Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Arbeiterwohlfahrt übernimmt Jugendarbeit in Brandis
Region Wurzen Arbeiterwohlfahrt übernimmt Jugendarbeit in Brandis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Zentrum der Jugendarbeit sollte nach dem Willen der Stadt Brandis trotz Trägerwechsel das CVJM-Jugendhaus im Zeitlitzer Weg bleiben. Quelle: Thomas Kube
Anzeige
Brandis

Neben der Awo hatte auch die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) in Leipzig ihren Hut in den Ring geworfen. "Die pädagogischen Konzepte", fasste René Fleck als zuständiger Rathaus-Mitarbeiter seine Eindrücke zusammen, "sind gleichwertig. Wir als Verwaltung würden allerdings die Awo als künftigen Träger vorschlagen, da sie in der Arbeit mit Jugendlichen über mehr Erfahrungen und auch ein vorhandenes Netzwerk verfügt."

Das sahen auch 13 Stadträte ähnlich und votierten für die Awo Familienzentrum gGmbH als neuen Träger. Drei Räte enthielten sich, einer stimmte mit Nein. Kathrin Nestheimer, Leipziger Leiterin der Fortbildungsakademie, hatte die FAW noch einmal als kompetenten Träger gepriesen, der allerdings mit der Jugendarbeit Neuland betreten würde. Auch der Fakt, dass die FAW die Stelle erst noch ausschreiben müsse, ließ die meisten Stadträte eher zur Awo tendieren. Erfahrungen mit Kinder- und Jugendhäusern konnten Sarah Kokot und Nadine Ubl vom Awo-Familienzentrum in die Waagschale werfen. "Wir betreiben bereits vier Einrichtungen in Grimma, Nerchau und Bad Lausick", so Kokot. Auch in Brandis wolle man künftig Angebote entwickeln - zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen. "Wichtig ist, sich erst einmal einen Zugang zu den Jugendlichen zu verschaffen und ein kontinuierliches Angebot zu entwickeln", machte Nadine Ubl deutlich. So sei an Motto-Partys, Disko- und Kinoabende, aber auch medienpädagogische Angebote gedacht.

Wo die Jugendarbeit künftig stattfindet, darüber darf noch trefflich spekuliert werden. Zentrum der Jugendarbeit sollte nach dem Willen der Stadt trotz Trägerwechsel das CVJM-Jugendhaus im Zeitlitzer Weg bleiben. Indes zeigt der Brandiser Verein der Kommune und seinem Nachfolger derzeit die kalte Schulter. Bürgermeister Arno Jesse (SPD) zieht deshalb in Erwägung, auch andere Optionen zu prüfen. "Wir sind zwar der festen Überzeugung, dass das CVJM-Haus vertraglich als offenes Kinder- und Jugendhaus fixiert ist, aber notfalls werden wir auch andere Lösungen finden."

Simone Prenzel

Anzeige