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Altenbacher Reiterhof organisiert Feriencamp – vor allem Mädchen sind begeistert

Freizeit Altenbacher Reiterhof organisiert Feriencamp – vor allem Mädchen sind begeistert

„Aufsatteln!“ Die Mädchen folgen dem Ruf von Susanne Liebers, einer von vier Reitlehrern, und machen ihre Pferde für den Ausritt in den nahen Planitzwald fertig. – Es sind Reiterferien in Altenbach. Seit Joachim Kunze vor 25 Jahren mit dem Aufbau des Reiterhofes auf der grünen Wiese begonnen hat, sind sie fester Bestandteil des Leistungskataloges. Es ist in diesem Sommer der dritte und letzte Durchgang.

Ferien auf dem Reiterhof – vor allem Mädchen sind begeistert.

Quelle: Thomas Kube

Bennewitz/Altenbach. „Aufsatteln!“ Die Mädchen folgen dem Ruf von Susanne Liebers, einer von vier Reitlehrern, und machen ihre Pferde für den Ausritt in den nahen Planitzwald fertig. – Es sind Reiterferien in Altenbach. Seit Joachim Kunze vor 25 Jahren mit dem Aufbau des Reiterhofes auf der grünen Wiese begonnen hat, sind sie fester Bestandteil des Leistungskataloges. „Man kann sich nicht breit genug aufstellen“, sagt er und ist stolz, ein so großes Spektrum von Zucht über Sport bis Kutschfahrten abzudecken.

Es ist in diesem Sommer der dritte und letzte Durchgang. Meist sind die Ferien schon Wochen vorher ausgebucht. Das Angebot richtet sich an Sechs- bis 16-Jährige, Reiterfahrungen nicht nötig. Auch diesmal haben sich wieder nur Mädchen angemeldet. „Mal zwei, drei Jungs darunter, ist schon viel.“ Eine Erklärung hat Kunze nicht. Die Kinder kommen keineswegs nur aus der Region. „Wir hatten schon welche von München, Magdeburg, Dresden. Manche sind schon der Nachwuchs der ersten Ferienkinder. Dann kommt die Mutti und zeigt: ,Auf dem Pony bin ich schon geritten.’“ – Maike (14) kommt aus Leipzig. „Meine Oma wohnt in der Nähe, so habe ich von dem Reiterhof erfahren“, erzählt sie. Seit zwei Jahren ist sie nun Reitschülerin. „Das Besondere an den Reiterferien ist, dass man mal eine ganze Woche lang reiten kann und mit den Freundinnen zusammen ist.“

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Raus aus der Stadt, rein in einen Pferdehof – für viele Kinder ging dieser Traum in den Schulferien in Erfüllung. Sie verbrachten sechs Tage auf dem Reiterhof Altenbach. Der letzte von drei Durchgängen endete am 29. Juli. Jeden Nachmittag werden die Pferde für einen Ausflug gesattelt. Hier geht es zur Vier-Wege-Kreuzung im Planitzwald.

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Das Programm für die sechs Tage hat sich bewährt: Montag, nach Ankunft und Aufteilung auf die Zimmer, werden Helm, Stiefel usw. verteilt. „Die Kinder sollen sich nicht für einmal Reiterferien eine Ausrüstung holen müssen“, sagt Kunze. Dann Probereiten. „Die Lehrer stellen Gruppen zusammen, denn keiner darf unter- oder überfordert werden.“ Und danach gibt’s auch schon die erste Reitstunde. Nachmittags wird ausgeritten, auch mal zum Baden an die Lübschützer Teiche, ein Besuch beim Schmied ist obligatorisch. Am letzten Abend wird gegrillt.

