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Ammelshain pocht auf Teilortsumgehung für Schwerlastverkehr

Steinbrucherweiterung Ammelshain pocht auf Teilortsumgehung für Schwerlastverkehr

Nachdem schon die Stadt Trebsen einer Steinbrucherweiterung am Klengelsberg nur unter Auflagen zugestimmt hat, stellt nun auch Ammelshain eine Bedingung. Der Naunhofer Ortsteil befürwortet das Unterfangen nur, wenn er vorher seine Teilortsumgehung erhält, über die der Großteil des Schwerlastverkehrs zur Altenhainer Grube rollen soll.

Der Steinbruch Klengelsberg in Altenhain, einem Nachbarort von Ammelshain. Die Susa beschäftigt dort nach eigenen Angaben 30 Mitarbeiter aus der näheren Umgebung.

Quelle: Thomas Kube

Naunhof/Ammelshain/Trebsen. Nachdem schon die Stadt Trebsen einer Steinbrucherweiterung am Klengelsberg nur unter Auflagen zugestimmt hat, stellt nun auch Ammelshain eine Bedingung. Der Naunhofer Ortsteil befürwortet das Unterfangen nur, wenn er vorher seine Teilortsumgehung erhält, über die der Großteil des Schwerlastverkehrs von der Autobahn 14 zur Altenhainer Grube rollen soll.

Seit 23 Jahren wird am Klengelsberg Quarzporphyr gewonnen. Mit fortschreitendem Abbau kam im Süden der Grube ein feinkristallines Gestein zum Vorschein, das sich als Andesit herausstellte. Dieses Material eignet sich besonders für den Bau von Verkehrswegen, die einer hohen Beanspruchung ausgesetzt sind, zum Beispiel für Autobahnen und Rollbahnen. Um die Lagerstätte bestmöglich nutzen zu können, beantragte die Schotter- und Splittwerk Altenhain GmbH (Susa) deren Ausweitung.

An der Stelle, an der das Andesit gefunden wurde, möchte der Betrieb gerne 20 Meter tiefer als genehmigt in die Erde graben. Dabei müsste die Böschung nach Osten verrückt werden, und zwar um 2,5 Hektar über das bewilligte Bergwerk hinaus, wobei die zusätzlich in Anspruch genommenen Flächen Eigentum der Susa sind. Die Sohle des Rohstoffs liegt vollständig innerhalb der genehmigten Bergwerksgrenzen.

„Wir können uns nur auf die Belange beziehen, die uns betreffen“, erläuterte Naunhofs Bauamtsleiter Thomas Hertel. „Und das ist der Straßenverkehr, für den die Altenhainer Straße zu schmal ist. Deshalb meinen wir als Stadt, bevor der Steinbruch vergrößert wird, müsste erst die Teilortsumgehung von der Altenhainer zur Polenzer Straße gebaut werden“, erklärte er. Das befürwortete der Ortschaftsrat mehrheitlich.

Nur Jürgen Streller von der Wählergemeinschaft Ammelshain sprach sich dagegen aus. Zunächst versuchte er, Abgeordnete, die an der Ammelshainer Straße oder auf der geplanten Trasse der Umgehung Grundstücke besitzen, von der Abstimmung auszuschließen, indem sie für befangen erklärt werden. Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) machte ihn aber auf die gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam. „Es können sich Räte nur selber für befangen erklären, oder die Rechtsaufsicht macht das im Nachhinein, wenn sie von jemandem den Hinweis erhält und die Grundlagen dafür als gegeben sieht“, sagte er. Im vorliegenden Fall sei das aber unwahrscheinlich, denn durch den Beschluss, wie auch immer er ausfällt, habe kein Abgeordneter einen wirtschaftlichen Vor- oder Nachteil. Deshalb sei auch niemand befangen.

Inhaltlich drückte Streller seine Befürchtung aus, dass, wenn die Teilortsumgehung gebaut ist, die Susa einen Grund mehr habe, den beabsichtigten weiteren Steinbruch am Alten Tausend aufzuschließen. „Jetzt liegen nur noch fünf Tonnen am Klengelsberg, da haben wir in fünf Jahren Ruhe“, meinte er.

Auf solche Zeitangaben hat sich aber der stellvertretende Susa-Geschäftsführer Manfred Maucher nie eingelassen. Wann der Klengelsberg ausgebeutet ist, sagte er kürzlich der LVZ, hänge davon ab, wie viel Gestein sich verkaufen lässt. Bis 2035 gelte die Genehmigung für die Grube, aus der, falls die Erweiterung genehmigt werden sollte, 7,2 Millionen Tonnen Gestein mehr als vorgesehen herausgeholt werden könnten.

Auch Ortsvorsteher Lutz Kadyk von der Wählervereinigung Ammelshain (WVA) sieht keine Veranlassung, auf die Teilortsumgehung zu verzichten. „Wenn wir sie ablehnen und die Susa das Alte Tausend aufmacht, ohne uns zu fragen, dann fahren auch noch diese Lastwagen durch unseren Ort“, gab er zu bedenken. Und Jörg Enko (WVA) hielt fest: „Wir haben uns mehrheitlich für die Teilortsumgehung ausgesprochen, daran sollten wir nicht mehr rütteln.“ Einen Antrag Strellers, für die Steinbrüche einen extra Autobahnzugang bei Beiersdorf zu schaffen und dann erst der Erweiterung zuzustimmen, lehnten vier der fünf anwesenden Räte ab.

Der Trebsener Stadtrat hatte im Mai der Steinbrucherweiterung unter Auflagen seinen Segen gegeben. Eine davon lautete, den Abraum so abzufahren, dass zusätzlich zum genehmigten Transportaufkommen keine Sonderfahrten entstehen und die Anwohner somit nicht über Gebühr belastet werden. An diesem Donnerstag nun hat der Naunhofer Stadtrat über die Ammelshainer Stellungnahme zu befinden.

Von Frank Pfeifer

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