ketzer oder auch der Bornaer Museumschefin Gabriele Kämpfner sehr unterschiedliche Personen gehörten. Immerhin: Die Gruppe wurde mit Blick auf das zu Ende gehende Reformationsjubiläum erst vor einigen Wochen aufgelöst.

Die Lutherdekade hatte im Kirchenbezirk ganz praktische Effekte. Etwa eine Karte, auf der sämtliche Denkmäler mit Bezug auf den Reformator zu finden sind, aber auch die so genannten Lutherlinden. In Borna gehört Luther unübersehbar zum Stadtbild – mit dem Lutherdenkmal, das der Kunstschmied Hilko Schomerus aus Burgdorf bei Hannover im Jahr 2011 schuf und das seither an der Bornaer Stadtkirche steht.

Etwas besonderes, so Weismann weiter, sei auch eine spezielle Lutherausstellung gewesen, die der Kirchenbezirk Leipziger Land zusammen mit dem Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz auf die Beine gestellt hat. Eine interaktive Schau mit Informationen über Luther, aber auch einem Quiz zu ihm und einer Tafel mit Geschirr, wie sie wohl im Haus des Reformators in Wittenberg gestanden haben dürfte. Eine Wanderausstellung von Gemeindepädagogen, die an vielen Orten gezeigt wurde und die nun sogar verkauft wird, so der Superintendent.

Wenn am 31. Oktober sämtliche Kirchen im Kirchenbezirk mit verschiedenen Angeboten öffnen, steht in den Kirchen in Bubendorf, Pomßen und Gerichshain sozusagen die christliche Kernkompetenz im Mittelpunkt. „Dort wird gebetet“, sagt der Superintendent – und zwar fortwährend zwischen 7.02 und 16.46 Uhr, der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Vorbild ist die Gebetskette, wie es sie in den 80er-Jahren während der Friedensdekade in allen Dresdner Kirchen gab.

Die Angebote aller 156 Kirchen im Kirchenbezirk finden Sie unter www.kirche-im-leipiger-land.de.

Von Nikos Natsidis

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