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Alpenrock in der Hohburger Schweiz – Musikanten laden ein

Jubiläum Alpenrock in der Hohburger Schweiz – Musikanten laden ein

Seite 30 Jahren stehen die Hohburger Musikanten auf den Bühnen in Deutschland und Österreich. Zur großen Geburtstagsfeier in zwei Wochen laden die Volksmusikanten in die Bergwelt ihrer Heimat ein.

Seit 30 Jahren auf der Bühne und mit Alpenrock aus Sachsen erfolgreich – die Hohburger Musikanten.
 

Quelle: Privat

Hohburg.  Von wegen Humba humba täterä ... Wenn in der Hohburger Schweiz die Post abgeht, dann nicht mit Triangel und Klanghölzchen, sondern mit Alpenrock vom Feinsten. Eben hierfür sorgen seit nunmehr drei Jahrzehnten die Hohburger Musikanten. Grund genug zum Feiern. Und so wollen es die acht Bandmitglieder zur Geburtstagsparty am 22. und 23. Oktober gemeinsam mit ihren Gästen, darunter „Die Trenkwalder“, „Die Zillertaler“ und „Die Jung Puschtra“ mal wieder richtig krachen lassen.

Dabei fing alles ganz harmlos an und weit vor der eigentlichen Geburtsstunde zu Silvester 1985/1986 im thüringischen Rotterode. Denn die gute Kinderstube der heute achtköpfigen Gruppe ist eigentlich die Pionierblaskapelle der damaligen Polytechnischen Oberschule (POS) „Alfred Frank“ im idyllischen Örtchen rechts und links der Lossa. Senior Peter Benke (77), einst Lehrer an der POS, gründete den Klangkörper im Herbst 1966. Ihren ersten Auftritt hatten die Mädchen und Jungen 1967 zur Einweihung der Turnhalle. Sohnemann Olaf Benke spielte seinerzeit Trompete. „Bei der Musik sind wir geblieben“, erzählt der heute 56-Jährige mit Blick zum Vater. Dabei erntet er zustimmendes Kopfnicken vom Rest der Alpenrocker, zu denen Bruder Jan Benke, seine Frau Bettina und Tochter Julia gehören sowie Jens Conradi, Mario und Tom Kühne. Irgendwie ein Familienbetrieb bis in die dritte Generation mit verdammt viel Rhythmus im Blut und noch mehr Enthusiasmus.

Mit Ostgeld geht’s auf die Postalm bei Bad Ischl

Jeden Montag sitzt das Team im winzigen Raum hinter der Bühne des Kulturhauses „Zur Hohburger Schweiz“. Bunte Plakate zieren die wenigen freien Stellen der Wände und die deckenhohen Regale tragen schwer an den zahlreichen Instrumenten. In der Schaltzentrale organisieren sie die nächsten Höhepunkte, besprechen Details. „Was wir machen, ist alles Hobby. Die Gage geht in die Vereinskasse oder in den Kauf von Instrumenten und Kleidung“, berichtet Jan Benke (51). Allein 20 bis 25 Auftritte bestreiten die Hohburger Musikanten pro Jahr, zuletzt brachten sie die Besucher der 3. Grimmaer Airlebnistage auf der Muldewiese in Nerchau in Stimmung. Sozusagen die „Generalprobe“ vor der Geburtstagsfete in zwei Wochen.

Doch wie war das noch einmal mit Rotterode? „Ja damals zum Jahreswechsel kam uns die Idee, tschechische, böhmische Tanzblasmusik zu spielen“, antwortet Olaf Benke. Der nächste Einschnitt ereignete sich kurz darauf im Sommer 1988. „Wir weilten bei Freunden in der Tschechoslowakei, und dort hörte uns ein Jagdverein aus dem Salzkammergut.“ Es folgte eine Einladung, die die Hohburger allerdings erst nach dem Fall der Mauer einlösen konnten. Olaf Benke hatte glücklicherweise die Adresse aufgehoben, und so ging es noch vor der Währungsunion mit Sack und Pack und Ostgeld nach Österreich auf die Postalm bei Bad Ischl.

