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Wurzen Antifa-Demo in Wurzen: Anwohner bauen Schutzwände auf
Region Wurzen Antifa-Demo in Wurzen: Anwohner bauen Schutzwände auf
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10:14 02.09.2017
Anwohner in Wurzen verbarrikadierten vor der Antifa-Demo ihre Fenster, wie hier in der Bahnhofstraße. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Angespannte Lage in Wurzen: Vor der Antifa-Demo am Sonnabend bereiten sich Anwohner der Innenstadt auf mögliche gewalttätige Auseinandersetzungen vor. Einige Hausbesitzer verbarrikadierten sich mit heruntergelassenen Rolladen, andere schraubten Schutzwände aus Holz vor ihre Fensterscheiben. Erste aufgesprühte Graffiti lassen nichts Gutes ahnen: In der Bahnhofstraße war beispielsweise zu lesen „Welcome to Hell“ (Willkommen in der Hölle). Unter diesem Motto war zuletzt in Hamburg der Protest gegen den G-20-Gipfel eskaliert.

Das Bündnis „Irgendwo in Deutschland“ hat für Samstag, 15 bis 18 Uhr, zu einer bundesweiten Antifa-Demo mobilisiert. Anmelder ist Andreas Blechschmidt, Sprecher der Hamburger Roten Flora, der auch die „Welcome to Hell“-Demonstration während des G-20-Gipfels mitorganisiert hatte Unter dem Motto „Das Land – rassistisch, Der Frieden – völkisch, Unser Bruch – unversöhnlich“ solle die 16.000-Einwohner-Stadt bei Leipzig „entnazifiziert“ werden, heißt es in dem Aufruf des Bündnisses. Wurzen sei seit mehr als 20 Jahren Schwerpunkt neonazistischer Gewalt und Strukturen in der Region. Erwartet würden 200 bis 250 Teilnehmer, teilte das Landratsamt in Borna mit.

Antifa-Route verlegt – Gegendemos zurückgezogen

Am Freitagnachmittag gab das Landratsamt bekannt, dass die ursprüngliche Route der Antifa-Demo aufgrund von Widersprüchen von Anliegern und „in Abwägung der vorgetragenen Interessen“ geändert wurde. Zudem seien die Anmeldungen für zwei Gegen-Demonstrationen zurückgezogen worden. Einer der Anmelder war Benjamin Brinsa. Der Staatsschutz rechnet den als Kampfsportler bekannten jungen Mann der rechten Hooligan-Szene um Lok Leipzig zu.

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Die Demonstration von „Irgendwo in Deutschland“ führt nun über folgende Route: Buswendeschleife östlich des Bahnhofsgebäudes (20-minütige Auftaktkundgebung), Bahnnhofstraße, Beethovenstraße, Karl-Marx-Straße, Wettinerplatz/Ecke Kantstraße (Zwischenkundgebung), Schillerstraße, August-Bebel-Straße/Ecke Walther-Rathenau-Straße (Zwischenkundgebung), Dresdner Straße, Goethestraße, Schillerstraße, Kleiststraße, westliche Seite des Bürgermeister-Schmidt-Platzes, Kreisverkehr Lüptitzer Straße, Friedrich-Ebert-Straße (Zwischenkundgebung), Rudolf-Breitscheid-Straße, Jacobsplatz, Jacobsgasse, Markt (Zwischenkundgebung), Wenceslaigasse, Bahnhofstraße, Bahnhof (Abschlusskundgebung).

Am Donnerstagabend hatten sich bereits etwa 70 Menschen auf dem Wurzener Markt versammelt, um sich gegen den Vorwurf zu wehren, dass ihre Stadt eine Nazi-Hochburg sei. Landrat Henry Graichen (CDU) war ebenfalls vor Ort. „Die Stadt ist auf einem guten Weg. Sie, liebe Wurzener, brauchen sich von niemandem sagen zu lassen, wo es Defizite gibt. Das wissen Sie selbst, vor allem, Sie arbeiten daran“, sagte er.

Autofahrer sollten ihre Wagen umparken

Die Polizei ist nach eigenen Angaben am Sonnabend mit einem angemessenen Kräfteaufgebot im Einsatz. „Wir haben die Lage insgesamt als beherrschbar und friedlich bewertet“, sagte Landratsamtssprecherin Brigitte Laux. Der Anmelder habe sich in Vorgesprächen kooperativ gezeigt.

Autofahrern rät das Landratsamt, ihre Fahrzeuge nicht im Bereich der Aufzugsstrecke abzustellen und die verkehrsrechtlichen Anordnungen zu beachten. Wegen der Demo kann es im Stadtgebiet zu Verkehrseinschränkungen kommen. Auch die Die B6 wird voraussichtlich betroffen sein, eine Sperrung solle aber „auf das nötigste Maß beschränkt werden“, hieß es.

H.L./nöß/kub/T.L.

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