Inzwischen hat Kunze, dessen Passion das Kutschenfahren ist, Eyk und Edwin – schwere Warmblüter, die Rasse, die er mit Erfolg züchtet – vor den Kremser gespannt. „Die Kinder, die schon etwas sicherer sind, dürfen ab Hof bis zum Wald reiten“, erklärt er, „die noch nicht so weit sind, fahren mit dem Kremser mit und wechseln am Waldrand auf die Pferde, und an der Hütte sind die Kleinen dran.“ Die Pferde, die er für die Kinder auswählt, sind keine jungen Hüpfer, sondern abgeklärte Stuten, die nicht mehr fohlen. Langsam setzt sich der Tross in Bewegung, Liebers, in Warnweste, bildet den Abschluss. Ziel ist jetzt nicht die Sechs-, sondern die nähere Vier-Wege-Kreuzung, denn am Himmel sind dunkle Wolken aufgezogen. Aber auch bei Regen fallen die Ferien nicht ins Wasser. „Dann wird in Schichten in den Hallen geritten, damit alle zu ihren Stunden kommen. Alles andere wäre gegenüber den Kindern unfair.“ An der Teeplantage hält Kunze kurz an seinem Rotwildgehege an. Der Hirsch, ein 16-Ender, kommt an den Zaun, als kenne er seine Aufgabe, sich den Kindern ganz nah zu zeigen. „Es ist eine ganze Hand voll Eindrücke, die die Kinder mitnehmen“, freut sich Kunze. Im Wald dann nach hinten die Frage: „Susi, traben?“ Sie gibt ihr O.K., flott geht es vorbei an Wochenendhäusern und idyllischen Teichen. Nach der Kreuzung Leulitzer-/Pausitzer Straße wird gewechselt. „Denkt dran, wir woll’n noch nass werden, also macht nicht so schnell!“, scherzt er. Auf dem Feld nebenan tuckert ein Traktor. „Aufpassen!“ Hier trennt ein Grünstreifen Weg und Feld, auf der Straße aber wird es manchmal eng. Am Tag zuvor habe ein Mähdrescher sogar versucht zu überholen, erzählt Liebers und wünscht sich, „dass Verkehrsteilnehmer Abstand halten und ein bisschen Rücksicht nehmen“.

Ankunft. Jetzt steigen die Jüngsten für eine Runde auf, die Größeren führen Ross und Reiter. Am Ende wartet ein Picknick. Den Korb hat Kunzes Frau Regina gepackt. Sie übernimmt das Bemuttern. Kocht für die Mannschaft zeitlose Lieblingsessen, wie Makkaroni mit Tomatensoße oder Quarkkeulchen, und tröstet, wenn beim Zubettgehen das Heimweh erwacht. Das hat Louisa aus Leipzig, die bei ihrem Pony Viola wartet, dass es weitergeht, nicht. „Es macht Spaß, mit den Pferden zusammen zu sein und zu ihnen eine Verbindung aufzubauen“, sagt die Zehnjährige, im Schlepptau zwei Schwestern und zwei Cousinen. Sie würde gern auch außerhalb der Ferien reiten, „aber wir sind drei Kinder und brauchen auch zu essen“, sagt sie verständig.

Nun hat es doch angefangen zu nieseln, aber die Stimmung unter der Kremserplane bleibt heiter. Zurück in Altenbach ist es sogar trocken. Maike (14) sattelt ihr Pferd wieder ab. „Reiten macht auch in der Halle Spaß, aber ein Ausritt, bei dem man auch mal die Umgebung kennen lernt, ist schon etwas Besonderes.“ Am Abend ist noch Gelegenheit, den Sportreitern beim Training zuzuschauen, Esel und Pony freuen sich über Streicheleinheiten. Die Größeren dürfen beim Umsetzen der Pferde mitmachen. „Das ist schon ein Gaudi, wenn die Kinder versuchen herauszufinden, welches Fohlen zu welcher Stute gehört“, schmunzelt Kunze. „Arbeiten im Stall aber gibt es nicht“, stellt er klar. „Die Kinder haben Ferien.“

Am Samstag heißt es dann Abschied nehmen, zuvor haben die Eltern Gelegenheit zu sehen, wie sich ihr Kind im Sattel macht. Vielleicht nicht zum letzten Mal. „Manche kommen nach den Ferien einmal in der Woche zum Reiten. Und wenn die Eltern das unterstützen, ist der Schritt vom Breiten- zum Leistungssport nicht weit“, ist Kunze überzeugt.

Von Ines Alekowa

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