Im Flachland springt der Funke nicht gleich über

Über die Zeit hinweg entwickelte sich die Formation musikalisch weiter. Unter anderem mit der E-Gitarre wurde das Repertoire der Hohburger Musikanten rockiger. Trotzdem sprang der Funke im heimischen Flachland nicht gleich über. Es dauerte ein Weile. „Daher hatten wir auch harte Jahre zu bestehen. Manche belächelten uns sogar.“ Das Patentrezept gegen derlei Krisen liege im Zusammenhalt, und das klingt aus dem Munde Benkes so: „Jeder von uns kennt den anderen – bis zur Windel.“ Leicht sei es aber trotzdem keinem gefallen, so lange am Ball zu bleiben. „Schließlich sind wir alle miteinander berufstätig.“ Als besonderes Glück empfindet Benke übrigens den engen Kontakt zu den Gastbands, die am 22. und 23. Oktober unterm Hohburger Festzeltdach ihre musikalischen Glückwünsche überbringen – zum Beispiel „Die Trenkwalder“. Seit 1997 pflegt Benke einen engen Kontakt zur Erfolgstruppe aus Wildermieming im Tirolerland und zu Hubert „Hubsi“ Trenkwalder, der die Filmmusik für die ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ komponierte . Der ließ bereits wissen: „Wir haben so viele freundliche und offenherzige Menschen in Hohburg kennengelernt, dass es sich für uns schon hinter Leipzig ein bisschen wie Heimat anfühlt.“

Kein Wunder. Schließlich organisieren die Hohburger Musikanten seit 2007 für ihre wachsende Fangemeinde Fahrten ins Innsbrucker Land. Mittlerweile nutzen 100 bis 150 Leuten das Dankeschön-Angebot mit allem Drum und Dran. „Vom Reisebus bis hin zum Rahmenprogramm wie Wanderungen“, fügt die 49-jährige Bettina Benke an. Darüber hinaus richten die Hohburger für die treue Anhängerschar ebenfalls Fan-Weihnachtsfeiern der ganz besonderen Art und mit einfallsreicher Kulisse im großen Saal des Hohburger Kulturhauses aus.

Wie die Hohburger per Zufall zu den Zillertalern kommen

Die Zillertaler lernten Benkes vor fünf Jahren eher durch Zufall kennen. Sie kamen als „Ersatz“ zum 25. Jubiläumsfest 2011 ins Lossatal. „Seither verbindet uns mit den Wegbereitern des volkstümlichen Schlagers eine echte Freundschaft“, betonen Mario Kühne (44) und Jens Conradi (51). Selbst nach mehr als 40 Jahren stecken die fünf Musiker um Frontmann Florian Prantl voller Ideen und wollen es in den „kleinen Hohburger Bergen“ rocken lassen. Wie auch die Gruppe „Jung Puschtra“. Olaf und Bettina Benke sprachen die Südtiroler Elisa, Manuel und Elias Brugger, Florian Burgmann sowie Manuel Beikircher, allesamt zwischen 19 und 21 Jahre alt, im Urlaub 2013 an. Damals musizierte das Quintett auf der Straße hinter Benkes Unterkunft und schlug schon zur Weihnachtenfete im gleichen Jahr in Hohburg auf. Ihr erstes großes Achtungszeichen setzte die Band im Vorjahr beim großen Finale im Musikwettbewerb „Aufg’spielt – Aufsteiger 2015“ von Radio Tirol mit Platz zwei und dem Song „Mia hom die Volksmusik im Bluat“.

Über weitere Zutaten zur Lederhosen- und Dirndl-Party legen die Hohburger Alpenrocker vorerst den Mantel des Schweigens – „eine Überraschung fürs Publikum“. Jedenfalls können die acht Geburtstagskinder zum Kerzen ausblasen mit sage und schreibe 1500 Besuchern rechnen, die hoffentlich das Riesen-Festzelt auf dem Parkplatz „Am Mühlgraben“ zum Beben bringen. Einlass ist am Sonnabend, 22. Oktober, ab 17 Uhr. Um 18.30 Uhr ertönt das Startsignal zum großen Rambazamba bis open end. Tags darauf am 23. Oktober gibt’s ab 11 Uhr den Weckruf für mögliche Langschläfer mit einer zünftigen Party.

Leider sind die Tickets der Alpenrock-Sause 2016 inmitten der Hohburger Berge für den 22. Oktober bereits ausverkauft. „Wir freuen uns aber, wenn zur Veranstaltung am 23. Oktober auch kein Sitzplatz mehr frei bleibt. Denn hierfür haben wir noch Karten in petto“, reicht Olaf Benke sofort ein Trostpflaster nach.

Von Kai-Uwe Brandt

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