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Wurzen Architekt: Schulbibliothek in Borsdorf wird ihresgleichen suchen
Region Wurzen Architekt: Schulbibliothek in Borsdorf wird ihresgleichen suchen
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00:19 24.07.2017
Blick in die künftige Schul- und Gemeindebibliothek in der alten Turnhalle. Quelle: Christian Strauß
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Borsdorf

Die Turnhalle im Altgebäude des Freien Gymnasiums Borsdorf (FGB), das im L-förmigen Neubau sein modernes Spiegelbild gefunden hat, soll zur künftigen Schul- und Gemeindebibliothek umgebaut werden – eine sportliche Herausforderung. „Wir gehen davon aus, Anfang Januar mit dem dritten Bauabschnitt beginnen zu können“, sagt der von der Volkssolidarität (VS) Leipziger Land/Muldental als Träger und Bauherr der Bildungseinrichtung beauftragte Borsdorfer Architekt Christian Strauß.

Die Nahtstelle von zweitem und drittem Bauabschnitt ist deutlich zu sehen. An den alten Granitstufen zur Turnhalle im Untergeschoss des alten Schulhauses verläuft eine weiß-rote Warnlinie, an den Wänden endet abrupt der neue Farbanstrich. Die Halle selbst, die in der Höhe bis ins Erdgeschoss reicht, hat etwas Düsteres, wirkt wie aus der Zeit gefallen – die Fenster sind halb mit Prallwänden verdeckt, der Stoff der Wandverkleidung hat eine kaum mehr definierbare Farbe, die Elektroinstallation ist veraltet.... Das war mal anders: „Als die Borsdorder Schule 1911 in Betrieb ging, war sie mit einer integrierten Turnhalle sicher die modernste in Sachsen“, weiß der Architekt. Inzwischen haben sich die Anforderungen geändert. Nicht nur dass das Spielfeld für Ballspiele viel zu klein ist, die Wand fast auf der Außenlinie steht, auch der ab 7. Klasse getrennte Sportunterricht für Mädchen und Jungen ist bei nur einem Spielfeld kaum umsetzbar. „Der Schulsport findet deshalb bis in den späten Nachmittag hinein statt“, sagt Strauß. Dann geben sich die Sportler die Klinke in die Hand, weil die Halle abends noch vom Vereinssport genutzt wird. Doch das Dilemma hat bald ein Ende. Die neue Turnhalle an der Bahnstrecke soll laut Bürgermeister Ludwig Martin voraussichtlich im Oktober eingeweiht werden. Mit der neuen Sportstätte kann die alte außer Betrieb gehen.....

.....und deren Umbau zur Bibliothek in Angriff genommen werden. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt der Architekt, der die Pläne längst in der Schublade hat. Noch braucht man ein wenig Fantasie, sich die neue Nutzung und die damit verbundene Raumaufteilung vorzustellen. „Hier wird eine Treppe zur Bibliothek führen und rechts daneben, behindertengerecht, der Aufzug“, zeigt Strauß auf die (noch intakte) Wand im Durchgang von der Kindertagesstätte zum Schulhof. Die Etage, auf der beide enden, muss allerdings erst noch gebaut werden: In die 5,70 Meter hohe Halle wird über zwei Drittel der Breite eine Decke eingezogen, entlang der Fensterfront verbleibt ein Luftraum, der an die alte Turnhalle erinnert. Auf der so entstehenden 81 Quadratmeter (m²) großen Galerie finden – für eine komplette Schulklasse – 24 Einzelarbeitsplätze mit WLan-Anschluss, außerdem Drucker und Kopierer Platz sowie der Tresen der Bibliothekarin. Darunter reihen sich auf 126 m² Bücherregale, 476 laufende Meter, schließlich verfügt allein schon die Gemeindebibliothek in der August-Bebel-Straße im Moment über 10 500 Medien. Aber: „Die Einrichtung ist auf Wunsch der Gemeinde nach 60 Prozent mehr Platz auch auf Zuwachs ausgerichtet“, sagt Strauß. Ergänzt wird die Ausstattung durch Teeküche, WC und Archivräume. Strauß verspricht zudem zu den apfelgrünen Akzenten bei der Farbgestaltung eine „fantastische Beleuchtung“, denn die Holzrahmenfenster sollen vergrößert, dabei aber, nach Absprache mit dem Denkmalschutz, die historische Teilung beibehalten werden. „Das ergibt optimale Bedingungen“, schwärmt der Architekt schon jetzt. „Diese Schulbibliothek wird ihresgleichen suchen.“

So sieht das auch Lutz Stephan, Geschäftsführer der VS, die neben dem FGB auch mehrere Kindertagesstätten und Seniorengruppen in der Region betreibt: „Wir begreifen unsere Schule als offenen Ort der Begegnung, Verständigung und Lebensfreude. Eine gemeinsame Schul- und Gemeindebibliothek ist in Sachsen ein außergewöhnliches – wenn nicht sogar einmaliges Vorhaben. Wir wollen damit den Bildungsstandort Borsdorf bereichern und zugleich den Dialog zwischen den Generationen fördern.“.

Auch Gemeindebibliothekarin Ines Damerau, die bisher einmal in der Woche die Ausleihe im FGB mitbetreut, sieht dem neuen Domizil für beide Bibliotheken mit Spannung entgegen. Dann sei mehr Platz für eine Kinderbuchabteilung, sagt sie und denkt an Veranstaltungen mit Kita-Gruppen und Schulklassen.

Da die Bibliothek nur zwei Drittel der Hallenfläche einnehmen wird, kann im Eck zwischen dem kurzen und dem langen Altflügel, dort, wo die Halle früher einen Eingang von der Heinrich-Heine-Straße aus besaß, ein 70 m² großes Schulbuchlager entstehen und darüber der Schulclub auf 100 m² ein gemütliches Domizil mit Sitzecken, Teeküche und Billardtisch erhalten. Im 100 m² großen Kellergeschoss entlang der Heinestraße, das bisher Umkleiden und Duschen beherbergt, deren beste Tage längst vorbei sind, haben die Architekten auf Wunsch der Kunsterzieher einen Brennofen vorgesehen, es wird einen Serverraum geben, ein Stuhllager, eine Hausmeisterwerkstatt und einen Probenraum für die Schulband.

Die Bibliothek rundet ein Bauprojekt ab, das bereits 2014 seinen Anfang nahm. Von den sechs Millionen Euro, die für das Gesamtprojekt zur Verfügung standen – 40 Prozent davon Fördermittel –, sind 500 000 Euro für den letzten Bauabschnitt vorgesehen.

Von Ines Alekowa

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