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An Borsdorfer Schule sorgt Kiss-and-go-Zone für Sicherheit beim Aus- und Einstieg

Allmorgendlicher Ansturm An Borsdorfer Schule sorgt Kiss-and-go-Zone für Sicherheit beim Aus- und Einstieg

Bereits an der Panitzscher Grundschule löste Architekt Christian Strauß mit seiner Frau Bianca das allmorgendliche Verkehrsknäuel. Auf einer separaten Zufahrt sind 40 Parkplätze entstanden. Die Idee machte Schule. Und so projektierte das Ehepaar auch fürs Borsdorfer Gymnasium eine zusätzliche kleine Einbahnstraße mit insgesamt 16 Stellplätzen.

Christian Strauß projektierte am Gymnasium Borsdorf eine Kiss-and-go-Zone.

Quelle: Haig Latchinian

Borsdorf. Jeden Morgen ist Sterntreffen vorm Freien Gymnasium Borsdorf. Aus drei Richtungen, über die Güterlade-, Schul- und Althener Straße, wird der Nachwuchs herbei gekarrt. 384 Kinder und Jugendliche besuchen die boomende „Penne“. Die eine Hälfte kommt aus der Gemeinde, die andere aus dem Umkreis – zu Fuß und mit Fahrrad, per Bus und Bahn, aber eben auch im Elterntaxi. Eine logistische Meisterleistung, vor allem, weil alles ohne größeres Chaos abgeht.

Drive-In heißt das Zauberwort. Wie bei der Oscar-Verleihung – nur ohne roten Teppich – chauffieren die Eltern ihre kleinen Megastars über eine verkehrsberuhigte Schleife direkt vor die Schulpforte. Tür auf, Tasche raus, Küsschen, Tschüsschen. Der Erfolg der Kiss-and-go-Zone hat vor allem einen Vater, den ortsansässigen Architekten Christian Strauß.

Bereits an der Panitzscher Grundschule löste der 44-Jährige mit seiner Frau Bianca das allmorgendliche Verkehrsknäuel. Auf einer separaten Zufahrt sind 40 Parkplätze entstanden. Die Idee machte buchstäblich Schule. Und so projektierte das Ehepaar auch fürs Borsdorfer Gymnasium eine zusätzliche kleine Einbahnstraße mit insgesamt 16 Stellplätzen.

Bettina Reuter aus Wiederitzsch bringt ihre Tochter Wanda, Sandra Naumann aus Machern ihren Vincent, Uwe Schmidt aus Schönefeld seine Josephine, Peggy Hoffmann aus Naunhof ihre Emily. Nicht alle Chauffeure nutzen die Kiss-and-go-Zone, entweder, weil sie davon noch nichts gehört haben oder sich ihre Schützlinge schämen. Also setzen sie den Nachwuchs andernorts rund um die Schule ab: „Das ist ganz normal. Je älter die Kinder, desto größer der Wunsch, nicht unbedingt mit den Eltern gesehen zu werden“, sagt Schulleiterin Kai Hakl. Dennoch weist sie bei Tagen der offenen Tür immer wieder gern auf die Kiss-and-go-Zone hin, als kleines aber feines Extra.

Ihm sei es auch aufgefallen: Der Drive-In vor der Grundschule Panitzsch werde besser angenommen als der in Borsdorf, so Architekt Strauß. „In der Tat, wir wissen es noch aus eigenem Erleben – gegenüber den Klassenkameraden gilt es als unschick, von Mutti oder Vati gebracht zu werden.“ Aber das müsse jeder für sich entscheiden, sagt der Architekt: „Fakt ist, es gibt das Angebot. Es garantiert den sicheren Aus- und Einstieg. Und: Es hat merklich zur Entspannung beitragen.“

Der Architekt des Schulneubaus hat selbst zwei Kinder. Beide besuchen das Freie Gymnasium – der Sohn geht in die sechste, die Tochter in die zehnte Klasse: „Uns war es wichtig, nicht nur die Gebäude zu entwerfen, sondern ganzheitlich zu planen. Bei jedem Schulprojekt sollte die sichere Zufahrt einfach dazugehören – vorausgesetzt, das Gelände gibt das auch her.“ Er lobt die gute Zusammenarbeit mit der Volkssolidarität als Träger, der Schulleitung als Nutzer und der Gemeinde, die das Projekt im Rat auch abgesegnet hatte.

Die Schule gilt im Umkreis von 25 Kilometern längst als Geheimtipp: das Mehr an Fremdsprachen, die Wahl nach Modulen, der Praxisunterricht bei der Handwerkskammer direkt vor Ort – kurz: das Freie Gymnasium Borsdorf ist gefragt. Der allmorgendliche Ansturm der Chauffeure mit ihren vielen kleinen Megastars wird also nicht abebben.

Keine Angst: Der bei Oscar-Verleihungen üblich rote Teppich soll für die Sterntreffen auch künftig nicht ausgerollt werden. Schließlich gibt es in Borsdorf auch genügend Schüler ganz ohne Fahrer. Wie Clemens Liche. Der Zwölftklässler nimmt jeden Tag den Zug von Beucha nach Borsdorf: „In vier Minuten bin ich da.“

Von Haig Latchinian

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