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Wurzen Amselgrund feiert 80. Geburtstag
Region Wurzen Amselgrund feiert 80. Geburtstag
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05:00 17.03.2011
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. Zu den Gratulanten im Amselgrund gehörten auch Bürgermeister Matthias Spalteholz und Frank Lichtenberger, Präsident des Muldentaler Regionalverbandes der Kleingärtner.

Andreas Pradel, seit 20 Jahren Vorsitzender der Gartensparte, würdige die Männer und Frauen, die für den Amselgrund Feuer und Flamme seien. Er ging auf ihre unermüdlichen Arbeitseinsätze, auf Unterstützung von Ein-Euro-Jobbern und Hilfe von Sponsoren ein. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, so die Anfänge, kaufte der Verein 1931 zu erschwinglichen Preisen ungenutztes Land und parzellierte 93 Gärten. Kistenbretter waren damals für Lauben beliebtes Baumaterial. Seinerzeit formierten sich im Verein sogar Kindermandolinen- und Gesangsgruppe, Ausflüge, Wanderungen und Lampionumzüge mit Jungen und Mädchen waren an der Tagesordnung. Später wurden Kleingärtner zum Kriegsdienst gerufen, Ausgebombte aus Leipzig kamen im Amselgrund in Behelfsunterkünften unter. Nach 1949 scheuten die Laubenpieper keine Mühe, die Sparte mit Kinderspielplatz und Elektroanschluss, mit Brückenneubauten und einladendem Spartenheim attraktiver zu machen.

Jürgen Lindner, ebenfalls seit zwei Jahrzehnten zweiter Mann im Verein, hatte es übernommen, noch einmal die schwerste Herausforderung ins Gedächtnis zu rufen, der sich der Amselgrund zu stellen hatte. Die Jahrhundertflut hinterließ 2002 Schlamm und Trümmer. Drei Meter hoch stand das Wasser am Spartenheim, 33 Gärten wurden komplett, 50 teilweise zerstört. Lindner erinnerte noch einmal an die großzügige Hilfe der Gemeinde und daran, dass im Dezember 2003 das neue Spartenlokal eingeweiht wurde.

Spalteholz würdigte den Einsatz des Vorstands, „den man nicht hoch genug einschätzen könne". Die Kleingärtner hätten der großen Flut getrotzt und seien dabei enger zusammengerückt. Deswegen täte es ihm auch leid, dass die Hälfte ihrer Gärten auch wieder unter Wasser stand, als der Saubach im September 2010 über seine Ufer trat. Der Bürgermeister versprach dem Verein, auch wenn die Gemeinde sehr viel Geld in die Hand nehmen müsse, bei der Sanierung des Gewässers Nägel mit Köpfen zu machen, so dass die Situation im Amselgrund in zwei, drei Jahren entspannt sei. Darüber hinaus gab er der Hoffnung Ausdruck, dass es dem Verein gelingen möge, wieder mehr junge Leute zu gewinnen, die ihre Kinder naturnah aufwachsen lassen wollen.

Als Gast sprach Lichtenberger dem Vrein ein großes Dankeschön dafür aus, dass er sich für die Pflege von 13 derzeit leer stehenden Parzellen verantwortlich fühle und die Anlage zum Beispiel auch mit dem öffentlich zugänglichen Seniorengarten bereichert habe. Zudem würdigte er, dass die Bennewitzer Kleingärtner die Arbeit auf Verbandsebene personell unterstützen. Sein Geburtstagsgeschenk war unter anderem ein kleiner Obolus für die Feier. Sie wurde mit einem Minikonzert von Elevinnen der Musikschule Muldental bereichert, bevor das kalt-warme Buffet freigegeben wurde.

Ingrid Leps

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