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Wurzen Anwohner fürchten um Refugium am Macherner Mühlteich
Region Wurzen Anwohner fürchten um Refugium am Macherner Mühlteich
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00:34 25.02.2018
Ein Beweis für die Lebensvielfalt am Macherner Mühlteich: Ein Eisvogel verirrte sich sogar schon einmal auf die Terrasse der Anwohner. Quelle: privat
Machern

Ein Projekt, für das sich der Regionalverein Machern engagiert, sorgt im Ort nicht nur für Zustimmung. Wie berichtet, soll ein Grundstück am Mühlteich mit Sitzgelegenheiten und einem kleinen Steg aufgewertet werden.

Anwohner fürchten allerdings, dass dadurch Flora und Fauna Schaden nehmen. In den vergangenen Jahren habe sich ein kleines Biotop entwickelt. Sogar der Eisvogel, aber auch Biber und andere seltene Tierarten seien hier beheimatet. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum man so ein kleines Paradies zerstören muss“, beklagen die Macherner Gerlinde und Friedrich Werner. Der Eisvogel werde hier immer wieder gesichtet, auch Fledermäuse, Blindschleichen, Ringelnatter und Kreuzotter hätten hier ihre Rückzugsorte. Scheue Grau- und Silberreiher seien zu beobachten – ebenso Fischadler, die hier ihre Nahrung finden. „Uns ist unverständlich, wieso genau an dieser Stelle unbedingt ein Treffpunkt für ganze Schulklassen errichtet werden soll.“ Dadurch werde ein sensibler Naturraum zerstört. Vor allem aber schaffen sich die Initiatoren eine weitere Baustelle, die sie pflegen müsse. „Schon jetzt gelingt es nicht ansatzweise, den Park in Ordnung zu halten. Warum muss deshalb noch ein weiteres pflegeaufwändiges Areal entstehen?“

Nachdem Pläne zur Gestaltung des Ufergrundstücks bekannt wurden, suchten die Werners den Kontakt zu Verein und Gemeinde. „Vom Rathaus haben wir ein ganzes Jahr lang keine Antwort bekommen!“ Und der Verein habe die Einwände einfach nicht gelten lassen. Auch von der Unteren Naturschutzbehörde erhofften sich die Macherner Hilfe. Doch das Amt hält den Uferbereich offenbar auch nicht für besonders schützenswert. In einem Schreiben werden die Ängste abgewiegelt: Die Tiere seien auf das Ufergrundstück nicht unmittelbar angewiesen. Sie würden entweder das gesamte Umfeld des Teiches, wie die Blindschleiche, frequentieren oder wie Fledermäuse, Eisvogel und Fischadler Ufer oder Teich zur Nahrungssuche nutzen. Dass der Eisvogel am Mühlteich brütet, hält der Kreis für ausgeschlossen. „Das Grundstück“, teilte die Behörde den Machernern mit, „stellt deshalb naturschutzrechtlich weder ein Paradies noch einen Tabubereich dar.“

Vor allem mit Blick auf die jetzt angekündigten umfangreichen Baumfällungen appellieren die Anwohner noch einmal, mit Bedacht vorzugehen. „Warum so viele alte Bäume weichen müssen, nur damit Spaziergänger einen Blick auf den Mühlteich werfen können, erschließt sich uns einfach nicht.“ Zumal die Stelle die einzige sei, an der Enten, Blessen, Haubentaucher und Schwäne derzeit noch in Ruhe an Land gehen könnten.

Von Simone Prenzel

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